Junuzovic: Blutgrätsche bringt keine Punkte

Harte Worte und sanfte Töne

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„Abschlachten lassen wir uns nicht“, sagt Zlatko Junuzovic.

Bremen - Eljero Elia hat da etwas nicht mitbekommen. Eigentlich wollen die Bremer im Vorfeld des brisanten Nordderbys beim Hamburger nicht in das Fach mit den markig-martialischen Vokabeln greifen. Der Niederländer machte es trotzdem. „Ready for war“ – übersetzt: Bereit für den Krieg – twitterte der dauererfolglose Angreifer und ehemalige HSV-Profi gestern. Eine kleine Entgleisung vor einem Spiel, das morgen keine Entgleisungen gebrauchen kann.

HSV gegen Werder – diese Partie ist wie ein Pulverfass. Ein Großaufgebot der Polizei wird in der City und im Stadion versuchen, die Fans beider Lager – Werder wird von mindestens 6000 Anhängern in die Nachbarstadt begleitet – voneinander fern zu halten. Und auf dem Platz kommt Schiedsrichter Felix Zwayer (33/Berlin) die Aufgabe zu, aufkommende Härte sofort zu unterbinden. Ob’s gelingt?

Thomas Eichin macht, wovon er Elia wohl nicht in Kenntnis gesetzt hat, und verfolgt die sanfte Wird-schon-nicht-so-schlimm-Linie. „Ich glaube nicht, dass es eine üble Treterei wird“, sagt der Werder-Geschäftsführer. „Hart aber fair“ soll es werden, meint Sebastian Prödl. Sein österreichischer Landsmann Zlatko Junuzovic ist sich da wiederum nicht so sicher. Er erwartet eine „bisserl gehässige Stimmung“ und dass der HSV ähnlich zu Werke geht wie beim 1:0-Heimspielsieg vor drei Wochen gegen Bayer Leverkusen. Es war ein Spiel, das wegen der rüden Vorgehensweise diskutiert wurde. „Das hatte ja mit Fußball nichts mehr zu tun“, meint Junuzovic: „Ich hoffe nicht, dass es wieder in diese Richtung geht.“ Wenn doch – okay, dann „werden wir uns nicht abschlachten lassen, sondern dagegenhalten“, sagt er. Es ist ein Satz, der Elia in der martialischen Ecke dann doch Gesellschaft bringt.

Joe Zinnbauer, emotionsgeladener Trainer des HSV, goss gestern auf der Pressekonferenz vor dem Spiel kein weiteres Öl ins Derby-Feuer und forderte für seine Spieler „Objektivität“. Gegen Leverkusen sei die Stimmung im Stadion zwar gewaltig („So brauchen wir es wieder“), das Vorgehen seines Teams aber „nicht überhart“ gewesen.

Ansichtssache. Werder ist morgen auf alles eingestellt, geht aber mit einem klaren Vorsatz in die Partie. „Wir wollen die drei Punkte holen“, verkündet Junuzovic, „und das geht nicht mit einer Blutgrätsche. Dafür muss man dann doch Fußball spielen.“

csa

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