Allofs holt keinen Ersatz für verletzten Vander

Jugend forscht im Werder-Tor

Sebastian Mielitz dürfte als Nummer zwei in die Werder-Saison gehen, doch das möchte der junge Keeper auf keinen Fall überbewerten.

Bad Waltersdorf · Christian Vander fehlte auch im Flieger nach Österreich. Werders Ersatzkeeper plagt sich weiterhin mit einer Schambeinentzündung herum und verpasst somit auch das dritte Trainingslager.

Wann die Nummer zwei wieder zur Verfügung steht, ist völlig offen. Trotzdem verschwendet Klaus Allofs keinen Gedanken daran, einen Ersatz für den Ersatz zu verpflichten. „Wir vertrauen da voll und ganz Sebastian Mielitz und Felix Wiedwald“, sagt der Werder-Boss und will sich nicht auf eine Rangfolge hinter Stammkeeper Tim Wiese festlegen: „Sebastian und Felix können das beide.“

Doch der Ältere (Mielitz/21 Jahre) dürfte gegenüber dem Jüngeren (Wiedwald/20) schon einen kleinen Vorsprung haben. So nahm Coach Thomas Schaaf Mielitz mit nach Bad Waltersdorf und verzichtete auf Wiedwald, der bei der U 23 zum Einsatz kommen wird. Keine wirkliche Überraschung: Denn Mielitz hat bereits Profi-Erfahrung, stand für Werder in der vergangenen Saison zwei Mal in der Bundesliga und sogar ein Mal in der Europa-League zwischen den Pfosten. „Er hat seine Sache damals sehr gut gemacht“, lobt Allofs. Auch Mielitz blickt zufrieden zurück: „Das war schon ganz in Ordnung.“

Auftakt in Bad Walterdorf

Start im Trainingslager mit Marko Marin

Der 21-Jährige ist außerhalb des Platzes ein ruhiger Vertreter seines Fachs, ganz anders als Wiese. Jedes Wort ist wohl überlegt, und immer wieder blitzt sein cleverer Humor auf. Auf die Frage, ob er sich nun als Nummer zwei fühle, antwortet er trocken: „Ich bin die Nummer 21 und bleibe die Nummer 21.“ Die steht nämlich hinten auf seinem Rücken – und könnte im Moment nicht passender sein. Denn es fehlt nicht nur Vander, sondern auch Wiese – zumindest noch bis Montag. Demnach ist Mielitz nicht nur Werders Nummer zwei, sondern auch die Nummer eins. Doch damit mag er sich nicht beschäftigen, „ich trainiere genauso wie immer und gebe alles“. Eine Kampfansage kommt ihm nicht über die Lippen. Das verbietet sich schon aus Respekt vor Vander. Und davon gibt’s jede Menge. „Christian ist ein super Typ, für ihn tut es mir total leid, dass er im Moment nicht dabei sein kann“, sagt Mielitz und klingt dabei absolut überzeugend. Der 21-Jährige ist auch realistisch genug, seine Chancen nach ganz oben richtig einzuschätzen. „Natürlich habe ich jetzt die Möglichkeit, mich zu beweisen“, sagt er zwar, fügt aber schnell an: „Wenn Tim Wiese da ist, wird er natürlich spielen. Er ist schließlich Nationaltorwart.“

Konkurrenzkampf im Werder-Tor – den gibt es schon lange nicht mehr. Zumindest nicht an vorderster Front. Wieses Position ist unantastbar, dahinter folgt Vander, wenn er denn fit ist. Aber die Verletzungsanfälligkeit des Ersatzmannes ist die Chance für Mielitz und vielleicht auch Wiedwald. Und da auch Wiese in einer Saison gerne mal wegen muskulärer Probleme passen muss (siehe Vorjahr), sind für die Nachwuchskeeper sogar Profi-Einsätze möglich. Ansonsten sind sie Bankdrücker in der Bundesliga oder eben Keeper der U 23 in der dritten Liga. Was ist da eigentlich besser? „Blöde Frage“, antwortet Mielitz und meint das gar nicht vorwurfsvoll. Er hat einfach nur Probleme, diese Frage zu beantworten. Denn zum einen „spiele ich unheimlich gerne und brauche Spielpraxis“, aber zum anderen „ist Bundesliga nun einmal Bundesliga“. Da will er schließlich irgendwann auf Dauer hin – möglichst bei Werder.

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