Pleite in Enschede, weil Werder die Ideen fehlen / Pizarro vergibt Riesenchance

0:1 – jetzt wird’s schwer für Werder

ENSCHEDE · Es bleibt dabei: Werder Bremen kann seinen Holland-Fluch nicht besiegen. Gestern Abend verloren die Bremer das Hinspiel in der Runde der letzten 32 der Europa League bei Twente Enschede mit 0:1 (0:1) und kassierten im sechsten Europapokalspiel auf niederländischem Boden die fünfte Niederlage (bei einem Remis). Zudem war es die erste Auswärtspleite in einem europäischen Wettbewerb seit elf Spielen. Theo Janssen stellte Werder mit seinem Tor in der 39. Minute vor die Aufgabe, das Rückspiel in einer Woche mit zwei Treffern Unterschied gewinnen zu müssen.

„Ein gefährliches Ergebnis“ nannte Werder-Clubchef Klaus Allofs das 0:1 und haderte vor allem mit der Chancenverwertung seines Teams. „Wir hätten heute einen deutlich besseren Grundstein für das Rückspiel legen können.“ Doch jene Mannschaft, die noch am vergangenen Samstag gegen Hannover 96 fünfmal zugeschlagen hatte, ließ gestern jeglichen Torinstinkt vermissen.

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Twente Enschede war allerdings auch nicht der kopflose Gegner, als der sich 96 erwiesen hatte. Das Team setzte konsequent um, was Trainer Steve McClaren im Vorfeld der Partie gefordert hatte: Erstmal sicher stehen! Die in Bestbesetzung angetretenen Niederländer überließen Werder die Initiative, lauerten auf Konter. Das Schaaf-Team durfte/musste das Spiel machen, zeigte aber ebenfalls kein gesteigertes Interesse, schon im Hinspiel volles Risiko zu gehen. Kurzum: Es war kein Leckerbissen, den 22 000 Zuschauer im Stadion „De Grolsch Veste“ zunächst zu sehen bekamen. Höhepunkt der ersten 20 Minuten: Ein Abseitstor des Twente-Kapitäns Blaise Nkufo (12.).

Erst danach zog Werder die Zügel an und kam zu zwei Riesenchancen. Erst setzte Marko Marin nach einem Fehler von Twente-Keeper Sander Boschker zwar entschlossen nach, aber auch den Ball neben das Tor (22.). Dann tauchte Claudio Pizarro nach einem kapitalen Fehler in Enschedes Innenverteidigung frei vor Boschker auf, scheiterte aber an dem Keeper (34.). „Klarere Chancen“, schimpfte Kapitän Torsten Frings, „kannst du gar nicht haben. Und wenn du kein Tor machst, gewinnst du auch kein Spiel.“

Twente machte ein Tor, Twente gewann. Dank Theo Janssen. Nach einem Gewühl im Mittelfeld kam er an den Ball, lief – vom erneut schwachen Mesut Özil nur freundlich begleitet – los und hielt aus 25 Metern drauf. Es war ein perfekter Schuss, der links von Tim Wiese einschlug – unhaltbar. Die bis dahin stabile Bremer Defensive war düpiert. „Eigentlich“, analysierte Innenverteidiger Per Mertesacker, „war das die einzige Szene, in der wir nicht geordnet waren. Das war sehr unglücklich.“

Zur Pause durfte sich Steve McClaren selbst auf die Schulter klopfen. Seine Taktik war bis dahin aufgegangen. Woran sich nach dem Seitenwechsel nichts änderte. Twente stand tief, Werder kam bis zum Strafraum, aber selten weiter. Nur Peter Niemeyer versprühte an seiner alten Wirkungsstätte Gefahr, seinen feinen Schlenzer lenkte Boschker aber noch um den Pfosten (51.). Auf der Gegenseite nötigte Janssen Tim Wiese zur Glanztat (55.).

Und sonst? Wenig los! Werder fehlte die Initialzündung, die eine Idee, um den Twente-Riegel doch noch zu knacken. „Wir haben“, fasste Trainer Thomas Schaaf zusammen, „nicht die Leistung gezeigt, für die wir eigentlich stehen.“ Im Rückspiel „brauchen wir eine klare Steigerung“, meinte Allofs.

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