Der Stürmer wähnt sich nah an der Startelf, Coach Schaaf hält sich bedeckt

Joker? Nicht auf Dauer! Füllkrug will viel, viel mehr

Mit geballter Faust feiert Niclas Füllkrug seinen Treffer gegen Borussia Mönchengladbach.

Bremen - Neulich, es war noch vor seinem Tor gegen Borussia Mönchengladbach, tauchte der Name von Niclas Füllkrug schon im Zusammenhang mit der deutschen Nationalelf auf. Horst Hrubesch war dafür verantwortlich.

Der U 18-Trainer des Deutschen Fußball-Bundes hatte sich in die Debatte um den fehlenden Stürmer-Nachwuchs eingeschaltet und das Werder-Talent als Option für die Zukunft genannt. Das ist Musik in Füllkrugs Ohren. Aber die Gegenwart zeigt, dass der 19-Jährige bis zur Erfüllung von Hrubeschs Vision noch viel Geduld aufbringen muss.

Denn bei Werder ist Füllkrug, der Newcomer der vergangenen Saison, nur Ersatzmann. Für die Startelf hat es in dieser Saison noch nicht gereicht – trotz seiner Vielseitigkeit in der Offensive. „Rechts, links oder in der Mitte, das ist nicht so entscheidend bei ihm“, sagt Trainer Thomas Schaaf, der den gebürtigen Hannoveraner (kam mit 13 Jahren zu Werder) aber auf allen Positionen maximal als Option für Einwechslungen sieht. Ein „Joker“ also.

Allerdings kann Niclas Füllkrug mit diesem Begriff wenig anfangen. Er will nicht der Typ Spieler sein, der nur reingeworfen wird, wenn ein Spiel noch gedreht werden muss, und ansonsten auf der Bank Wurzeln schlägt. Er sieht es so: „Ich habe meinen festen Platz im Kader, werde aber meistens nur eingewechselt. Die nächste Steigerung ist, längere Einsatzzeiten zu bekommen. Oder vielleicht mal von Anfang an zu spielen. Das ist mein Ziel für diese Saison, das habe ich schon immer gesagt.“

Am Samstag ist er diesem Ziel einen weiteren, wenn auch kleinen Schritt näher gekommen. Füllkrug traf nur 99 Sekunden nach seiner Einwechslung zum 3:0 – es war Bundesliga-Tor Nummer zwei für den Teenager. Und Schaaf meint: „Je mehr gute Aktionen er vorweisen kann, umso größer werden seine Chancen.“

Werbung in eigener Sache hat Füllkrug also gemacht. Allerdings nicht nur er. Auch die Stammkräfte Marko Arnautovic und Nils Petersen trafen gegen die Borussia, Eljero Elia verzeichnete zudem einen Formanstieg. Folglich bleibt Füllkrug in der Rolle des Herausforderers.

Dabei war nach der Augsburg-Pleite und vor dem Gladbach-Spiel noch so manche personelle Rochade denkbar gewesen. Füllkrug – Spitzname „Lücke“, wegen der markanten Zahnlücke – wurde als Alternative für alle drei Offensivpositionen gehandelt. „Klar habe auch ich mir darüber Gedanken gemacht“, meint der Angreifer. Zumal er sich zuvor in der Regionalliga mit drei Toren gegen den Goslarer SC für höhere Aufgaben empfohlen hatte. Aber noch sind die Hierarchien nicht durcheinandergewirbelt. Füllkrug fehlt noch ein Tick. Was, das ist wohl unter dem Oberbegriff Handlungssicherheit am besten zusammengefasst. „Tore in der Regionalliga zu schießen, ist gut, aber längst nicht alles. Es geht auch um die Balance im Spiel“, erklärt Schaaf: „Wann spiele ich ab, wann suche ich meine Chance? Wann gehe ich drauf, wann bleibe ich weg? Wann muss ich umschalten?“ An diesen „zentralen Themen für einen Stürmer“ (Schaaf) müsse Füllkrug weiter arbeiten. Insgesamt ist der Coach mit der Entwicklung des Jüngsten im Team aber absolut zufrieden: „Er wird besser und befindet sich auf einem guten Weg. Niclas ist sehr willig, sehr ehrgeizig.“

Deshalb will sich Niclas Füllkrug auch nicht mit dem zufrieden geben, was ihn morgen erwartet. Dann geht es für ihn in die alte Heimat. Werder II tritt um 16.00 Uhr bei Hannover 96 II an – vermutlich mit dem Dreifach-Torschützen der vergangenen Woche. Der erneute Ausflug in die U 23 sei „in Ordnung“, sagt er: „Ich freue mich, da zu spielen.“ Aber der Anspruch ist eben die erste Liga und ein Platz in der ersten Elf. „Ich glaube“, sagt der selbstbewusste Stürmer, „ich bin nicht mehr weit davon entfernt.“ · csa

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