„Natürlich würde ich gerne in Bremen bleiben“ / DFB entscheidet erst heute

Kein Urteil – dafür macht Pizarro Werder Hoffnung

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Gespannt, aber noch gut gelaunt: Claudio Pizarro hofft weiterhin auf einen Freispruch im Backpfeifen-Fall.

Bremen - „Gibt es schon eine Entscheidung?“, fragte Claudio Pizarro, als er gestern Nachmittag aus der Werder-Kabine kam. Doch der DFB-Kontrollausschuss hatte noch kein Urteil verkündet und tat das in den Stunden danach auch nicht mehr.

Pizarro, dem nach seiner Ohrfeige gegen Hannovers Emanuel Pogatetz eine mehrwöchige Sperre droht, war da – wenn auch bei einem anderen Thema – auskunftsfreudiger und machte seinem Club und den Fans Hoffnung: „Natürlich würde ich gerne in Bremen bleiben.“

Die Fakten sind mittlerweile bekannt: Bis zum 30. März besteht für den Verein und den Spieler die Möglichkeit, den bis Sommer 2013 laufenden Vertrag zu kündigen. Werder hat längst erklärt, von dieser Option keinen Gebrauch zu machen. Clubchef Klaus Allofs würde den Kontrakt sogar gerne um ein oder auch zwei Jahre verlängern. „Ich habe davon gehört“, sagte Pizarro gestern: „Aber ich habe noch kein Angebot gesehen. Wir müssen uns noch unterhalten.“

Obwohl es schon Mitte März ist, wirkte der 33-Jährige dabei recht entspannt. Dabei steht einiges auf dem Spiel. Denn nur nach einer Kündigung könnte der Peruaner Werder im Sommer ablösefrei verlassen und dadurch bei einem anderen Club noch einmal richtig Kasse machen. „Wenn ein unmoralisches Angebot aus einem exotischen Land kommt, haben wir keine Chance“, hatte Allofs unlängst prognostiziert. Doch zumindest diese Sorge ist unberechtigt. „So ein Wechsel kommt für mich nicht in Frage“, stellte Pizarro klar: „Mein großes Ziel ist die WM 2014 in Brasilien. Deshalb muss ich in den nächsten beiden Jahren topfit sein. Das geht aber in Katar oder so nicht. Deshalb werde ich nur in einer der vier Topligen spielen – also Deutschland, England, Italien oder Spanien.“

Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Dass Werder dabei gute Karten besitzt, daraus macht der Peruaner keinen Hehl: „Ich fühle mich in Bremen wohl.“ Und es stört ihn auch nicht, dass seine Teamkollegen in dieser Saison ziemlich jung und unerfahren geworden sind: „Das macht doch Spaß.“ Wenngleich er sich für die kommende Saison schon die eine oder andere Verstärkung wünscht: „Ich denke mal, dass der Verein im Sommer etwas machen wird.“

Das hängt natürlich auch vom Abschneiden in der aktuellen Spielzeit ab. Gelingt der Sprung in die Europa League, ist der finanzielle Spielraum wieder etwas größer. Deshalb wäre es auch extrem bitter, wenn Werders bester Torschütze (16 Treffer) heute vom DFB nachträglich gesperrt wird. Bis zu sechs Spiele sind möglich, drei Partien wohl wahrscheinlich. „Ich hoffe auf einen Freispruch“, machte sich Pizarro gestern noch Mut, wenngleich er sich von den Ermittlungen nicht wirklich überrascht zeigte: „Die Szene sieht im Fernsehen blöde aus. Aber ich habe das wirklich nicht gewollt, das war keine Absicht.“

Bleibt noch die leise Hoffnung, dass es sich doch um eine Tatsachenentscheidung handelt. Schiedsrichter Christian Dingert hat zwar dem DFB-Kontrollausschuss berichtet, die Ohrfeige nicht gesehen zu haben, aber die Szene hatte er sehr wohl bewertet, indem er Pizarro und Pogatetz anschließend ermahnt hatte. Auch deshalb will Werder um seine „Lebensversicherung“ kämpfen – möglicherweise auch mit einem Einspruch gegen eine Sperre. Und dann müsste Pizarro sogar bis Freitag auf eine Entscheidung im Backpfeifen-Fall warten. · kni

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