Trainer Schaaf erhält beim 2:2 in Berlin nur die unerwünschten Aufschlüsse

Klare Sache: Naldo fällt im Bundesliga-Check durch

Ball am Fuß, Blick nach vorn – doch die Bundesliga ist für Naldo noch nicht wieder in Sicht.

Berlin - Die 800 grün-weiß gewandeten Zuschauer im Stadion An der alten Försterei wollten nur einen sehen: Naldo. Immer wieder riefen sie seinen Namen. Bis sich der Brasilianer mit schweren Beinen in Richtung Fan-Block in Bewegung setzte und lächelnd zurück winkte.

Der Applaus der Fans musste nach dem 2:2 (1:2) von Werder Bremen im Testspiel beim Zweitligisten Union Berlin aber mehr als Mutmacher, denn als Reaktion auf eine überragende Leistung gewertet werden. Naldo hatte eine solche nicht gezeigt. Viel mehr waren Defizite unverkennbar gewesen. Weshalb der Innenverteidiger gewiss nicht auf ein Bundesliga-Comeback schon am Samstag im Nordderby gegen den Hamburger SV hoffen darf.

Er sah das nach dem Schlusspfiff im Berliner Brutkessel freilich ewas anders. Sinngemäß gab Naldo zu verstehen, dass er bei Temperaturen jenseits der 30 Grad mehr mit der Hitze als mit sich oder den Gegenspielern zu kämpfen hatte. „Es war sehr heiß und ich am Ende auch ziemlich kaputt. Aber ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Spiel“, sagte der 28-Jährige.

Remis in Berlin

Werder Bremen - Union Berlin

Thomas Schaaf war es nicht. Was möglicherweise an einer unterschiedlichen Erwartungshaltung lag. Während der sonst eher forsch nach vorne denkende Naldo diesmal offenbar mit kleinen Verbesserungen („Ich merke, dass es Schritt für Schritt besser wird“) zufrieden war, hatte sich der gewöhnlich zurückhaltende Trainer von dem Einsatz einen positiven Fingerzeig Richtung Bundesliga gewünscht. Er bekam ihn nicht. „Es gab heute nicht die Aufschlüsse, die wir uns erhofft hatten“, fasste Schaaf das ernüchternde Ergebnis des „Naldo-Checks“ in Worte: „Ich hatte gedacht, dass er mehr Souveränität ausstrahlen würde.“

Der Naldo im Spätsommer 2011 ist aber bei weitem noch nicht der Naldo von früher. Nach 15 Monaten Pause und einem vagen Verdacht, er könne ob seiner Knieverletzung nie wieder Fußball auf Profi-Niveau spielen, verschwinden die Fragezeichen nur langsam. Dabei wünschen sich alle bei und um Werder, dass es jetzt möglichst schnell geht. Der Verkauf von Per Mertesacker an Arsenal London hat ein Loch in die Innenverteidgung gerissen und die Personalie Naldo mit einer neuen Dynamik und einem größeren Druck versehen.

Doch nach dem Test in Berlin ist erstmal wieder Entschleunigung angesagt. Naldo ist einfach noch nicht so weit. Belege dafür: In der 25. Minute lässt Naldo Gegenspieler Simon Terodde entwischen und zwingt Torhüter Sebastian Mielitz damit zur Kopf-und-Kragen-Kragen-Rettungstat. In der 81. Minute gewährt der Brasilianer seinem Landsmann Silvio freies Geleit durch den Bremer Strafraum (81.). Beim Ausgleich wenig später ist der Bremer erneut nicht auf der Höhe des Geschehens. Und auf seine unwiderstehlichen Vorstöße in die gegnerische Hälfte verzichtet Naldo.

„Keine Angst“, meinte er später, „das kommt alles wieder zurück.“ Der Zeitpunkt dürfte aber viel weiter in der Zukunft liegen als von Fans, Trainer und Mitspielern erhofft. Naldo will die Zeit mit Gelassenheit erwarten. „Ich mache mir keinen Stress“, sagte er.

Den hat jedoch Schaaf. Der Trainer sucht nach Ende der Ära Mertesacker das neue Paar für die Innenverteidigung. Es wird – vorausgesetzt der Grieche Sokratis verbleibt auf der rechten Abwehrseite – vorerst wohl auf die Kombination Sebastian Prödl/Andreas Wolf hinauslaufen. Mit Naldo ist nicht zu rechnen. · csa

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