Werder-Fitnesscoach Kugel über den Job bei der Nationalmannschaft, das Heimspiel in Bremen und Özils Entwicklung

„Keiner von uns macht hier irgendein Hexenwerk“

Kleiderwechsel: Fitnesscoach Benjamin Kugel lässt in diesen Tagen seine grünen Werder-Sachen im Spind. ·

Bremen - Von wegen der SV Werder hat nur noch einen Mann in der deutschen Nationalmannschaft: Neben Tim Wiese steht auch Benjamin Kugel im DFB-Aufgebot, das sich seit gestern auf das Testspiel morgen im Weserstadion gegen Frankreich vorbereitet.

Okay, Kugel ist kein Spieler wie Wiese, obwohl das bei seinem Namen so herrlich passen würde. Aber dafür muss der 32-Jährige anders als die Herren Profis nicht um sein EM-Ticket bangen, denn als einer von drei Fitnesstrainern ist er im Team von Bundestrainer Joachim Löw gesetzt.

„Natürlich ist es etwas Besonderes für mich, mit der Nationalmannschaft im Weserstadion zu sein“, sagt Kugel, der seit fast vier Jahren für Werder arbeitet. Vor rund zwei Jahren kam noch der Job beim DFB dazu, die WM in Südafrika war sein erster großer Einsatz. Seitdem ist Kugel bei jedem Länderspiel dabei, Werder stellt ihn frei. Natürlich auch diesmal. Also blieben gestern Kugels grüne Trainingskleider im Spind des Weserstadions, der Bremer trug selbstverständlich die Dienstkleidung des DFB – und schlief wie die Nationalspieler im Parkhotel. „Wir sind doch ein Team, da fahre ich nicht nach Hause, nur weil wir gerade mal in Bremen sind“, sagt Kugel.

Das „Wir“ kommt dem Diplom-Sportwissenschaftler voller Überzeugung über die Lippen. Dabei trifft er in diesen Tagen fast nur auf Werder-Gegner. Aber diese Rivalität kennt Kugel als Fitnesscoach nicht, er hält sogar regelmäßigen Kontakt zu seinen Kollegen bei den anderen Bundesligisten. „Wir haben uns über den DFB eine Art Netzwerk aufgebaut, tauschen uns intensiv aus“, berichtet Kugel und erklärt: „Wir wollen doch alle nur, dass die Spieler besser werden. Deshalb gibt es unter uns keine Konkurrenz. Keiner von uns macht hier irgendein Hexenwerk, und deshalb gibt es keinen Grund für Geheimnisse.“

Kugels Aufgaben in dieser sehr kurzen Länderspielphase sind überschaubar. Im Hotel gibt es die eine oder andere individuelle Einheit, dann das Aufwärmen beim Training. Morgen früh folgt das sogenannte Anschwitzen im Hotel, am Abend dann das Warm-up vorm Spiel im Stadion. Alles in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Shad Forsythe. „Außerdem stehen wir natürlich immer parat, wenn die Jungs Fragen haben“, sagt Kugel. Der Draht zu den Nicht-Bremern sei längst gut, das Vertrauen auf beiden Seiten da. Aber natürlich gibt es zu den eigenen Spielern immer noch ein besonderes Verhältnis. Wie zum Beispiel zu Mesut Özil, der bis vor anderthalb Jahren noch in Bremen spielte: „Es ist total interessant zu sehen, wie er sich bei Real Madrid weiterentwickelt hat. Er hat nicht nur von der Athletik her etwas dazubekommen. Mesut ist zu einer echten Persönlichkeit auf dem Platz geworden.“

Weil das deutsche Team aber nicht nur Özil hat, ist Kugel davon überzeugt, „dass wir eine gute EM spielen werden. Wenn es dann für den Titel reicht, wäre das eine prima Sache.“ Aber zu weit will er sich da nicht aus dem Fenster lehnen. Zumal das Rampenlicht ohnehin für andere reserviert ist. Sein Revier ist da schon eher der Hintergrund – und in Bremen speziell der Kraftraum, den er gerne zeigt: „Seit dem Umbau des Weserstadions sind wir hier richtig gut aufgestellt. Schade, dass wir mit der Nationalmannschaft kaum Zeit haben werden, das alles zu nutzen.“ · kni

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