Schaaf steht nicht auf Allofs’ Agenda

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Thomas Schaaf: Den Werder-Coach nach Wolfsburg zu lotsen, steht zwar nicht auf Allofs' Wolfsburg-Agenda, aber auszuschließen ist es nicht.

Bremen - Nein, ein schlechtes Gewissen gegenüber Werder Bremen hat Klaus Allofs nicht. Trotz der 13,9 Millionen Euro, die das vergangene Geschäftsjahr als Minus ausgespuckt hat. „Unschön“ sei diese Bilanz, räumte der Ex-Clubchef zwar ein, „aber ich hinterlasse hier keinen Scherbenhaufen“.

Der Verein sei gut aufgestellt, die Mannschaft habe Perspektive, die Strukturen wären gut. Kein Grund also, sich zu schämen, jetzt zu gehen. „Es muss sich niemand Sorgen machen um Werder Bremen“, erklärte Allofs. Wer es doch tut, habe „eine völlig falsche Einschätzung“.

Ganz ohne mulmige Gedanken ging der neue Wolfsburger Geschäftsführer aber doch nicht. Der Grund: Thomas Schaaf. Nach sagenhaften 13,5 Jahren mit einer Meisterschaft, zwei Pokalsiegen und sechs Champions-League-Teilnahmen trennen sich die Wege des Bremer Erfolgsduos. Gemeinsam habe man sich mit den Spielen gegen die Großen des internationalen Fußballs Träume erfüllt, meinte Allofs.

Der Traum ist jedoch längst vorbei, zurück bleibt Schaaf. Ohne Allofs. „Thomas kann das auch alleine“, prophezeite der Nestfflüchtling seinem Freund. Der hatte am Sonntag auf der Fahrt nach Zwolle (wir berichteten) detailliert von Allofs‘ Absichten erfahren. „Er war sehr traurig. Aber seine Reaktion war nicht, die Koffer zu packen und mitzukommen“, erzählte Allofs, der sich bei dem Werder-Trainer sogar entschuldigen musste: „Im vergangenen Jahr hatte ich großen Einfluss, dass er seinen Vertrag (bis 2014, d. Red.) verlängert hat. Deshalb war es schwierig, ihm die Nachricht beizubringen.“

Schaaf hat es hingenommen und – wie auch Lemke – keinen Versuch der Überredung gestartet. Was auch zwecklos gewesen wäre, so Allofs: „Er kennt mich gut und weiß, was los ist, wenn ich das an ihn herantrage. Wahrscheinlich hätte nur meine Frau es geschafft, mich zu überreden.“

Aber vielleicht überredet bald Allofs Schaaf. Den Werder-Coach nach Wolfsburg zu lotsen, steht zwar nicht auf seiner Wolfsburg-Agenda („Ich habe keinen Auftrag das zu tun“, so Allofs), aber „für alle Zeit ausschließen“ wollte er die Möglichkeit auch nicht: „Ich kann nicht sagen, was irgendwann mal sein wird.“

Ob das ehrlicher war, als seine Aussagen vom Wochenende? Als die Meldungen um den bevorstehenden Wechsel aufgekommen waren, hatte Allofs am Rande der Partie bei Schalke 04 alles dementiert und verschleiert. Ein falsches Spiel, wie jetzt klar ist. Allofs erklärte: „Ich konnte es vor dem Spiel nicht so formulieren, dass es eine große Wahrscheinlichkeit auf einen Wechsel gibt. Ich musste die Mannschaft schützen.“ Die Situation sei „ganz schwierig gewesen, da verbal zu dribbeln. Es wurde immer härter nachgefragt, und lügen wollte ich nicht. Die Wahrheit sagen durfte ich nicht. Ich bitte um Verständnis.“

csa

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