Nigerianischer Stürmer soll aus Brügge kommen, aber nach dem Pokal-Aus muss Werder erst mal neu rechnen

Joseph Akpala – ein wuchtiger „Tänzer“ fürs Zentrum

Wohl bald Bremer: Stürmer Joseph Akpala. ·

Münster / Bremen · Die Ampel stand schon auf Grün, doch nach dem peinlichen Pokal-Aus in Münster ist Werders Sportchef Klaus Allofs gestern ein bisschen vom Gas gegangen – die fast perfekte Verpflichtung des nigerianischen Stürmers Joseph Akpala vom belgischen Spitzenclub FC Brügge sei nun nicht mehr so sicher, meinte Allofs.

Der Club-Chef erklärte: „Wir haben mit Brügge und dem Spieler gesprochen und waren auf einem guten Weg.

Aber wir haben anders als früher mit der zweiten Runde im Pokal und ein bisschen mehr gerechnet. Nun haben wir eine neue Situation und müssen das in der Geschäftsführung noch mal besprechen.“ Dass der Wechsel des 25-Jährigen aus finanziellen Gründen scheitert, ist aber unwahrscheinlich – zumal Akpala, der in Brügge noch einen Vertrag bis 2013 hat, „nur“ 1,5 Millionen Euro Ablöse kostet.

Werder Bremen fliegt aus dem Pokal

Akpala, der auch die belgische Staatsbürgerschaft besitzt, wäre die von Allofs angekündigte Verstärkung für den Angriff und das letzte Teil in Werders Personalpuzzle. „Dass er aber gleich die Bundesliga aufmischt, bezweifle ich. Bei Kevin De Bruyne bin ich mir da sicher, aber der ist auch ein anderes Kaliber“, urteilt Thomas Evers. Der 34-Jährige ist Sportredakteur bei der deutschsprachigen belgischen Tageszeitung „Grenz-Echo“ in Eupen und Belgien-Korrespondent des „kicker“ – und er beschreibt Akpala als „klassischen Mittelstürmer, der entsprechend gefüttert werden muss. Er ist bullig, kompakt. Seine große Stärke ist die Ballbehauptung, da kommt ihm seine Physis zu Gute. Akpala ist technisch nicht überragend, aber beweglich, kopfballstark und versucht, schnell zum Abschluss zu kommen.“

Das hat in der vergangenen Saison gut geklappt. In 36 Spielen der belgischen Jupiler Pro League (inklusive Playoffs) erzielte der 25-Jährige, der am Freitag 26 wird, 15 Tore und bereitete sieben weitere vor. Und das, obwohl er eigentlich nicht mehr als Stammstürmer vorgesehen war. Im Sommer 2011 hatte Brügge den Belgier Björn Vleminckx geholt, der 23 Treffer für den NEC Nijmegen geschossen hatte und damit Torschützenkönig in der niederländischen Eredivisie geworden war. „Für über drei Millionen Euro – das ist für belgische Verhältnisse ein dicker Transfer“, sagt Evers: „Aber dann hat sich Akpala durchgesetzt.“ Für den Stürmer selbst keine Überraschung, wie auf der Brügger Homepage nachzulesen ist: „Man darf nie aufgeben. Egal, was passiert. Das haben meine Eltern mir beigebracht. Und wenn man hart arbeitet, wird man eines Tages belohnt.“

Ausgebildet wurde Akpala in der „Pepsi Football Academy“ in Lagos, danach spielte er in seiner Heimat für Bendel United, ehe er 2006 für 300 000 Euro nach Charleroi (Belgien) wechselte. Dort wurde er 2008 mit 18 Treffern belgischer Torschützenkönig – direkt danach holte ihn Brügge für drei Millionen Euro. Beim 13-maligen Meister hatte der Nigerianer laut Evers zwei gute Jahre (das erste und vierte) und zwei durchwachsene (das zweite und dritte), schoss in der Liga insgesamt 69 Tore in 191 Spielen (plus 23 Vorlagen). In der nigerianischen Nationalmannschaft bringt es Akpala auf sieben Einsätze, ist allerdings nicht regelmäßig dabei. So schaffte er es 2010 vor der WM zwar in den erweiterten, aber nicht in den endgültigen Kader.

Die Werder-Fans dürfen sich auf einen Mann freuen, der seine Tore auf besondere Weise feiert – mit einem Tanz, den er sich von einem Weltstar abgeschaut hat. „Immer, wenn Didier Drogba (gerade vom FC Chelsea nach China gewechselt, Anm. d. Red.) bei FIFA 2009 auf der Playstation traf, hat er so getanzt“, erklärt Akpala. Sein ehemaliger Teamkollege Nabil Dirar und er hätten „irgendwann angefangen, diesen Tanz nachzumachen. Und dann ist es Tradition geworden.“ · mr/kni

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