Jetzt werden sogar Abwehrspieler zu Matchwinnern / Europa in Sichtweite

„Verzauberter“ SV Werder: Es geht einfach alles

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Zwei, die allen Grund hatten, sich zu freuen: Assani Lukimya (li.) traf zum 1:0 gegen den FC Augsburg, Theodor Gebre Selassie (re.) zum 3:1.

Bremen - Die Werder-Abwehr! Lange war sie ein Quell scheinbar unendlicher Sorgen, stand auf einer Stufe mit der Elbphilharmonie in Hamburg und dem Flughafen in Berlin – Baustellen, die nie geschlossen werden. Wirklich nie?

Keiner weiß, was in Hamburg oder Berlin passiert – für Bremen lässt sich sagen: Die Abwehr macht mittlerweile mehr Freude als Sorgen. Nach dem 3:2 (3:1) gegen den FC Augsburg durften sich die Verteidiger sogar als Matchwinner fühlen. Der vierte Sieg im vierten Rückrundenspiel ging zum großen Teil auf das Konto der Viererkette.

Nun war es nicht so, dass die Defensive eine Abwehrschlacht zu bewältigen hatte. Dafür waren die grün-weißen Männer vor ihr viel zu dominant und die Augsburger viel zu harmlos. Aber die Abteilung um Neuzugang Jannik Vestergaard ließ nur eine Augsburger Halbchance aus dem Spiel heraus zu. Bei zwei Eckbällen passte es jedoch nicht, prompt fielen die Gegentore durch Ragnar Klavan (22.) und Tobias Werner (79.). Was aber mitnichten ein Grund zum Jammern war. Denn Innenverteidiger Assani Lukimya (16.) und Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie (45.) hatten jeweils selber getroffen – per Kopf und ebenfalls nach Standardsituationen, natürlich von Zlatko Junuzovic getreten.

„Es war enorm wichtig, dass wir heute diese Bullen dabei hatten, die einen reinschweißen“, lachte Mittelfeldmann Fin Bartels. Wobei wohl nur einer wie er (1,76m, 69 kg) einen wie Gebre Selassie (1,81m, 71 kg) als „Bullen“ bezeichnen kann. Aber was Bartels meinte, war natürlich klar: Die von hinten hatten es vorne rausgerissen, weil bei denen von vorne jeder Schuss nach hinten losgegangen war. Mit Ausnahme des Elfmeters von Franco Di Santo zum zwischenzeitlichen 2:1 (24.). „Sonst machen sie die Drecksarbeit, heute machen sie eben die Tore“, sagte Bartels über die Abwehrspieler. Es klang uneingeschränkt dankbar.

Es passt zu diesem SV Werder im Februar 2015, dass immer irgendwer goldrichtig steht. Die von Trainer Viktor Skripnik in Rekordzeit aufgemöbelte Mannschaft funktioniert einfach. Der Coach habe das Team „verzaubert“, sagte Aufsichtsratschef Marco Bode gestern bei Sky. Die Serie von fünf Siegen in Folge sei „atemberaubend“. Mittlerweile klopft Werder sogar schon ziemlich laut an die Tür zum internationalen Geschäft. Bis zu Platz sechs, dem Eingang zur Europa League, sind es nur noch drei Punkte. Aber der Bremer Blick geht dennoch nach wie vor nach unten. „Mit 29 Punkten kannst du noch nicht entspannen. Erst wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben, können wir ein Bierchen trinken und über andere Sachen phantasieren“, sagte Skripnik. Was noch fehlt zum Klassenerhalt, präzisierte Assani Lukimya: „36 bis 38 Punkte müssen wir dafür schon eingefahren haben.“ Weit weg ist Werder also nicht mehr – auch wenn es die Gegner der nächsten Wochen in sich haben. Schalke, Wolfsburg, Freiburg, Bayern – „es wird schwer“, meinte Skripnik.

Die Noten zum Werder-Sieg gegen Augsburg

Aber er kann sich voll und ganz auf seine Truppe verlassen. Auch auf die oft kritisierten Abwehrspieler. Gegen Augsburg waren alle stark – vorweg die Außenverteidiger Gebre Selassie („Wahnsinn, was er leistet“, so Skripnik) und Santiago Garcia („Echt gut“) sowie in der Mitte Vestergaard und eben Lukimya, den der Coach mit Lob geradezu übergoss. „Er war die Nummer drei hinter Vestergaard und Alex Galvez, und er weiß, dass Sebastian Prödl bald zurückkommt. Aber er gibt nie auf, nimmt den Konkurrenzkampf an“, schwärmte Skripnik und bewertete Lukimyas Augsburg-Auftritt als „Granatenleistung“. csa

Werder gewinnt 3:2 gegen den FC Augsburg

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