„Wir haben keine Probleme untereinander“ / Wiese findet freien Montag „ganz wichtig“

Kapitän Fritz verteidigt sein Team

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Der Mannschaftskreis vor Spielen – wie hier gegen Mainz – ist nicht nur Show: Bei Werder ist der Teamgeist intakt, versichert Kapitän Clemens Fritz.

Bremen - Wird beim SV Werder jetzt alles so schlimm wie in der vergangenen Saison? Damals waren sich so manche Spieler nicht grün, von einer Einheit konnte lange Zeit keine Rede sein – und so ging‘s in der Tabelle abwärts. So wie jetzt auch.

Werder ist nur noch Achter, damit nicht mehr in der Euro-Zone – und deshalb schimpfte Sokratis am Sonntag: „Wir sind keine Mannschaft.“ Ein harter Vorwurf, den Clemens Fritz so nicht stehen lassen kann. „Wir haben keine Probleme untereinander, es gibt auch keine Grüppchenbildung“, versichert der Kapitän und gibt sich kämpferisch: „Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir die Qualifikation zur Europa League schaffen.“

Lesen Sie dazu auch: Sokratis: „Wir sind keine Mannschaft“

Fritz als Mutmacher und Feuerwehrmann. Den Brand, den Sokratis mit seinen kritischen Aussagen („Wenn nur acht, neun Spieler kämpfen . . .“) gelegt hat, löscht er allerdings auf die sanfte Tour, um den Kollegen nicht zu verbrennen. „Sokratis war nach der Niederlage gegen Mainz ziemlich enttäuscht. Da sagt man so etwas schon mal“, nimmt Fritz den Griechen in Schutz: „Er meinte bestimmt nicht, dass wir Querulanten in der Mannschaft haben, sondern, dass wir noch mehr ein Für- und Miteinander auf dem Platz demonstrieren müssen.“ So wie in vielen Spielen der Hinrunde und bei den beiden Rückrunden-Siegen gegen Hamburg und Hannover. „Wir haben doch gezeigt, dass wir es können“, sagt Fritz: „Wir betreiben immer noch einen unheimlich großen Aufwand, aber wir sind in entscheidenden Situationen zu brav.“

Weil die Mannschaft zu viele junge Spieler hat und zu wenige, die das Heft in die Hand nehmen, wie es Sokratis kritisch angemerkt hatte? „Jeder muss sich der Verantwortung stellen, ob er 19 oder 30 ist“, antwortet Fritz. Er kann die Altersdiskussion nicht mehr hören.

Kurzfristig lässt sich personell ohnehin nicht viel ändern. Die gerade erst gekürzte Verletztenliste ist durch die Muskelfaserrisse von Naldo und Philipp Bargfrede wieder auf Bremer „Normalmaß“ verlängert worden. „So viel Pech gibt es einfach nicht. Das kann keine Mannschaft verkraften. Aber wir müssen diese Pille jetzt schlucken“, fordert Fritz. Eine vernünftige Erklärung für die vielen Ausfälle hat der 31-Jährige ebensowenig wie Tim Wiese, der scherzhaft anmerkt: „Vielleicht liegt es ja an der Bremer Luft.“ An falsche Ernährung, Fehler in der medizinischen Abteilung, im Reha-Bereich oder beim Training glaubt der Keeper nicht: „Da sind doch überall Profis am Werk, die ihre Sache super machen.“

Absolut vernünftig sei der freie Montag, betonen Wiese und Fritz. Trotz der blamablen Heimpleite hatte Trainer Thomas Schaaf den normalen Ablauf nicht verändert – zur Verwunderung von Fans und Journalisten. „Wir sind so viel und lange zusammen. Da ist es auch mal gut, die Tür hinter sich zuzumachen und durchzuatmen, um dann hochmotiviert die neue Woche anzugehen“, sagt Fritz und fügt noch an: „Außerdem heißt frei auch nicht ganz frei. Ich war im Weserstadion und habe da einige Kollegen getroffen, die für sich was gemacht haben oder behandelt wurden.“ Auch Wiese verteidigt die Freizeitmaßnahme des Trainers: „Gerade für die jungen Spieler ist es wichtig, dass sie mal Ruhe haben. Auf die prasselt gerade so viel ein. Thomas Schaaf hat da ein gutes Händchen, der wird das mit seiner Erfahrung schon richtig machen. Außerdem ist dafür am Dienstag zweimal Training.“

Werder muss auch gut vorbereitet sein, denn auf der Zielgeraden der Saison stehen große Hindernisse – vermeintlich größere als für alle anderen Euro-League-Konkurrenten. Doch Fritz will positiv denken: „Vielleicht tut es uns ganz gut, dass wir gegen viele Mannschaften von oben spielen, die stellen sich nicht nur hinten rein.“ · kni

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