Erstmals klare Kritik

1:2 – jetzt wird der Ton schärfer

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Werders Trainer Robin Dutt ging beim Testspiel gegen den Drittligisten RB Leipzig an der Seitenlinie voll mit. Immer wieder versuchte er, der vermeintlichen zweiten Garde taktische Anweisungen zu geben. Anschließend übte er erstmals Kritik.

Leipzig - Wieder kein Sieg – und so langsam wird Robin Dutt offensichtlich ein bisschen nervös. „Natürlich bin ich nicht zufrieden. Wir haben sehr viele Fehler gemacht, vor allem im Bereich Aggressivität“, monierte der Werder-Coach gestern Abend nach der 1:2 (1:1)-Testspielpleite beim ambitionierten Drittligisten RB Leipzig.

Dutt wollte seine Kritik zwar „nicht überbewertet“ wissen – dass er aber erstmals überhaupt deutlich welche übte, spricht für sich.

Auch der wieder genesene Vizekapitän Aaron Hunt redete die vierte Vorbereitungs-Niederlage in Folge nach Osnabrück (0:1), Zwolle und Ajax Amsterdam (beide 2:3) nicht schön: „Diese Serie ist heute zu Recht nicht gerissen. Wir tun uns vorne und hinten noch schwer, waren zu fahrlässig und haben dem Gegner die Tore geschenkt.“

Dutt weiß, dass seine Spieler und er bis zum Pflichtspielstart am 4. August im Pokal beim 1. FC Saarbrücken (auch ein Drittligist) „noch ganz, ganz, ganz viel Arbeit“ vor sich haben – körperlich wie taktisch.

Gestern nahm der 48-Jährige gleich einige Änderungen vor. Erstens personell: Werder spielte fast 70 Minuten lang mit der zweiten Garde. Die vermeintliche Wunschelf saß bis auf Keeper Sebastian Mielitz, der 90 Minuten durchspielte, und Kapitän Clemens Fritz (wegen Oberschenkelproblemen nicht im Kader) zunächst draußen. „Ich wollte den anderen Jungs mal die Gelegenheit geben, sich in den Vordergrund zu spielen“, erklärte Dutt. So richtig gelang das jedoch keinem.

Zweitens taktisch: „Ich habe da zum ersten Mal konkrete Vorgaben gemacht“, sagte der Bremer Trainer, der seinem Team ein eigenes Werder-System verpassen will. Was die Bremer gestern spielten, sah nach einem klassischen 4:3:3, zwischenzeitlich aber auch nach einem 4:3:1:2 mit drei „Sechsern“ und zwei Spitzen aus. Bei eigenem Ballbesitz schalteten sich die Außenverteidiger Levent Aycicek und Florian Hartherz häufig mit nach vorne ein, stattdessen rückte ein „Sechser“ nach hinten – genau wie im Training einstudiert. Dann war’s eher ein offensiveres 3:2:3:2. Um den Profis die systematischen Neuheiten zu vermitteln, ging Dutt an der Seitenlinie voll mit. Mal anfeuernd, mal erklärend, häufiger aber auch schimpfend. „Vor allem die jungen Spieler brauchen in fast jeder Situation Anleitung und Unterstützung. Und ich kann doch vom Team nicht Vollgas verlangen, wenn ich da selbst nur lethargisch rumsitze“, meinte Dutt.

Das Mittwochs-Training nach der Niederlage

Das Werder-Training am Mittwoch in Blankenhain

Von der Seitenlinie aus hatte er – gemeinsam mit den 8 942 Zuschauern (darunter die Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin und Klaus Filbry sowie Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick) – eine muntere Anfangsphase gesehen. Werder-Keeper Sebastian Mielitz parierte gleich gegen Dominik Kaiser (8.). Auf der anderen Seite traf Joseph Akpala per Distanzschuss nur die Latte (9.). Ein richtig starker Spielzug brachte den Bremern dann das 1:0. Aycicek setzte Marko Arnautovic auf dem rechten Flügel in Szene. Der Österreicher passte sofort präzise in die Mitte, wo Niclas Füllkrug nur noch einschieben musste (13.). Mielitz hielt dann noch mal klasse gegen Carsten Kammlott (21.), war in der 45. Minute aber geschlagen. Timo Röttger tanzte fast die komplette Bremer Defensive – 1:1.

Nach dem Seitenwechsel passierte fast nichts Aufregendes, bis auf den Leipziger Siegtreffer durch Kammlott (59.). Dass Dutt wenig später fast komplett durchwechselte, half Werder nicht mehr.

Bilder vom Testspiel

Bremen verliert Test gegen Leipzig

Gegen Erfurt gibt es nun morgen (19 Uhr) die nächste Chance, den ersten Härtetest der Vorbereitung zu gewinnen – und das wünscht sich auch Dutt: „Allein schon, damit mal die Fragen aufhören . . .“

Werder: Mielitz - Aycicek (68. Gebre Selassie), Kroos (68. Prödl), Pavlovic (68. Caldirola), Hartherz, Stevanovic (68. Ekici), Ignjovski (68. Makiadi), Yildirim (68. Junuzovic), Füllkrug (68. Elia), Arnautovic (68. Hunt), Akpala (68. Petersen). · mr

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