„Er ist ja kein Anfänger“

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Dreimaliger tunesischer Nationalspieler, Kapitän der U 21 seines Landes – aber hat Aymen Abdennour auch die Qualität für Werder Bremen und die Bundesliga?

Bremen (csa) - Als er aus der Kabine kommt, ist niemand da, der ihn abholt. Kein Manager, der ihn empfängt, kein Betreuer, der ihn leitet.

Aymen Abdennour scheint verwirrt, die dunklen Augen blicken ratlos nach rechts und links. Wohin? Rechts herum geht nicht – Baustelle. Links ist sowieso besser, denn in der Richtung liegt das Büro von Klaus Allofs. Und in dem könnte demnächst die Zukunft des 20 Jahre alten Linksverteidigers aus Tunesien geklärt werden. Abdennour absolviert n Oft beobachtet, n jetzt testen derzeit ein einwöchiges Probetraining bei Werder Bremen – dass mehr daraus wird, ist nicht ausgeschlossen.

Geschäftsführer Allofs bezeichnet es als „eine außergewöhnliche Sache“, dass das Talent des tunesischen Erstliga-Clubs Etoile Sportive Du Sahel außer der Reihe in Bremen getestet werden darf. „Er hat seinem Präsidenten wohl lange genug in den Ohren gelegen“, meint Allofs und berichtet von einer langen Vorlaufzeit: Schon im Sommer sollte sich der Spieler in Bremen vorstellen. Damals ging’s nicht, jetzt schon. Und das „Gastspiel“ in Bremen könnte die Ouvertüre für eine weitaus längere Zeit bei Werder sein. Abdennour wurde bereits mehrfach beobachtet, Videomaterial wurde gesichtet und ein Urteil gefällt, das immerhin so gut ausfiel, sich den Burschen mal genauer anzusehen. „Wir wollen ihn auch persönlich kennenlernen, um zu sehen, ob er hier reinpasst“, sagt Trainer Thomas Schaaf über den Außenverteidiger. Natürlich sei das Sportliche entscheidend, aber in diesem Punkt hat Aymen Abdennour bereits aus der Ferne einen guten Eindruck gemacht. Sonst hätte Werder ihn kaum eingeladen. „Er ist ja kein Anfänger“, sagt Klaus Allofs über den Kapitän der tunesischen U 21-Nationalmannschaft und dreimaligen A-Nationalspieler: „In seinem Land ist er bereits eine feste Größe“.

Nun will er es auch in Deutschland, in der Bundesliga werden. Am liebsten bei Werder. „Es gibt auch einen anderen interessierten Club, aber ich will nach Bremen“, teilt er im Gespräch mit. Grund: Ein Bekannter lebt seit Jahren ganz in der Nähe des Weserstadions und trug bei seinen Besuchen in der tunesischen Heimat stets ein Werder-Shirt. Abdennour: „Ich war erst 14 oder 15 Jahre alt und wusste, dass ich mal nach Bremen möchte.“

Schöne Geschichte. Doch noch ist es nicht soweit. Erstmal muss Werder von ihm tatsächlich überzeugt sein, dann müssten vertragliche Dinge geklärt werden. In Tunesien läuft sein Kontrakt angeblich noch bis 2014, seinen Marktwert schätzt transfermarkt.de dennoch nur auf 800 000 Euro. Kaufen oder ausleihen – diese Optionen gäbe es. Klaus Allofs lässt sich nicht entlocken, welche Gedankenspiele es gibt. Nur soviel sagt er: Dass erst Ladenhüter Dusko Tosic abgegeben wird, bevor ein neuer Linksverteidiger geholt werden kann, sei kein Muss: „Wenn man von einem Spieler überzeugt ist, dass er einem weiterhelfen kann, ist eine Verpflichtung nicht von einem Verkauf abhängig.“

Aymen Abdennour scheint sich ziemlich sicher zu sein, dass er Werder überzeugen wird – oder bereits überzeugt hat. Er sieht „eine gute Chance“ auf einen Vertrag und verspricht (noch auf englisch): „Ich werde schnell Deutsch lernen.“ Dann geht er. Unerkannt an Autogrammjägern vorbei Richtung Geschäftsstelle. Dort, wo vielleicht demnächst ein Wechsel vorbereitet wird.

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