Werder-Duo will in Mainz nicht aus der Startelf fliegen – und der Club nicht abstürzen

Kein Platz ist mehr sicher

Könnte nach seinem Patzer in Augsburg heute auf der Bank sitzen: Andreas Wolf

Bremen - Da sind es die ersten sechs, dort die ersten elf Plätze, die so begehrt sind. Beim SV Werder Bremen wird gerade ganz besonders gekämpft – um eine Eintrittskarte für das internationale Geschäft und ein Ticket für die Startformation. Nach drei Spielen ohne Sieg ist (fast) kein Platz mehr sicher.

Marko Marin und Andreas Wolf könnten heute Abend beim FSV Mainz (18.30 Uhr) auf die Bank rutschen und der Club anschließend aus der Euro-Zone fliegen. Die Krise wäre in Bremen angekommen, die Erinnerung an die katastrophale Vorsaison wieder hellwach.

Doch da widerspricht Werder-Coach Thomas Schaaf schon jetzt vehement: „Von der letzten Saison sind wir weit entfernt. Wir müssen das Gerüst nur auf noch stabilere Beine stellen.“ Dazu hat der 50-Jährige einen – wie passend – Drei-Punkte-Plan vorgelegt: „Erstens: Wir müssen mehr zum Abschluss kommen. Zweitens: Wir müssen unsere Chancen besser nutzen. Drittens: Wir dürfen dem Gegner den Weg nicht so einfach frei machen.“ Klingt so herrlich einfach, ist aber so fürchterlich schwierig.

Vor allem, wenn nicht alle Spieler in Topform sind. Zum Beispiel Andreas Wolf, der beim 1:1 in Augsburg böse patzte. Der Ex-Nürnberger hatte sich in der Innenverteidigung nur knapp gegen Kollege Sebastian Prödl durchgesetzt und muss nun um seinen Stammplatz zittern. „Der Unterschied zwischen den beiden ist nicht so groß“, sagt Schaaf und macht es spannend: „Wir werden sehen, welches Gefühl wir vor dem Mainz-Spiel haben.“

Brennpunkt Nummer zwei im Team ist die Spielmacher-Position. Marko Marin darf sich seit Wochen dort versuchen, doch zuletzt outete sich der Dribbelkünstler immer häufiger als Nicht-Zehner. Auch wenn er es anders sieht: „Sicher, das letzte Spiel in Augsburg war nicht so gut von mir. Aber davor war ich gut drauf, und nach einem schlechten Spiel davon zu sprechen, ich sei außer Form, das ist doch total übertrieben.“ Trotzdem ist Marin heute ein Wackelkandidat. Mehmet Ekici, eingekauft als Leiter der Kreativzentrale, darf auf einen Startplatz hoffen. Beim Abschlusstraining verzichtete Schaaf in der A-Formation, die aus neun Akteuren bestand, ausgerechnet auf einen Spielmacher, steckte Marin und Ekici ins andere Team. Gleiches Spielchen auch bei Wolf und Prödl. Damit heizte Schaaf den Kampf um die Plätze im Team noch mal an.

Und Werder-Boss Klaus Allofs machte den Profis zudem in Sachen Tabellenplätze noch Feuer: „Wir dürfen nicht zu viel an Boden verlieren, wir müssen punkten, am besten dreifach.“ · kni

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