Kein Ballyhoo, keine Sticheleien der Spieler – das Nordderby wird immer ruhiger

Ein Klassiker im Mittelmaß

Bremen / Hamburg - Stell dir vor, es ist Nordderby und das Stadion nicht ausverkauft! Gibt‘s nicht? Gibt’s doch! Für die 98. Auflage zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen gibt es noch Karten.

Werder-Mediendirektor Tino Polster musste gestern in der Pressekonferenz sogar anpreisen, dass für den Gäste-Block der Imtech-Arena noch Sitzplatztickets an der Tageskasse zu haben sind. Und auf der Ticketseite der HSV-Homepage stand gestern Abend nicht das erwartete „Ausverkauft“, sondern „Vorverkauf läuft“. Zieht das Nordderby etwa nicht mehr?

Fakt ist: Die ganz große Aufregung herrscht vor der aktuellen Auflage nicht. Es gibt kaum ein Ballyhoo, Sticheleien zwischen den Spielern bleiben aus. Da will zwar ein Rafael van der Vaart „Werder weh tun“, aber Sprüche, wie sie einst Tim Wiese rausgehauen hat („Wir müssen dem HSV gleich einen auf den Sack geben“), fehlen. Auch, weil bei Werder niemand motiviert ist, nach dem 0:5-Debakel gegen Dortmund eine dicke Lippe zu riskieren. „Sollen wir jetzt große Töne spucken?“, fragt Stürmer Nils Petersen.

Die mediale Ruhe findet Bremens Coach Thomas Schaaf ziemlich in Ordnung. Das Derby brauche keine künstlich erzeugte Aufmerksamkeit, sagt er: „Am besten ist es, wenn die sportliche Rivalität im Vordergrund steht.“

Dabei ist die sportliche Situation beider Teams momentan wohl der größte Stimmungskiller. Es duelliert sich morgen der Neunte mit dem Zwölften – oder anders gesagt: das Nordderby findet nur noch im Mittelmaß statt. Schaaf hat dennoch keinen Zweifel, dass auch das 98. Aufeinandertreffen mit Anpfiff den speziellen Derby-Charme versprühen wird: „Die Nordderbys behalten immer ihre Attraktivität – allein schon aus der grundsätzlichen Rivalität heraus. Über die Jahre hinweg haben wir erstaunliche, tolle Derbys erlebt. Da war nie etwas langweilig, da waren immer Emotionen und Begeisterung.“ So wie 2009, als Werder den HSV in 19 Tagen im Uefa-Pokal- und DFB-Pokal-Halbfinale sowie in der Bundesliga demütigte – das waren Zeiten. · csa

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