Raphael Wolf fühlt sich immer wohler

Keine Angst vor weiterer Torflut

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Raphael Wolf greift auch im Training durch, was in diesem Fall Sebastian Prödl zu spüren bekommt. 

Bremen - Torhüter sind schon eine ganz besondere Spezies. Irgendwie sind sie dann doch Individualisten innerhalb einer Mannschaft, denn sie stehen ja ganz allein zwischen den Pfosten – und ein Fehlgriff von ihnen kann über Sieg und Niederlage entscheiden.

Das ist eine Menge Macht, aber eben auch eine Menge Druck. Und da muss man schon besonders gestrickt sein, um damit im rauen Ligaalltag umgehen zu können. Vielleicht liegt es daran, dass vielen Torhütern der Ruf vorauseilt, sie seien ein wenig verrückt. Oliver Kahn hat mal gesagt: „Das einzige Tier bei uns zu Hause bin ich“ und stets betont, dass er kein Problem damit habe, „der Arsch zu sein“.

Raphael Wolf ist nicht wie Oliver Kahn, der Werder-Keeper ist ein richtig netter Kerl. Er rastet nicht aus auf dem Platz, klopft keine großen Sprüche. Ob ihn das zu einem schlechteren oder gar besseren Torhüter macht, sei dahingestellt. Doch mit seinen 25 Jahren gehört Wolf zu einer Generation von Schlussmännern, die sich nicht mehr als extrovertierte Selbstdarsteller verstehen. Wie Hannovers Ron-Robert Zieler, wie Oliver Baumann aus Freiburg oder allen voran Nationalkeeper Manuel Neuer.

„Ich versuche, mir bei jedem etwas abzuschauen“, sagt Wolf vor dem Heimspiel am Samstag gegen Hoffenheim: „Von jedem kann man etwas lernen – auch, wie man es nicht machen sollte.“ Damals gegen die TSG hatte seine Bundesligakarriere ihren Anfang genommen. Seit nunmehr 17 Partien ist Wolf Werders Nummer eins und noch mittendrin im Lernprozess. 35 Gegentore kassierte er in dieser Zeit bereits, allein 13 in seinen ersten drei Partien. Vier Treffer davon beim 4:4 damals in Hoffenheim. Manchen Youngster hätte diese gewaltige Torflut vielleicht umgerissen, doch Wolf ist selbstbewusst genug, zu wissen, dass die meisten Treffer nicht auf seine Kappe gingen. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich wieder auf die Bank zurück muss. Das habe ich bis heute nicht“, behauptet er.

Werder plant mit ihm als Nummer eins, auch für die neue Saison, und das Vertrauen stärkt ihn: „Ich fühle mich von Spiel zu Spiel wohler und ziehe gesundes Selbstvertrauen daraus. Die Gegentore werfen mich nicht um.“ Angst habe er nicht, das betont Wolf immer wieder. Nicht vor Hoffenheims Tormaschine, nicht vor dem Abstieg: „Wir können den Sack am Samstag zumachen und sind heiß auf dieses intensive Spiel.“

Die Mannschaft habe nach der Mainz-Pleite akribisch im Training gearbeitet, und er versuche ohnehin stetig, seine Schwächen auszumerzen. „Es gibt keinen Bereich, von dem ich sage: Da bin ich eine komplette Null“, meinte Wolf. Als halber Kahn geht dieser Spruch schon durch. · phi

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