Werder-Coach Schaaf moniert viel Fehler

Keine Konstanz: Es stimmt hinten und vorne nicht

+
Enttäuscht verließen Sebastian Mielitz und Nils Petersen die Commerzbank Arena.

Bremen - Schöne Bescherung im Vip-Bereich des Weserstadions. Dort warteten gestern Mittag 500 Werder-Fans aus 250 Fanclubs auf die Bremer Profis zur traditionellen Weihnachtsfeier. Kein ganz leichter Gang für Clemens Fritz und Co. nach der 1:4-Klatsche tags zuvor in Frankfurt.

Vielleicht wollten auch deshalb fast alle Profis den bequemen Aufzug nehmen, bis Trainer Thomas Schaaf kam und sein wartendes Personal anzischte: „Jungs, es gibt auch ein Treppenhaus.“ Wer nach oben will, muss sich anstrengen. Speziell Werder, denn mindestens alle zwei Spiele stimmt es hinten und vorne nicht. So sind die Bremer nur Mittelmaß.

„Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht“, stellte Schaaf auch gestern noch einmal voller Überzeugung fest. Trotzdem sparte der Coach nicht mit Kritik: „Wir haben zu große und zu viele Fehler gemacht – in der Offensive und in der Defensive.“ Da war zum Beispiel die miserable Chancenverwertung. Gute Gelegenheiten gab es in fast jeder Phase des Spiels, selbst als Werder mit 1:3 hinten lag, doch letztlich stand nur der zwischenzeitliche Ausgleich von Nils Petersen (54.) auf der Anzeigetafel. Der Gegner war da wesentlich effektiver, langte vier Mal zu. Dabei profitierten Alexander Meier (48.), Pirmin Schwegler (62.), Stefan Aigner (63.) und Takashi Inui (90.) auch von indisponierten Bremern. Die Innenverteidiger Sebastian Prödl und Sokratis haben nicht immer die Klasse, eine Partie 90 Minuten fehlerlos zu bestehen. Gleiches gilt für Linksverteidiger Lukas Schmitz. Weil zudem in Frankfurt das Mittelfeld mal wieder zu offensiv dachte, kamen die Gäste hinten regelmäßig ins Schwimmen und gingen unter.

„Wenn wir so ein Spiel gewinnen wollen, dann müssen wir mehr auf uns achten“, meinte Schaaf: „Wir schaffen nicht die richtige Balance, um unser Tor richtig zu verteidigen.“ Keine neue Feststellung, sondern längst ein Dauerbrenner, der sich durch die ganze Hinrunde frisst und fast schon ebenso nervt wie das Auf und Ab bei den Ergebnissen und in der Tabelle. Auch Schaaf ist wenig begeistert davon und mimt bei der Ursachenforschung fast schon etwas widerwillig den Leierkastenmann: „Ich weiß nicht, wie oft ich das in dieser Saison schon gesagt habe: Aber wir haben nun einmal eine junge Mannschaft. Man wird nicht von heute auf morgen erwachsen. Man kann nicht alle Fehler sofort abstellen.“ Aber Schaaf ist weiter fest davon überzeugt, dass er trotz der fehlenden Konstanz auf dem richtigen Weg ist: „Wir hatten uns im Sommer einen Plan zurechtgelegt und sehen, dass der gefruchtet hat. Wir haben uns schon erheblich gesteigert. Ich hoffe, dass wir bald den Punkt erreichen, dass es zum Positiven kippt und wir mal zwei, drei, vier Spiele in Folge gewinnen.“

Die Noten der Werder-Spieler

Bremen gegen Frankfurt: Die Noten

Ein Traum, der nach einem Jahr ohne zwei Siege in Folge so schnell nicht mehr in Erfüllung gehen kann. Denn am Sonntagabend beginnt die Winterpause. Vorher kommt noch Nürnberg nach Bremen. Und nach den letzten Ergebnissen (1:4 gegen Leverkusen, 4:1 in Hoffenheim, 1:4 in Frankfurt) kann es eigentlich nur ein Resultat geben. „Ein 4:1 wäre natürlich ein wunderbares Ergebnis“, machte Schaaf den Spaß gestern sogar mit, um aber umgehend anzufügen: „Nürnberg hat eine gute Mannschaft. Das wird nicht einfach.“ Bei den Bremern ist in dieser Saison nichts einfach – nicht einmal der Weg zur Weihnachtsfeier mit den Fans. · kni

Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen

Das könnte Sie auch interessieren

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Kommentare