Das Ausscheiden aus der Champions League erschwert die Verhandlungen

Kann Allofs Abwehrstar Mertesacker noch halten?

Damit Per Mertesacker (re.) seinen Vertrag verlängert, wird mehr als ein Handschlag von Sportchef Klaus Allofs (li.) nötig sein.

Von Arne Flügge · Der FC Bayern soll nicht abgeneigt sein, der FC Arsenal hat bereits Interesse signalisiert: Per Mertesacker ist ein gefragter Mann.

Vertraglich ist der Abwehrriese zwar noch bis zum 30. Juni 2012 an Werder gebunden: Doch können die Bremer ihren Nationalverteidiger halten, nachdem sie aus dem internationalen Geschäft ausgeschieden sind und – so sieht’s momentan jedenfalls aus – auch in der kommenden Saison nicht auf der europäischen Bühne stehen?

„Wir haben großes Interesse daran, dass die Zusammenarbeit mit Per weitergeht“, kündigte Werder-Boss Klaus Allofs gestern an, den Vertrag mit dem 26-Jährigen unbedingt verlängern zu wollen: „Per ist aufgrund seiner Position als Innenverteidiger, seines Ansehens innerhalb der Mannschaft, seiner großen internationalen Erfahrung und seiner Persönlichkeit ein sehr wichtiger Spieler für uns. Es wäre toll, wenn er auch in den kommenden Jahren eine feste Größe in der Werder-Mannschaft sein könnte.“

Allofs weiß aber auch, dass es ohne internationalen Wettbewerb schwer wird, seinen Star zu halten. Und er weiß auch, dass die Konkurrenz nicht schläft. Doch in Panik verfällt der 54-Jährige deshalb nicht. „Dass Interesse anderer Clubs – auch aus dem Ausland – besteht, das ist doch normal“, meinte Allofs, „doch Per macht den Eindruck, dass er sich bei uns sehr wohlfühlt“, mutmaßt Allofs. Eine Vertragsverlängerung mit dem Nationalspieler „ist also keine Geschichte, die unmöglich erscheint“.

Mertesacker hat immer wieder betont, mit seinem Club international spielen zu wollen. Was Allofs verstehen kann, er sagt aber auch: „Die Spieler selbst müssen auch alles dafür tun, um mit ihren Kollegen einen internationalen Startplatz zu erreichen.“

Allofs ist der festen Überzeugung, dass die Bremer das Ziel noch in dieser Saison erreichen können. „Ich glaube daran, auch wenn der Abgesang von einigen schon angestimmt wird“, meinte der Bremer Sportchef. Das Ausscheiden aus der Champions League und der aktuelle Tabellenstand in der Bundesliga sprechen derzeit aber eine andere Sprache. Kein guter Zeitpunkt also, um Verträge mit Stars verlängern zu können. Und auch kein guter Zeitpunkt, um neue Spieler an die Weser zu locken. Das weiß auch Allofs. „Natürlich ist es immer ein gutes Argument, Spielern zu sagen: Hier kannst du dich international beweisen“, räumte der Vorsitzende der Geschäftsführung sein, „doch wir konnten bislang häufig Spielern nur Aussichten vermitteln. Denn als wir in Verhandlungen waren, stand häufig noch gar nicht fest, ob wir international dabei sind. Das hat sich oft sehr spät entschieden.“

Ob die Bremer sich in der anstehenden Winterpause personell verstärken wollen, hängt in erster Linie davon ab, wie schnell die dauerverletzten Spieler wie Naldo, Sebastian Boenisch oder auch Wesley wieder zurückkommen. Zudem muss die Personalie Hugo Almeida geklärt werden. Bleibt er noch bis zum Sommer und geht dann ablösefrei? Verlässt er die Bremer noch im Winter? Oder verlängert er gar seinen Vertrag? In seinen Aussagen dazu hüpfte der Portugiese bislang hin und her wie ein Floh von einem Hund zum anderen. Ende offen.

Per Mertesacker jedenfalls beschäftigt sich momentan nicht mit seiner Vertragssituation. „Meine Konzentration liegt ganz klar auf der Saison. Jeder weiß, dass ich mich in Bremen sehr wohlfühle und mir eine Vertragsverlängerung vorstellen könnte“, sagte „Merte“ gestern Abend in der Sendung „sportblitz“, aber bis 2012 sei noch viel Zeit und es könne eine Menge passieren. Viel wichtiger als seine Person ist dem Bremer Vizekapitän, den havarierten Kahn „Werder“ endlich wieder flott zu bekommen. Und der Abwehrspieler sieht seine Mannschaft nach drei Spielen ohne Gegentor, darunter zwei Siege, auf einem guten Weg. Besonders die teilweise schon sehr deutliche Rückkehr zur spielerischen Leichtigkeit, wie gegen Inter Mailand gezeigt, macht „Merte“ Mut: „Das war ein wichtiges Signal für die Zukunft, wir haben noch einmal viel Selbstvertrauen getankt. Ich hoffe, dass uns dieser Sieg jetzt einen Push für die Liga gibt.“ Schafft Werder das, erledigt sich die Frage nach seiner sportlichen Zukunft ja vielleicht von alleine . . .

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