Jung, wild, aber nicht unerfahren

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Ein Kandidat für Werder? Heiko Vogel war beim FC Basel kurzzeitig erfolgreich.

Bremen - Natürlich hat Thomas Eichin schon nachgedacht. Und natürlich gibt es auch schon eine Liste mit Kandidaten. Aber einen neuen Trainer hat der SV Werder noch nicht. Und der Sportchef will sich auch nicht unter Druck setzen lassen: „Der Nachfolger von Thomas Schaaf wird wohl ausgesucht, diese Entscheidung trifft man nicht nebenbei.“

Über Entscheidungshilfe kann sich Eichin nicht beklagen. Es ist medial bereits eine Monsterwelle von Trainernamen über Bremen hinweggerollt. Hängen geblieben sind allerdings nur ganz wenige. Zum Beispiel Heiko Vogel. Der Ex-Coach vom FC Basel, der im Oktober vergangenen Jahres gefeuert wurde, genießt einen exzellenten Ruf. Der erst 37-Jährige hat beim FC Bayern Jugendmannschaften betreut, ehe er als Co-Trainer zum FC Basel wechselte und dort nach dem Weggang von Thorsten Fink (zum Hamburger SV) Chefcoach wurde.

Großer Name, aber keine heiße Spur. Stefan Effenberg ist kein Kandidat bei Werder.

Vogel passt bestens ins Werder-Profil. Jung, wild, aber nicht gänzlich unerfahren im Profi-Geschäft soll der neue Coach sein. Mike Büskens (ehemals Greuther Fürth) erfüllt dieses Profil. Ein Stefan Effenberg, über den in Bremen spekuliert wird, ist gerade ob dieser Anforderungen kein Thema. Der 44-jährige Ex-Profi hat noch keine Mannschaft betreut. Auch ein Mehmet Scholl, der – würde man den Gerüchten der vergangenen Wochen glauben – inzwischen eine ganze Häusersiedlung in Bremen besitzen müsste, ist nicht im Rennen. Das hat er inzwischen sogar selbst bestätigen müssen, um endlich Ruhe zu haben.

Ein anderer vermeintlicher Kandidat hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet: Holger Stanislawski vom 1. FC Köln. „Ich gehe definitiv nicht nach Bremen, es gab auch keinerlei Kontakt zu Werder. Ich wünsche Werder Bremen in dieser schweren Phase alles Gute und die richtigen Entscheidungen nach Thomas Schaaf“, sagte der 43-Jährige „Sport 1“.

Eine Lösung aus England? Steffen Freund arbeitet derzeit bei Tottenham Hotspur.

Steffen Freund ist angeblich ebenfalls in der Verlosung. Der Co-Trainer von Tottenham Hotspur besitzt als ehemaliger Coach der deutschen U 17-Auswahl zwar mehr Erfahrung als ein Stefan Effenberg, aber auch das dürfte Werder kaum ausreichen. „Ich mache nicht den Fehler und kommentiere oder dementiere irgendwelche Namen“, sagt Eichin. Dabei ist er auf die neue Situation durchaus vorbereitet. „Nachdem das Damoklesschwert Abstieg weg war, gab es Gedankenspiele“, gesteht der 46-Jährige, behauptet aber zugleich: „In dieser Hinsicht hat sich noch nichts getan.“ Eichin möchte wenig verraten, um in Ruhe zu suchen.

Möglicherweise hilft ihm dabei einer, der auf seinem Stuhl hätte sitzen können: Marc Kosicke. Der Trainerberater hatte Werder im Dezember als Nachfolger von Klaus Allofs abgesagt. Deshalb kam Eichin zum Zuge. Im Portfolio von Kosicke sind so prominente Trainer wie Jürgen Klopp oder Bruno Labbadia, aber er dürfte sich auch im Bereich „Trainertalente“ bestens auskennen. Angeblich soll er Werder auch Eichin als Sportchef empfohlen haben.

Fakt ist, dass die Vorbereitungen auf die neue Serie durch die Trennung von Schaaf „jetzt ein bisschen stoppen“, wie es Eichin ausdrückt: „Die meisten Personalien werden selbstverständlich mit dem neuen Trainer getroffen.“ Die Aussage spricht dafür, dass es so lange nicht mehr dauern wird.

Eine interne Lösung schließt Eichin aus: „Es wird ein Trainer von außen kommen.“ Und er wird anders sein als Schaaf, betont der Sportchef: „Wir wollen einen Neuanfang. Und ein Neuanfang ist auch mit einem neuen Typen verbunden.“ · kni/csa

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