0:1 gegen gegen die Ukraine

Pavlenka: Verloren, aber Chance genutzt

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Werder-Keeper Jiri Pavlenka kam am Dienstagabend gegen die Ukraine zu seinem siebten Länderspieleinsatz.

Bremen - Nummer eins oder nicht? Vor dem Nations-League-Doppelpack der tschechischen Nationalmannschaft in der Slowakei und in der Ukraine war genau das die Frage, die sich Werder Bremens Torwart Jiri Pavlenka stellen durfte.

Denn nach dem Wechsel auf der Trainerbank – Jaroslav Silhavy übernahm von Karel Jarolim – konnte sich Pavlenka Hoffnung machen, Tomas Vaclik (FC Sevilla) als Stammkraft zwischen den Pfosten abzulösen. Nach den beiden Partien lässt sich sagen: Pavlenka hat zwar noch nicht die Herrschaft im tschechischen Tor übernommen, aber seine Chancen, es irgendwann zu schaffen, sind nicht schlechter geworden.

„Ich kann noch nicht genau sagen, was sich unter dem neuen Trainer verändern wird“, hatte der 26-Jährige vor seiner Abreise zur Nationalmannschaft gesagt. Aber er wusste natürlich, dass Silhavy ihn gut kennt. Gemeinsam hatten sie vor Pavlenkas Wechsel nach Bremen mit Slavia Prag die Meisterschaft in Tschechien gewonnen. „Und er hat mich auch schon in Bremen beobachtet“, so Pavlenka.

Pavlenka beim 0:1 chancenlos

Doch beim Wiedersehen im Nationalteam gab Silhavy zunächst Vaclik den Vorzug. Der 29-Jährige spielte beim 2:1 gegen die Slowakei. Pavlenka bekam erst am Dienstag seine Chance. In Charkow kam er gegen die Ukraine zu seinem siebten Länderspieleinsatz – für ihn die Gelegenheit, sich zu empfehlen. „Wir wollten in engen Spielen sehen, welcher Torhüter das Zeug zum Anführer hat“, erklärte Silhavy das Wechselspiel.

Jiri Pavlenka: Seine Karriere in Bildern

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka spielte zuerst beim FC Hlucin in den Jugendmannschaften, wechselte dann in die Jugend des FC Banik Ostrau. Ab 2011 war er dort bei den Profis, wurde zunächst aber wieder für ein Jahr an den FC Hlucin verliehen. Nach seiner Rückkehr wurde er ab der Saison 2013/14 Stammtorhüter bei Ostrau.  © imago
Jiri Pavlenka
Im Januar 2016 verpflichtete der SK Slavia Prag den tschechischen Keeper. © imago
Jiri Pavlenka
Pavlenka holte mit Prag in der Saison 2016/17 die tschechische Meisterschaft und nahm an der Europa-League-Qualifikation teil.  © imago
Jiri Pavlenka
Zur Saison 2017/18 kam Jiri Pavlenka für drei Millionen Euro an die Weser... © Gumz
Jiri Pavlenka
...und ersetzte den früheren Stammkeeper Felix Wiedwald.  © Gumz
Jiri Pavlenka
Zu Beginn der Saison 2017/18 stand er in allen Partien zwischen den Pfosten.  © imago
Jiri Pavlenka
Bei den Bremer Fans machte er sich schnell durch gute Leistungen beliebt.  © imago
Jiri Pavlenka
Während des schlechten Saisonstarts war Pavlenka fast immer der beste Mann auf dem Platz und ein sicherer Rückhalt.  © Gumz
Mit Glanzparaden verhinderte der Keeper dabei, wie hier gegen Freiburg, meist Schlimmeres.
Mit Glanzparaden verhinderte der Keeper dabei, wie hier gegen Borussia Mönchengladbach, meist Schlimmeres. © gumzmedia
Jiri Pavlenka
Seine Heimat Tschechien durfte Pavlenka in vier Spielen der U21-Nationalmannschaft vertreten, seit November 2016 steht er auch im Kader der A-Nationalmannschaft. © imago
Durch viele starke Paraden ist Jiri Pavlenka zu einem der besten Keepern der Liga geworden.
Durch viele starke Paraden ist Jiri Pavlenka zu einem der besten Keepern der Liga geworden. © gumzmedia

Pavlenka bekam in der Ukraine auch gut zu tun, begann jedoch nervös und zeigte bei einer Flanke des Schalkers Yevhen Konoplyanka eine Unsicherheit. Anschließend steigerte sich Pavlenka aber, lieferte eine starke Fußabwehr gegen Konoplyanka und verhinderte bei einer Eins-gegen-Eins-Situation mit Viktor Tsygankov das 0:2. Beim 0:1 durch Ruslan Malinovskyi kurz vor der Pause war der Bremer Schlussmann chancenlos gewesen.

