Allofs sortiert die 13 offenen Verträge – übrig bleiben nur drei oder vier

Werder: Klarheit hinter den Kulissen?

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Von den Spielern, hatte Allofs gesagt, erwarte er öffentlich nur noch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung, nicht mehr mit der Vertragssituation.

Bremen - 13 Spieler mit auslaufenden Verträgen – das ist er doch, das muss er doch sein: der Grund, weshalb Werder Bremen in der Bundesliga-Rückrunde nicht mehr soviele Punkte sammelt wie noch in der Hinrunde. Logisch, Verunsicherung in den Köpfen der Spieler sorgt für Verunsicherung auf dem Platz. Und weil es bei Werder eben viele verunsicherte Köpfe gibt und sich die Zahl einfach nicht reduziert, ist auf dem Feld vielfacher Murks zu sehen. Aber gibt es diesen Zusammenhang wirklich?

Werder-Chef Klaus Allofs höchstpersönlich hatte ihn nach dem 0:3-Debakel gegen Mainz 05 und dem Abrutschen auf Rang acht hergestellt. Indirekt zwar, aber doch deutlich. Von den Spielern, hatte Allofs gesagt, erwarte er öffentlich nur noch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung, nicht mehr mit der Vertragssituation. Es sollte wohl heißen: Wer zuviel über seine Zukunft nachdenkt und auch noch mit Medienvertretern darüber redet, vergisst die Gegenwart und das wirklich Wichtige. Nämlich: Tore schießen, Tore verhindern.

Wer bleibt? Wer muss gehen?

Diese Verträge bei Werder Bremen laufen aus

Die Bremer beherrschen diese elementaren Dinge derzeit nicht. Doch den Grund dafür unter anderem in dem Gewühl noch nicht verlängerter Kontrakte oder noch nicht ausgesprochener Trennungsabsichten zu suchen, ist Trainer Thomas Schaaf zu plump. Er widerspricht quasi seinem Boss Allofs, indem er süffisant erklärt: „Wir haben auf dem Platz noch nicht einmal über Verträge geredet. Da trifft einer den Ball nicht besser oder schlechter, weil er über seine Zukunft nachdenkt.“

Eigentlich, führt Schaaf weiter aus, sei das Thema sogar völlig ohne Grundlage. „Die Spieler sind alle informiert“, sagt er: „Es gibt keine Fragezeichen.“

Aha! Demnach hat jeder der 13 Akteure, deren Arbeitspapier bei Werder nur bis zum Saisonende befristet ist, schon den Weg aufgezeigt bekommen: Vertragspoker oder Laufpass. Hinter den Kulissen, diesen Eindruck will Schaaf vermitteln, herrscht bereits Klarheit. Allerdings gibt es noch keine einzige Vollzugsmeldung. Und das Achselzucken der meisten betreffenden Spieler zeugt auch nicht von unmissverständlichen Botschaften. Weder hat Werder bislang einen Vertrag verlängert noch wurde eine Trennung verkündet noch ein Neuzugang für die kommende Saison präsentiert. Dabei endet in einem Monat und einem Tag die Saison. Es wird höchste Zeit.

Doch davon will Klaus Allofs nichts wissen. Als „Panikmache“ kanzelt er den Hinweis auf den nahenden Saisonschluss ab und beschwichtigt die Ungeduldigen: „Die Situation bei uns ist nicht verwirrt. Ich mache meine Arbeit und brauche dafür keinen Arbeitsnachweis in der Öffentlichkeit. Wir werden für die neue Saison einen genügend großen Kader mit einer genügend großen Qualität haben.“

Für die große Qualität steht Claudio Pizarro. Der angeblich von Bayern München umworbene Torjäger ist die wichtigste und mit Abstand am meisten diskutierte Personalie. Bleiben noch zwölf weitere – und die sortiert Allofs im Interview mit dem Digitalradiosender „90elf“ in drei Kategorien ein, relativiert so die ungeheuer hoch erscheinende Zahl von 13 offenen Baustellen. „Bei den auslaufenden Verträgen sind zum einen Verträge junger Spieler dabei, deren Verlängerungen für die Zukunft Werder Bremens nicht von großer Bedeutung sind“, erklärt er. Gemeint sind vermutlich Lennart Thy, Onur Ayik und Leon Balogun. „Andere Verträge werden ganz sicher nicht verlängert“, sagt Allofs zudem. Ob er dabei an Tim Borowski, Mikael Silvestre, Sebastian Boenisch und Christian Vander denkt? Und dann bleibt noch dies: „Am Ende wird es um drei, vier Verträge gehen, hinter denen aktuell noch ein Fragezeichen steht.“ Das sind wohl die Kontrakte von Pizarro, Tim Wiese, Markus Rosenberg und Sebastian Prödl. Bleibt noch der Grieche Sokratis, den Werder per Option binden wird. Und Kapitän Clemens Fritz. Bei ihm ist das Fragezeichen am kleinsten, seine Vertragsverlängerung wird als erstes und in Kürze erwartet. Wann? „Wir haben unsere Hausaufgaben weitestgehend gemacht und werden Entscheidungen rechtzeitig bekannt geben können“, bleibt Allofs unverbindlich. · csa/mr

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