Kaizer-Chiefs-Coach im DeichStube-Gespräch

Middendorp im Interview: „Glückwunsch, Werder, zu diesem Trainer“

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Trainer-Legende Ernst Middendorp im Gespräch mit der DeichStube.

Johannesburg – Er gehört längst zu den Weltenbummlern im Fußballgeschäft, hat schon in Thailand gearbeitet, auf Zypern, im Iran und in China – vor allem aber: immer wieder in Südafrika. Ernst Middendorp, den sie bei Arminia Bielefeld bis heute als Jahrhunderttrainer feiern, ist seit Mitte Dezember wieder für den südafrikanischen Erstligisten Kaizer Chiefs verantwortlich. Im Interview mit der „DeichStube“ spricht der 60-Jährige über das abgebrochene Testspiel gegen Werder, den Bremer Trainer Florian Kohfeldt – und eine ganz besondere Partie aus dem September 2007.

Herr Middendorp, dass Werder Bremen für sein Wintertrainingslager nach Johannesburg gekommen ist, muss für Sie als deutschen Trainer doch besonders schön sein, oder?

Ernst Middendorp: Das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Einen Bundesligaverein in Südafrika begrüßen zu können, ist nicht alltäglich, das ist fantastisch. Die Deutsche Fußball Liga hat ihre Bemühungen in diesem Bereich intensiviert. Das ist auch absolut notwendig. Hoffenheim war schon mal hier, Wolfsburg auch. Es gibt eine große Anhängerschaft der Bundesliga in Südafrika, auch wenn die Liga unglücklicherweise nicht mehr so stark auf den Bildschirmen vertreten ist. Hoffentlich kann man das ändern. Präsenz von deutschen Mannschaften wie Werder Bremen mit Testspielen gegen uns oder gegen Bidvest trägt jedenfalls dazu bei.

Das Testspiel Ihrer Kaizer Chiefs gegen Werder musste beim Stand von 1:0 für die Bremer wegen eines Gewitters abgebrochen werden. Was haben Sie für einen Eindruck von Werder gewonnen?

Middendorp: Es war der typische Auftritt einer Bundesliga-Mannschaft zu dem Zeitpunkt der Vorbereitung. Da darf man nicht naiv sein. Nach 50 Minuten gegen uns nur mit 1:0 zu führen, war sicherlich etwas, wo sich der Bremer Trainer mehr erwartet hatte. Auf der anderen Seite wird rund um solche Spiele viel trainiert. Dann spielt so eine Mannschaft eben nur im zweiten oder dritten Gang. Erst später hat Werder mal den dritten, vierten Gang eingelegt. Dann fiel auch das Tor, dann kamen auch mehr Möglichkeiten zustande.

In Deutschland wird Werders Trainer Florian Kohfeldt für seine Art, Fußball spielen zu lassen, viel gelobt. Wie beurteilen Sie seine Arbeit?

Middendorp: Es ist immer eine Herausforderung für einen jungen Trainer. Ich habe damals Ähnliches erlebt als ich in die Bundesliga gekommen bin (Middendorp führte Arminia Bielefeld 1996 ins Oberhaus, Anm. d. Red.). Ganz entscheidend ist die Rückendeckung, die man bei Werder für Florian Kohfeldt spürt. In den Gesprächen mit Marco Bode oder auch dem Management. Die Reputation, die der Trainer im Bereich Fachwissen und praktische Arbeit hat, ist schon sehr groß. Kohfeldt macht auf mich zudem einen sympathischen Eindruck. Manchmal erlebt man ja auch junge Trainer, die etwas abheben und unnahbar werden. Das habe ich vielleicht auch selber durchlebt (lacht). Bei Kohfeldt scheint das aber überhaupt nicht der Fall zu sein. Glückwunsch Werder Bremen zu diesem Trainer.

Zum Abschluss noch ein Blick in die Vergangenheit: Im September 2007 haben Sie mit Bielefeld mal 1:8 in Bremen verloren...

Middendorp: Ja, das war sicherlich keine glückliche Begegnung. Am Ende des Tages sind das aber Ergebnisse, die nicht ungewöhnlich sind. Ich erinnere mich auch an Spiele gegen Werder in Bielefeld, wo es am Ende deutlich zu Gunsten meiner Mannschaft ausging.

Quelle: DeichStube

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