Junuzovic: „Wie sicher wird meine Familie sein?“

EM-Angst nach den Anschlägen

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Zlatko Junuzovic hat seine Knieprobleme überstanden und kehrte gestern auf den Trainingsplatz zurück.

Bremen - Die EM im kommenden Sommer soll für Zlatko Junuzovic zum Highlight der eigenen Karriere werden. Mit Österreich hat er sich für das Turnier in Frankreich qualifiziert. Die Vorfreude ist riesig. Oder ist „war riesig“ vielleicht richtiger?

Die Terrorangriffe auf die französische Hauptstadt Paris haben den Werder-Profi wie jeden anderen zutiefst berührt – und natürlich macht sich der Bremer Mittelfeldstar Gedanken, was bei der Europameisterschaft, einem internationalen Mega-Event, passieren könnte. „Das beschäftigt mich nicht nur sportlich, sondern auch privat. Du fragst dich, wie hoch die Sicherheit sein kann. Wie sicher wird meine Familie sein, wenn sie ins Stadion kommt, um mich spielen zu sehen?“, sagt Junuzovic: „Du wünscht dir Sicherheit. Aber wenn du diese feigen Anschläge siehst, weißt du, dass die nicht gegeben ist.“

Junuzovic wirkt nicht ängstlich oder verschreckt, wenn er über die Gefahrenlage bei der EM spricht. Eher realistisch. Wie einer, dem bewusst ist, dass alles für die Sicherheit getan werden wird, dass sie aber niemand garantieren kann. Er sorgt sich dabei nicht um sich selbst oder die anderen Spieler, die auf dem Rasen um sportlichen Erfolg kämpfen werden, sondern um die Fans auf den Tribünen. Die Terroristen, sagt er, hätten es ja nicht auf Fußballer, sondern auf Menschenmassen abgesehen. Die Attentäter seien „Psychos, kranke Menschen“.

Was die Terror-Gefahr in und vor den Bundesliga-Stadien an Maßnahmen und Veränderungen bringen wird, muss in der Regierung, den Verbänden und Vereinen entschieden werden. Zlatko Junuzovic weiß nur, dass er sich keine extrem bewachten Arenen wünscht. „Was ist denn, wenn alles voll ist mit Militär und Polizei? Wenn eine ganze Armee vor dem Stadion steht? Fühlt man sich dann sicherer?“, fragt er. Und hat selbst keine Antwort, was das Richtige ist. „Es ist schwer, Lösungen zu finden. Die Unsicherheit, die jetzt da ist, ist ganz schlimm.“

csa

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