Der unbesiegbare Mielitz ist selbstbewusst, aber nicht überheblich: „Die Mannschaft braucht Wiese“

„Jetzt bin ich die Nummer eins“

Kein Durchkommen: Werder-Keeper Sebastian Mielitz vereitelte in Gladbach auch die Chance von Raul Bobadilla.

Werder-Bremen - Von Björn KnipsBREMEN · Der Fernseher im Hause Mielitz lief gestern nonstop – und über den Bildschirm flimmerte nur Fußball. „Ich konnte es einfach nicht lassen“, gestand Sebastian Mielitz am Mittag, „unser Spiel wurde ja rauf und runter gezeigt.“

Und natürlich stand dabei der Keeper von Werder Bremen im Mittelpunkt. Seine zahlreichen Paraden hatten den Gästen einen 4:1 (2:0)-Sieg bei Borussia Mönchengladbach ermöglicht. Dabei ist der 21-Jährige nur der Ersatz vom Ersatzkeeper, doch selbstbewusst stellte Mielitz nach der Partie fest: „Jetzt bin ich die Nummer eins.“

Bremen gewinnt in Gladbach

Werder Bremen bleibt auch im vierten Bundesligaspiel in Serie ungeschlagen. Bei der Borussia aus Mönchengladbach gewann die Mannschaft von Thomas Schaaf mit 4:1 und feierte damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Claudio Pizarro erzielte sein 134. Bundesligator und ist damit erfolgreichster ausländischer Profi in der Bundesliga-Geschichte © dpa
Werder Bremen bleibt auch im vierten Bundesligaspiel in Serie ungeschlagen. Bei der Borussia aus Mönchengladbach gewann die Mannschaft von Thomas Schaaf mit 4:1 und feierte damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Claudio Pizarro erzielte sein 134. Bundesligator und ist damit erfolgreichster ausländischer Profi in der Bundesliga-Geschichte © dpa
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Werder Bremen bleibt auch im vierten Bundesligaspiel in Serie ungeschlagen. Bei der Borussia aus Mönchengladbach gewann die Mannschaft von Thomas Schaaf mit 4:1 und feierte damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Claudio Pizarro erzielte sein 134. Bundesligator und ist damit erfolgreichster ausländischer Profi in der Bundesliga-Geschichte © dpa
Werder Bremen bleibt auch im vierten Bundesligaspiel in Serie ungeschlagen. Bei der Borussia aus Mönchengladbach gewann die Mannschaft von Thomas Schaaf mit 4:1 und feierte damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Claudio Pizarro erzielte sein 134. Bundesligator und ist damit erfolgreichster ausländischer Profi in der Bundesliga-Geschichte © dpa
Werder Bremen bleibt auch im vierten Bundesligaspiel in Serie ungeschlagen. Bei der Borussia aus Mönchengladbach gewann die Mannschaft von Thomas Schaaf mit 4:1 und feierte damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Claudio Pizarro erzielte sein 134. Bundesligator und ist damit erfolgreichster ausländischer Profi in der Bundesliga-Geschichte © dpa
Werder Bremen bleibt auch im vierten Bundesligaspiel in Serie ungeschlagen. Bei der Borussia aus Mönchengladbach gewann die Mannschaft von Thomas Schaaf mit 4:1 und feierte damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Claudio Pizarro erzielte sein 134. Bundesligator und ist damit erfolgreichster ausländischer Profi in der Bundesliga-Geschichte © dpa
Werder Bremen bleibt auch im vierten Bundesligaspiel in Serie ungeschlagen. Bei der Borussia aus Mönchengladbach gewann die Mannschaft von Thomas Schaaf mit 4:1 und feierte damit den ersten Auswärtssieg der Saison. Claudio Pizarro erzielte sein 134. Bundesligator und ist damit erfolgreichster ausländischer Profi in der Bundesliga-Geschichte © Nordphoto
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Klingt ziemlich überheblich, ist es aber gar nicht. Denn die Worte Mielitz und Arroganz haben zusammen in einem Satz eigentlich nichts verloren. Der Torwart ist kein Lautsprecher, der nun nach einer überragenden Leistung seine Ansprüche herausposaunt. Der 21-Jährige gönnte sich lediglich eine kleine Drehung am sonst eher niedrig eingestellten Lautstärkeregler seiner Stimme und erklärte mit deutlichen Worten: „Ich lebe immer im Jetzt – und die Situation im Werder-Tor ist nun gerade einmal so. Ich wünsche Tim Wiese, dass er schnell wieder gesund wird, denn die Mannschaft braucht ihn.“

