Naldo, Lukimya, Prödl, Sokratis und Co.

Der Kampf der „Kleeblätter“

+
Naldo erwartet in der Innenverteidigung den „größten Konkurrenzkampf seit Jahren“

Zell am Ziller · Unter den Glücksbringern ist ein vierblättriges Kleeblatt der Klassiker. Wer eines findet, dem kann nichts passieren. Glaubt man, meint man. Werder Bremen hat auch so ein Kleeblatt – in der Innenverteidigung, die mit vier gut- bis hochklassigen Spielern so opulent besetzt ist, dass sie mithin schon als Bremer Luxus-Zone beschrieben wird.

„Das ist in der Abwehr der größte Konkurrenzkampf seit Jahren“, bestätigt Naldo. Und er muss es wissen.

Seit 2005 stellt der Brasilianer im Bremer Auftrag gegnerische Stürmer kalt. Immer war er – wenn gesund – in dieser Zeit gesetzt. Doch sein Status ist in Gefahr. Der Grieche Sokratis gilt längst als Innenverteidiger Nummer eins, Sebastian Prödl will nach erfolgter Vertragsverlängerung bis 2015 endlich selbst in den Genuss eines Stammplatzes kommen und der ablösefrei von Fortuna Düsseldorf dazugeholte Assani Lukimya rechnet sich selbstbewusst ebenfalls Chancen auf einen der zwei Plätze im Zentrum der Viererkette aus. „In Düsseldorf habe ich gezeigt, dass ich zu Höherem fähig bin“, sagt er.

Bilder vom Abflug ins Trainingslager

Werder: Abflug ins Trainingslager im Zillertal

Für den 26-Jährigen ist die Herausforderung sicherlich noch am größten. Als Zweitligaspieler plötzlich Monumente wie Sokratis und Naldo herauszufordern, zeugt von Mut. Genau den fordert Thomas Schaaf auch von seinem Neuen. Er habe ein „super-offenes Gespräch“ mit dem Trainer gehabt, erzählt Lukimya. Seither weiß er, „dass hier keiner eine Stammplatzgarantie hat. Es liegt an mir, was ich erreiche. Ich rechne mir gute Chancen auf einen Stammplatz aus.“

Vielleicht steigen seine Aussichten sogar noch bis zum 31. August. Denn es ist keinesfalls garantiert, dass das Kleeblatt in dieser Form bis zum Transferschluss bestehen bleibt. An Sokratis, der nach seinem EM-Urlaub erst gestern zur Mannschaft stieß, soll nicht nur Juventus Turin gezupft haben. Und um Naldo ranken sich beständig Wechselgerüchte. Sein Vertrag läuft 2013 aus. Will Werder mit dem 29-Jährigen noch Kasse machen, dann jetzt. Naldo selbst scheint nicht abgeneigt zu sein. „Wenn andere Angebote kommen, muss man sehen, was dann ist. Aber erst mal bin ich mit dem Kopf nur bei Werder und der Vorbereitung auf die neue Saison“, sagt er. Einen Wechsel in die Heimat – wie noch im Winter von ihm erfolglos forciert – schließt er mittlerweile aber aus: „Ich gehe nicht nach Brasilien, das steht fest.“ Ein Transfer innerhalb Europas oder gar der Bundesliga ist aber nicht auszuschließen.

Ohne Naldo wäre der interne Wettbewerb um die Gunst des Trainers sicherlich entschärft, aber auch dann gilt noch, was Sebastian Prödl sagt: „Es wird spannend.“ Der Kampf um die Plätze ist entbrannt. „Jeder muss alles geben. Das ist gut so und freut mich, denn es zeigt, dass wir da noch stärker geworden sind“, meint Naldo, der im ersten Test gegen die Ostfriesland-Auswahl mit Prödl das Innenverteidiger-Duo gebildet hatte.

Lukimya kam erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz, darf sich aber schon nach kurzer Zeit über die Anerkennung seiner Konkurrenten freuen. „Er ist sehr gewillt, spielt kompromisslos. Ein guter Mann“, urteilt zum Beispiel Sebastian Prödl, der das eigene Dasein als erste Ergänzung beenden will. Erste Wahl will er sein. „Und wenn ich fit war, habe ich ja auch gezeigt, dass ich es drauf habe“, erklärt der Österreicher.

Übrigens: In Francois Affolter besitzt Werder sogar noch einen weiteren Innenverteidiger. Doch der Schweizer (bis Winter von Young Boys Bern ausgeliehen) ist nur das fünfte Rad am Wagen, darf deshalb bei Olympia für andere Vereine vorspielen. · csa/mr/kni

Trump stößt G7 in eine tiefe Krise

Trump stößt G7 in eine tiefe Krise

Piazzetta 2017 - Kunst bei bestem Sommerwetter

Piazzetta 2017 - Kunst bei bestem Sommerwetter

„Stelle di Notte“ an der Bassumer Freudenburg

„Stelle di Notte“ an der Bassumer Freudenburg

Open-Air-Sommerfestival am Weichelsee

Open-Air-Sommerfestival am Weichelsee

Meistgelesene Artikel

Franke auf dem Weg zu Werder?

Franke auf dem Weg zu Werder?

Wegen Caldirola – keine Chance für Ü 22-Kicker

Wegen Caldirola – keine Chance für Ü 22-Kicker

Entspannter Entscheider

Entspannter Entscheider

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Kommentare