Dutt sieht im Mittelfeld „keinen Anlass, Wechsel vorzunehmen“

Kein Platz für Ekici: „Memo“ muss weiter zuschauen

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Die Ersatzbank – seit vier Spielen der Stammplatz von Mehmet Ekici. Und Robin Dutt macht ihm derzeit wenig Hoffnung, dass sich daran so bald etwas ändern könnte.

Bremen - Was war das für ein Gefühl für Mehmet Ekici! Nach seinem ersten Saisontor und dem ersten Treffer im Weserstadion überhaupt lagen ihm die Werder-Fans zu Füßen, feierten ihn beim 1:0 gegen Augsburg als Matchwinner.

Heute, kaum drei Monate später, findet sich „Memo“ in alte oder sogar in noch schlechtere Zeiten zurückversetzt. In seinen zwei ersten Werder-Jahren unter Thomas Schaaf kam er nur zu 27 Teilzeit- und drei Vollzeiteinsätzen, inzwischen hat Bremens neuer Chefcoach Robin Dutt gar keinen Platz mehr für ihn: „Die Jungs auf seinen Positionen geben mir keinen Anlass, einen Wechsel vorzunehmen.“ Damit stellt Dutt dem 23-Jährigen ein ernüchterndes Zeugnis aus.

Seit seinem Wechsel an die Weser im Sommer 2011 schafft es der Fünf-Millionen-Euro-Einkauf einfach nicht, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Chancen dazu hatte er sowohl unter Schaaf als auch nun bei Dutt zur Genüge, doch der als Hoffnungsträger fürs Mittelfeld geholte Türke nutzte sie nicht. Und „momentan“, sagt Dutt, „habe ich im Mittelfeld ein paar Spieler, auf die ich ungern verzichten würde“. Bitter für Ekici: „Diese Jungs spielen obendrein noch auf seinen möglichen Positionen – das macht es schwieriger für ihn.“ Als Beispiele nennt der 48-Jährige die Rolle des „Zehners“ – „da kommt er an Aaron Hunt nicht vorbei.“ Weiter hinten in der „Doppel-Sechs“ nennt Dutt ebenso unverblümt seine aktuellen Favoriten: „Gegen Cedric Makiadi und Felix Kroos wird es für ihn ebenfalls nicht einfacher.“ Und wählt er die Variante mit nur einem „Sechser“ im defensiven Mittelfeld, käme wohl eher Kroos zum Zuge, sagt der Trainer, der sich nun selbst in einem Dilemma sieht: Dass Ekici nämlich die letzten vier Bundesliga-Partien auf der Bank blieb und keine Eigenwerbung betreiben konnte, „macht es für mich schwer, die Sache zu ändern, weil er eben nicht eine Minute gespielt hat“, verdeutlicht Dutt.

Der Betroffene selbst will momentan nichts zu seiner Situation sagen. „Aber er ist grundsätzlich ein positiver Typ“, umschreibt Dutt die Art, wie der 23-Jährige damit umgeht. Gleichwohl räumt der Coach ein: „Es ist normal, wenn sich ein junger Spieler so seine Gedanken macht.“

Es dürften Gedanken um die Zukunft sein. Schließlich besteht die Gegenwart für Mehmet Ekici aktuell nur aus den Trainingseinheiten am Weserstadion – auch während der jetzt angebrochenen Länderspielwochen. Denn in der Nationalmannschaft spielt er als Reservist seines Clubs nun ebenfalls keine Rolle mehr. Zuletzt lief er Ende Mai gegen Lettland für die Türkei auf.

Bis Sommer 2015 hat Mehmet Ekici noch einen Vertrag bei Werder. Erfüllt er ihn? Oder bahnt sich ein Wechsel an, wenn der nächste Club sein Interesse äußert? Festzustehen scheint bisher nur: In Werders Startelf kehrt „Memo“ wohl erst dann zurück, wenn einer seiner Konkurrenten ausfällt. ck

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