Allofs‘ „Wiesenhof-Bedenken“ zerstreut

„Keine Angst“ vor weiteren Protesten

„Es kann sein, dass weiter protestiert wird“, meint Allofs, „aber davor haben wir keine Angst.“

Bremen - Heute Mittag wird es so richtig offiziell. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellt Werder seinen neuen, umstrittenen Hauptsponsor „Wiesenhof“ vor – und wird den Deal erneut verteidigen.

Wie am Samstagabend nach dem Spiel gegen Aston Villa. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter der Entscheidung“, betonte Sportchef Klaus Allofs. Viele Werder-Fans nicht. Sie sehen den Geflügelfabrikanten – dem unter anderem nicht artgerechte Tierhaltung vorgeworfen wird – kritisch und wollen ihn nicht auf den Bremer Trikots haben. Im Internet gab und gibt es massiven Widerstand, zahlreiche Klagen und Schimpftiraden – einige drohten mit der Rückgabe ihrer Dauerkarte oder gar dem Vereinsaustritt. „Das wäre bitterschade, das wollen wir nicht“, sagte Allofs, der „überrascht“ war, „wie sehr man im Internet auf einen Zug aufgesprungen ist, obwohl man sich vielleicht nicht umfassend informiert hat.“

Er selbst habe dies getan – und damit anfängliche Bedenken, die auch er hatte, zerstreut. „Ich hatte ein Bild, ohne in die Tiefe zu gehen. Aber wir waren draußen in den Ställen – jetzt habe ich eine andere Meinung“, erklärte Allofs: „Ich bin beruhigt. Aber natürlich kann man noch Dinge verbessern – und ich denke, das wird durch die Zusammenarbeit geschehen.“

Werder gibt sich seit Tagen alle Mühe, „Wiesenhof“ als guten, transparenten Partner darzustellen und steht Kritikern „für sachliche Diskussionen zur Verfügung“, wie Allofs sagte. Aber das dürfte kaum reichen, um die Zweifel zu zerstreuen. „Es kann sein, dass weiter protestiert wird“, meint Allofs, „aber davor haben wir keine Angst.“

Am Samstag hatten nur wenige ihren Unmut auch in der Öffentlichkeit geäußert. Beim „Tag der Fans“ demonstrierten rund 50 „Wiesenhof“-Gegner und mehrere Aktivisten der Tierschutzorganisation „Peta“ mit Plakaten und einem Banner. Beim Bühnen-Talk mit den drei Bremer Geschäftsführern Allofs, Klaus Filbry und Klaus Dieter-Fischer gab es zwar Pfiffe, Buh- und Zwischenrufe – danach ebbten die Proteste gegen den neuen Sponsor aber immer mehr ab. · mr

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