Werder gewinnt 3:1 in Freiburg und klettert auf Platz 14 / „Eine tolle Teamleistung“

Ein klares Lebenszeichen

Aus Freiburg berichtet Arne Flügge · Werder Bremen hat den Auswärtsfluch besiegt und im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein deutliches Lebenszeichen gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf gewann gestern beim SC Freiburg mit 3:1 (1:0) und verschaffte sich damit zunächst etwas Luft.

Statt auf Platz 17 zu bleiben, kletterten die Hanseaten auf Rang 14 mit nun drei Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. Zugleich gelang den Bremern der erste Auswärtssieg seit über vier Monaten. Zuletzt hatte Werder am 23. Oktober (4:1 in Gladbach) auf des Gegners Platz gewonnen.

Sandro Wagner (12.) mit seinem ersten Saisontor, Claudio Pizarro (76.) und der eingewechselte Marko Marin (90. + 2) schossen vor 22 400 Zuschauern im ausverkauften badenova-Stadion den Bremer Erfolg heraus. Demba Papiss Cisse hatte zwischenzeitlich per Elfmeter und seinem 17. Saisontor ausgeglichen (49.).

Werders Sieg in 50 Bildern

Werder siegt in Freiburg

Unterm Strich war es ein hochverdienter Bremer Erfolg, der am Ende sogar noch höher hätte ausfallen müssen, wenn Werder die sich bietenden Konterchancen konsequent genutzt hätte. Doch auch so war die Erleichterung förmlich greifbar. „Es war ein ganz, ganz wichtiger Sieg nach einer tollen Teamleistung“, freute sich Mittelfeldspieler Tim Borowski: „Wir standen vor dem Spiel auf Platz 17. Aber wir hatten keine Angst. Wir stellen uns der Situation – und das heute mit Erfolg.“ Sportchef Klaus Allofs fügte hinzu: „Die Mannschaft hat Moral bewiesen. Sie hat sich dagegen gewehrt, nach dem guten Spiel gegen Leverkusen auswärts wieder eine Klatsche zu kriegen.“

Von Beginn an zeigten die Bremer keine Nerven, kontrollierten den Gegner und gingen in der zwölften Minute in Führung. Nach einem Eckball von Torsten Frings scheiterte Pizarro mit einem Kopfball am auf der Linie postierten Freiburger Cisse. Den zweiten Ball brachte Sebastian Prödl herein, Sandro Wagner war zur Stelle und drückte die Kugel aus der Drehung über die Linie – es war das erste Bundesliga-Tor des 23-Jährigen. „Ich bin einfach glücklich, weil ich so lange darauf gewartet habe“, jubelte der Torschütze.

Werder in der Einzelkritik

Die Einzelkritik: Marin als Edeljoker

Gegen Ende der ersten Halbzeit und zu Beginn des zweiten Durchgangs ließ bei den Bremern allerdings etwas die Konzentration nach. Freiburg kam besser auf – und in der 49. Minute auch zum Ausgleich. Schiedsrichter Knut Kircher entschied nach einem Foul von Tim Borowski an Erik Jendrisek auf Elfmeter. Und da gab’s auch keine zwei Meinungen. „Er dreht sich rein, das hat der Jendrisek clever gemacht. Den Elfer kann man geben“, räumte Borowski ein. Schaaf ärgerte sich, „schließlich hatten wir die Situation ja schon geklärt gehabt“. Cisse verwandelte sicher zum 1:1 (49.), die Partie war wieder offen.

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Wie fiel nun Werders Reaktion aus? Angesichts der bedrohlichen Situation den Punkt über die Zeit retten oder doch auf Sieg spielen? Die Antwort gab Schaaf, der in Marko Arnautovic und Marko Marin gleich zwei offensive Spieler brachte. „Sie waren gleich belebende Elemente“, sagte der Bremer Trainer. Und Allofs lobte: „Die Mannschaft hat den Mut gehabt, nach vorn zu spielen und hat sich dafür belohnt. Sie hat auch das Glück erzwungen.“

So geschehen in der 76. Minute, als Freiburgs Nicu sich im Mittelfeld einen haarsträubenden Ballverlust leistete. Marko Marin ging dazwischen, bediente Claudio Pizarro – und der traf mit einem satten Rechtsschuss von der Strafraumgrenze zum 2:1. Freiburg war hinten nun offen wie ein Scheunentor. Arnautovic (81.) und erneut Pizarro (90.) scheiterten aber freistehend an SC-Torwart Oliver Baumann, ehe Marko Marin in der Nachspiel nach Zuspiel von Arnautovic mit dem 3:1 alles klarmachte.

Von Ruhe an der Weser wollte Werder-Boss Allofs aber nichts wissen. „Heute können wir uns freuen. Hier kann sich jetzt aber keiner genüsslich zurücklehnen. Der Abstiegskampf wird noch ein ganz heißes Ding.“

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