Im Bremer Mittelfeld ist ein spannender Konkurrenzkampf entfacht / Wer muss gegen Bilbao auf die Bank?

Die jungen Wilden machen Druck

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Shootingstar, laufstark, frech – aber ohne internationale Erfahrung: Philipp Bargfrede.

Bremen - Von Arne Flügge. Thomas Schaaf wird sich entscheiden müssen. Fünf Mittelfeldspieler beanspruchen vor dem Europa-League-Heimspiel am Donnerstag (19.00 Uhr) gegen Athletic Bilbao einen Platz in der Startelf – aber nur vier können beginnen. Einem wird der Werder-Trainer wehtun. Wer muss auf die Bank?

Keine einfache Entscheidung für Schaaf, die richtige Mixtur aus Offensive und Defensive zu finden, um gegen die spielstarken Basken die Balance hinzubekommen.

Vor allem die jungen Wilden machen derzeit enorm Druck und haben einen spannenden Konkurrenzkampf im Bremer Mittelfeld entfacht. Allen voran natürlich Mesut Özil, seit Wochen in aller Munde. Auf seine Qualitäten, seine Torvorlagen und auch Tore kann Schaaf eigentlich nicht verzichten. Nur stellt sich die Frage: Ist der 20-Jährige nach zweiwöchiger Pause wegen einer Knieverletzung sowie anschließenden Magen-Darm-Problemen wieder 100-prozentig fit? „Ich fühle mich gut und bin gut drauf“, behauptet Özil.

Das gleiche sagt auch Aaron Hunt von sich – und hat dies zuletzt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Als Özil-Vertreter lieferte der 23-Jährige starken Leistungen ab, zeichnete sich auch zweimal als Torschütze aus. Und Hunt sieht sich nicht nur als Platzhalter für Özil. „Wir haben oft genug bewiesen, dass wir auch zusammenspielen können. Warum sollte das nicht auch gegen Bilbao der Fall sein?“, gibt sich Hunt selbstbewusst – und erhält Unterstützung von seinem Kapitän: „Aaron ist im Moment top drauf. Das sieht man nicht nur im Spiel, sondern auch im Training“, urteilt Torsten Frings über den Offensivmann.

Dritter im Bunde der jungen Garde ist Philipp Bargfrede. Der 20-Jährige hat sich überraschend zum Stammspieler gemausert, überzeugt mit gutem Spielverständnis, viel Laufarbeit und frechem Auftreten. Was ihm fehlt, sind die Entschlossenheit und auch der Erfolg im Abschluss. Lob gibt’s auch hier vom Kapitän. „Philipp arbeitet unheimlich für die Mannschaft. Er gibt jeden Tag alles, er ist ein guter Junge, der sich auch immer Tipps von den erfahrenen Spielern holt“, sagt Frings. Bargfrede habe von Trainer Schaaf die „Riesenchance bekommen, bei Werder in der Startelf zu stehen. Und er hat sich seine Einsätze verdient. Wichtig ist, dass er jetzt dranbleibt und nicht nachlässt“, fordert Frings.

Der Kapitän ist bei Schaaf im defensiven Mittelfeld natürlich gesetzt. Er muss sich keine Sorgen machen, am Donnerstag nicht in der Startelf zu stehen. Doch was ist mit Tim Borowski? Auch er dürfte erneut den Vorzug erhalten. Freilich, seine Offensivaktionen könnten noch klarer, ausgeprägter und vor allem gefährlicher sein. In einigen Szenen („Manchmal stehe ich noch nicht goldrichtig“) fehlt ihm auch das nötige Glück. Für die Defensive ist Borowski allerdings unverzichtbar. Zudem verfügt der 29-Jährige über eine große internationale Erfahrung, die gerade in einem so wichtigen Gruppenspiel wie gegen Bilbao wichtig ist. „Boro ist meine große Unterstützung in der Defensive“, unterstreicht Frings den Wert seines Mannschaftskollegen.

Jeder der fünf Profis drängt sich also mit der ihm eigenen Qualität auf. Die Frage nach der optimalen Besetzung des Mittelfeldes für die Bilbao-Partie kann schlussendlich nur Schaaf beantworten. Er hat die Qual der Wahl. Und der 48-Jährige wird wohl noch ein paar Tage grübeln, um zu einem endgültigen Entschluss zu kommen.

Vermutlich wird Bargfrede in den sauren Apfel beißen müssen. Denn Schaaf braucht Frings und Borowski in der Defensive, Özil und Hunt sind im Spiel nach vorn und wegen ihrer Torgefahr unverzichtbar.

Gestern trainierte Bargfrede jedenfalls nicht in der A-Elf. „Ich weiß nicht, ob das im Hinblick auf Bilbao etwas zu bedeuten hat“, meinte der 20-Jährige – und gab sich kämpferisch: „Natürlich würde ich gern spielen. Ich denke, ich habe gegen Mainz ein gutes Spiel gemacht und mich empfohlen. Ich lasse mich da mal überraschen.“

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