Entspannter Abstiegskampf: „Wollen gewinnen, müssen aber nicht“

Keine Bange vor Bayer: Dutt versucht es ohne Druck

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Oft trat Werder in der Hinrunde auf der Stelle oder rannte gar hinterher, wie Clemens Fritz (links) einräumt. Heute ein Sieg gegen Leverkusen – und vieles sähe vor dem Fest wieder „heller“ aus, meint Sportchef Thomas Eichin. ·

Bremen - Ein „Jetzt erst recht“ hört sich anders an: Am Ende eines „Jahres mit viel Leid“, wie Robin Dutt Werders vergangene zwölf Monate zusammenfasste, sollte auch heute zum Hinrunden-Kehraus „kein Fan erwarten, dass wir in irgendeiner Form schön spielen“.

Auch sonst wollte der Trainer vor dem Heimspiel ab 15.30 Uhr gegen den Bundesliga-Zweiten Bayer Leverkusen seiner Mannschaft jeglichen Druck nehmen: „Wir haben schon das Gefühl, dass wir gewinnen wollen, aber ich will nicht ,müssen‘ sagen.“

Das klingt mitten im Abstiegskampf bemerkenswert entspannt. Ebenfalls recht relaxt wirkte Sportchef Thomas Eichin gestern Nachmittag nach der Rückkehr von seiner Dienstreise („Wo ich war, verrate ich lieber nicht“). Sein Ziel für heute nannte er hingegen ohne Umschweife: „Wir spielen zu Hause, und wir spielen, um zu gewinnen!“ Allerdings räumt er ein, „dass wir dafür schon eine sehr gute Leistung abrufen müssen. Es wird ein Kraftakt.“ Aber einer, der mehr wert sein könnte als nur drei Punkte: „Danach würde vieles wieder heller aussehen“, weiß der Ex-Profi.

Auch Dutt fände es „sehr schön, mit einem Sieg gegen einen Favoriten in die Weihnachtspause zu gehen“, doch vorsichtshalber stellt der 48-Jährige schon mal klar, dass das Ergebnis gegen die Werkself „keine Auswirkungen auf den Entwicklungsplan hat, den wir uns für die Rückrunde zurechtgelegt haben“. Und dieser Plan hat es in sich, wie Dutt in seinem Zwischenfazit andeutet: „In der Defensive hatte ich nie einen richtigen Zufriedenheitsgrad“, moniert der Chefcoach, „auch nicht bei den Zu-Null-Spielen“.

Clemens Fritz kann die Kritik an der Abwehr nachvollziehen: „Wir brauchen nichts zu beschönigen“, sagt der Rechtsverteidiger: „Wir wissen selber, dass wir nicht das geholt haben, was wir uns ausgemalt haben. Da rennen wir hinterher.“

Gar einen „sehr hohen Unzufriedenheitsgrad“ verspürte Dutt zunächst mit Blick auf die Offensive. „Aber je länger die Saison ging, desto zufriedener war ich.“ Inzwischen „sind wir so weit vorangeschritten, dass es an der Anzahl der Torchancen alles andere als hapert – das müsste locker reichen, um deutlich woanders zu stehen.“

Am besten gleich schon heute Nachmittag. Doch Dutt ahnt, wie schwer es gegen seinen Ex-Club mit seiner „hervorragenden Umschaltmannschaft“ und der „hohen Ballbesitz-Qualität“ wird. Gleichzeitig reizen ihn die „emotionalen Gesichtspunkte“ eines möglichen Triumphs. Es wäre ein „kleines Trostpflaster“ für Verein und Fans, zudem könnte Werder „den einen oder anderen in der Tabelle hinter sich lassen“. Ähnlich formuliert es Clemens Fritz, der sich „wenigstens mit einem positiven Gefühl in die Winterpause verabschieden und vielleicht noch ein bisschen mehr Abstand zwischen uns und die Abstiegsränge bringen“ will.

Dafür braucht es laut Dutt vor allem „Effektivität, gepaart mit Leidenschaft“. Eintracht Frankfurt habe da mit dem 1:0-Sieg in Leverkusen vor einer Woche das beste Beispiel abgeliefert: „Gegen Spitzenmannschaften muss man mit großer Mentalität spielen und alles in die Waagschale werfen. Frankfurt hat sehr gut verteidigt und Beton angerührt.“

Einer, der den Mörtel kräftig mit anmischen soll, lechzt förmlich nach einem derartigen Erfolgserlebnis: „Es wäre großartig, gegen Leverkusen zu gewinnen“, sagt Linksverteidiger Santiago Garcia: „Wir können dann entspannter in die Ferien gehen.“

Und entspannen sollten die Profis – denn Anfang Januar erwartet sie Dutt mit dem Entwicklungsplan der Rückrunde, die es ohnehin in sich hat. · ck

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