Länderspiele: Ein Tor-Trio und ein paar Enttäuschungen

Doch zurück zu der Frage: Nummer eins oder nicht? Tschechien-Coach Silhavy hat mit seinen Aufstellungen dokumentiert, dass er Pavlenka auf dem Zettel hat. Und der Keeper hat bewiesen, dass auch im Nationaldress auf ihn Verlass ist. Wer letztlich die Nase vorn hat, wird sich frühestens im November zeigen. Dann testet Tschechien gegen Polen und trifft zum Abschluss der Nations League auf die Slowakei – letzteres ein Spiel, in dem es darum geht, den Verbleib in der Liga B der Nations League zu sichern.

Fotostrecke: Werders aktuelle Nationalspieler

Yuya Osako nahm mit der japanischen Nationalmannschaft an der WM 2018 in Russland teil und scheiterte gegen Belgien im Achtelfinale nur denkbar knapp (2:3). Im Gruppenspiel gegen Kolumbien erzielte er das Siegtor zum 2:1.
Yuya Osako nahm mit der japanischen Nationalmannschaft an der WM 2018 in Russland teil und scheiterte gegen Belgien im Achtelfinale nur denkbar knapp (2:3). Im Gruppenspiel gegen Kolumbien erzielte er das Siegtor zum 2:1. © imago
Maximilian Eggestein zählt bei Werder mit seinen 21 Jahren bereits zu den absoluten Leistungsträgern. Auch im Dress der deutschen U21 hat der zentrale Mittelfeldspieler schon auf sich aufmerksam machen können.
Maximilian Eggestein zählt bei Werder mit seinen 21 Jahren bereits zu den absoluten Leistungsträgern. Auch im Dress der deutschen U21 hat der zentrale Mittelfeldspieler schon nachhaltig auf sich aufmerksam machen können. © imago
Theodor Gebre Selassie gehört nicht nur bei Werder seit Jahren zum Stammpersonal. Auch im Dress der tschechischen Landesauswahl beackert er die rechte Seite.
Theodor Gebre Selassie gehört nicht nur bei Werder seit Jahren zum Stammpersonal. Auch im Dress der tschechischen Landesauswahl beackert er die rechte Seite. © imago
Jiri Pavlenka ist seit seinem Wechsel zu Werder unumstrittener Stammkeeper. Diesen Schritt will er nun auch im Dress der Nationalelf machen.
Jiri Pavlenka ist seit seinem Wechsel zu Werder unumstrittener Stammkeeper. Diesen Schritt will er nun auch im Dress der Nationalelf machen. © imago
Florian Kainz (hier gegen Russland) hat für sein Heimatland Österreich schon einige Länderspiele absolviert, ist aber - ähnlich wie bei Werder - noch kein absoluter Stammspieler.
Florian Kainz (hier gegen Russland) hat für sein Heimatland Österreich schon einige Länderspiele absolviert, ist aber - ähnlich wie bei Werder - noch kein absoluter Stammspieler. © imago
Werders Schwede Ludwig Augustinsson (hier gegen England) hat sich auch in der Nationalmannschaft längst etabliert und war ebenso wie Osako WM-Teilnehmer und Torschütze. 
Werders Schwede Ludwig Augustinsson (hier gegen England) hat sich auch in der Nationalmannschaft längst etabliert und war ebenso wie Osako WM-Teilnehmer und -Torschütze.  © imago
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Im Verein ist Milos Veljkovic gesetzt. Diesen Schritt muss er im Nationaltrikot erst noch gehen. Mit Serbien war er aber immerhin schon Bestandteil des WM-Kaders und kam auch im Gruppenspiel gegen Brasilien zu einem Einsatz. © imago
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Josh Sargent ist ein verheißungsvolles Talent - das steht außer Frage. Bei Werder wurde er bis dato aber nur in der U23 eingesetzt. Im Dress der USA gelang ihm gleich in seinem ersten A-Länderspiel sein erster Treffer gegen Bolivien. © imago
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Quelle: DeichStube

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