Trainer Schaaf setzt auf ein „Bubi“-Mittelfeld: „Wir stellen nicht nach Jahrgang auf“

Die jüngste Werder-Raute

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18 Jahre: Tom Trybull.

Bremen - Böse Zungen behaupten gerne einmal, die Werder-Raute sei in die Jahre gekommen. Doch nun ist sie jünger denn je. Nein, es wurde nicht das Werder-Wappen aufgepeppt, sondern Thomas Schaaf hat seinem Mittelfeld-System im Trainingslager in Belek eine bemerkenswerte Verjüngungskur verordnet.

Philipp Bargfrede ist der älteste Spieler der aktuellen Raute – und das mit gerade einmal 22 Jahren. Mit ihm bildeten Mehmet Ekici (21), Aleksandar Ignjovski (20) und der erst 18-Jährige

Für Trybull ist Bargfrede schon ein alter Hase

Tom Trybull in den Tests gegen Anderlecht und Alkmaar die Schaltzentrale des Bremer Spiels. Das machten sie so gut, dass eine Bundesliga-Premiere des „Bubi“-Mittelfelds in einer Woche in Kaiserslautern durchaus denkbar ist.

„Wir stellen nicht nach Jahrgang auf“, sagt Schaaf: „Es ist vollkommen wurscht, ob jemand jung oder alt ist.“ Trotzdem freut sich der Coach über die Frischzellenkur in seinem Kader. „Es ist doch kein Makel, erst 18 Jahre alt zu sein. Denn es ist doch umso schöner, schon in jungen Jahren etwas realisieren zu können“, meint der 50-Jährige und fügt noch grinsend an: „Man kann auch schon mit 16 Jahren für uns spielen – wenn auch nur mit Sondergenehmigung.“

Hat der Jugendwahn in der Bundesliga etwa nun auch Bremen erreicht? Davon will Schaaf nichts hören: „Wir machen das schnelle Rennen der Medien nicht mit, jubeln unsere jungen Spieler nicht gleich hoch und spielen auch nicht verrückt. Wir gehen den ruhigen, seriösen Weg in Verbindung mit unserer U 23.“

Training am Freitag

Werder-Training am Freitag

Dies hat aktuell Tom Trybull nach oben gebracht. Der 18-Jährige war im Sommer von Rostock an die Weser gewechselt – mit dem ersten Ziel: „Ich wollte von den erfahrenen Spielern in einem Training auf ganz hohem Niveau möglichst viel lernen. Ich wusste, dass es durchaus etwas dauern kann, bis ich bei den Profis spiele.“ Die Wartezeit mit den Einsätzen in der Dritten Liga könnte nun zu Ende sein. Trybull war in den Tests als linker Mittelfeldspieler gesetzt, das Bundesliga-Debüt winkt. Da ist es auch egal, dass er eigentlich lieber als „Sechser“ aufläuft: „Ich bin froh, wenn ich überhaupt spiele.“ Gerne auch mit Bargfrede, dem aktuellen „Sechser“: „Für mich ist Philipp schon so etwas wie ein alter Hase, ich orientiere mich an ihm, so wie er es früher bei Torsten Frings gemacht hat.“

So wird das Bremer Mittelfeld – auch bedingt durch die Verletzung von Aaron Hunt und den Wechsel von Clemens Fritz in die Abwehr – schon ein bisschen zum Experimentierfeld. Und Schaaf gesteht, dass „die Erfahrung fehlt“. Aber der Coach hält auch dagegen: „Erfahrung kann gut sein, muss es aber nicht.“

Kapitän Fritz macht sich da ebenfalls keine Sorgen. Der 31-Jährige lobt die jungen Kollegen: „Sie haben das gegen Alkmaar sowohl offensiv als auch defensiv sehr gut gemacht. Ganz ehrlich: Mir war gar nicht bewusst, wie jung die alle sind.“ Allerdings hebt er als erfahrener Profi sicherheitshalber den Zeigefinger: „Sie müssen sich weiter beweisen – am besten gleich am Sonntag in Düsseldorf.“ Ähnlich sieht es auch Schaaf: „Ein, zwei Spiele sind keine Saison. Es gibt keine Garantie.“

Aber Hoffnung, dass bei Werder etwas Neues, etwas richtig Starkes heran- und zusammenwächst. „Es ist doch super, so viele junge Spieler zu haben, die schon wettbewerbsfähig sind. Das zeigt die gute Arbeit und die Philosophie von Werder“, merkt Ekici an und strahlt dabei zufrieden: „Es macht wirklich Spaß.“ Den Zuschauern auch, wenn‘s immer so gut läuft wie gegen Alkmaar. · kni

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