Die Noten der Werder-Spieler

Sebastian Mielitz: Neunmal haben es die Gladbacher probiert – neunmal sind sie an ihm gescheitert. Zudem strahlte der Keeper eine bemerkenswerte Ruhe aus und brachte den Ball immer wieder mit guten Abwürfen schnell ins Spiel. Note 1 © 
Clemens Fritz: War lange Zeit bester Bremer Abwehrspieler, baute dann aber plötzlich stark ab. Note 3,5 © 
Per Mertesacker: Das Eigentor (67.) passte zu seinem Auftritt – der war etwas unglücklich. Immerhin rettete er einige Mal. Note 4 © 
Sebastian Prödl: Verlor wie Nebenmann Mertesacker hin und wieder den Überblick. Zudem ließ er Marco Reuss vor dem Gegentor laufen. Dafür in einigen anderen Zweikämpfen sehr stark. Note 4 © 
Mikael Silvestre: Zurück in der Startelf, zurück im Formtief – so schien es nach 23 Minuten. Der Franzose hatte gerade einen ganz üblen Bock geschossen und Idrissou fast den Anschlusstreffer geschenkt. Doch Silvestre kämpfte gegen seine Krise, durchaus mit Erfolg. Note 4 © nordphoto
Torsten Frings (bis 83.): Leidenschaft pur vom Kapitän. Opferte sich immer wieder in gewagten Zweikämpfen vor der Abwehr. Den offensiveren Part überließ er als „Sechser“ meist Nebenmann Wesley. Note 3 © 
Wesley: Torschütze zum 2:0 (12.), Flankengott vorm 4:1, dazwischen Ballzauberer mit sieben Übersteigern und Artist mit Fallrückzieher im eigenen Strafraum – dieser Brasilianer kann fast alles. Note 2 © nordphoto
Aaron Hunt (bis 68.): Im rechten Mittelfeld ziemlich blass. Fiel eigentlich nur durch seinen Treffer zum 3:0 auf, wobei sein Schuss erst von den Gladbachern Jens Wissing und Filip Daems unhaltbar gemacht worden war. Note 4 © 
 © Marko Marin: Perfekter Start beim Ex-Club: Seine harmlos wirkende Freistoß-Hereingabe landete gleich im Netz (5.). Diese Szene verlieh Marin Flügel, die beiden nächsten Treffer bereitete er vor. Note 2
Claudio Pizarro (bis 86.): Von Torgefahr konnte beim Peruaner lange Zeit keine Rede sein, immerhin stimmte der Einsatz. Und der wurde mit dem Treffer zum 4:1 (75.) und dem Torrekord belohnt. Note 3 © 
Marko Arnautovic: Wirkte lange Zeit wie ein Fremdkörper im Bremer Spiel, wurde dann etwas stärker und verpasste zweimal (72. und 73.) das 4:1. Note 4 Philipp Bargfrede (ab 68.): Verlieh der Defensive mehr Sicherheit. Note - © 
Daniel Jensen (ab 83.): Ein bisschen Spielpraxis für den Dänen. Note - Hugo Almeida (ab 86.): Torlos in Enschede – und prompt saß der Portugiese, der zuletzt so oft getroffen hatte, wieder auf der Bank. Allerdings war der Stürmer auch leicht erkältet. Note - © 

Der Stammkeeper hatte sich am vergangenen Mittwoch beim Champions-League-Spiel in Enschede am Knie verletzt und wird auch morgen im DFB-Pokal beim FC Bayern München fehlen. Da auch Wieses eigentlicher Ersatz Christian Vander schon seit Monaten wegen einer Schambeinentzündung fehlt, darf erneut Mielitz ran. „Es träumt doch jeder kleine Junge davon, mal gegen die Bayern zu spielen – und dann auch noch im DFB-Pokal, wo es eine Entscheidung geben muss“, kann Mielitz die Partie kaum erwarten – und er gab sich schon mal kämpferisch: „Wir können mit breiter Brust nach München fahren, wir können auch da gewinnen.“

Vor allem, weil Mielitz im Tor steht. Denn mit dem Keeper, der von Eintracht Oranienburg stammt und seit der B-Jugend das Werder-Trikot trägt, haben die Bremer Profis noch kein Spiel verloren. In der Bundesliga gab’s zwei Siege (Nürnberg/4:2 und Gladbach/4:1) und ein Unentschieden (Köln/0:0), in der Champions League ein Remis (Enschede/1:1) und in der Europa League einen Erfolg (Funchal/4:1). Für Michael Kraft ist das keine Überraschung, schließlich habe man Anfang des Jahres den Vertrag mit dem Nachwuchsmann nicht ohne Grund bis 2012 verlängert. „Sebastian hat das Zeug, in der Bundesliga Fuß zu fassen. Das hat er hier noch mal bestätigt“, sagte Werders Torwarttrainer und geriet geradezu ins Schwärmen: „Klasse, Sebastian ist erst 21 Jahre alt und fängt gerade an, sich durch Spielpraxis weiterzuentwickeln. Und dabei ist er so schlau und lerngierig, dass er wirklich ganz viel umsetzen kann.“ Wie zum Beispiel das von Kraft geforderte aktive Torwartspiel: „Ich habe ihm gesagt, dass er die Bälle nicht nur abwehren darf, sondern in die Bälle reingehen muss, damit sie nach der Abwehr an den Stürmern vorbeifliegen. Das hat man heute mehrfach gesehen.“

Auch Werder-Boss Klaus Allofs war voll des Lobes und ging bei der Einordnung von Mielitz noch einen Schritt weiter als Kraft: „Das kann man fast nicht besser spielen. Für mich ist er schon jetzt ein guter Bundesliga-Torwart.“ Der Wiese sogar Konkurrenz machen könnte? Die Frage ließ Allofs unbeantwortet abprallen, weil ihm das dann doch zu weit ging. Genauso wie Mielitz, der bescheiden anmerkte: „Das war erst mein drittes Bundesliga-Spiel. Deshalb sollte man die Leistung nicht überbewerten.“

Auch Per Mertesacker forderte den nötigen Realismus, und knöpfte sich den jungen Kollegen sogar ein wenig vor: „Er hat einen tollen Job gemacht und kam erst spät in die Kabine, weil so viele etwas von ihm wollten. Er muss das schnell verarbeiten und sollte nicht schon heute sein ganzes Pulver verschießen.“

„Da muss sich keiner Sorgen machen“, konterte Mielitz gestern: „Natürlich habe ich den Tag auch ein bisschen genossen. Aber ich bin doch eher einer von der ruhigen Sorte.“ Der Fernseh-Nachschlag in Sachen Werder endete deshalb auch am Mittag, „jetzt schaue ich mir nur noch die anderen Bundesliga-Spiele an – und dann beginnt die Vorbereitung auf die Bayern.“

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