Dritter! Werder hat ein Ziel erreicht, das zweite lockt am Samstag in Berlin

Und jetzt noch die Zugabe gegen die Bayern…

Grün-weißer Jubel nach dem 1:0 durch Claudio Pizarro (re.). Der Treffer beruhigte die Bremer Nerven.

Bremen - Von Carsten Sander · Zeit für eine Bilanz? Nein, nein, zu früh – Thomas Schaaf winkte gestern ab: „Ich bin noch voll in der Saison.“ Soll heißen: Es ist noch nicht vorbei.

Obwohl Werder Bremen am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison mit dem 1:1 (0:0) gegen den Hamburger SV das große Ziel erreicht und sich mit Platz drei die Chance auf die Champions League erhalten hat, bleibt noch eine große Herausforderung: das Endspiel im DFB-Pokal am Samstag (20.00 Uhr) in Berlin gegen Meister Bayern München. Es könnte für die Bremer die Kür nach einer geglückten Pflicht werden.

Werder-Spieler in der Einzelkritik

Die Noten: Wiese überragend

„Wir spielen dann gegen die vielleicht beste Mannschaft in Europa“, blickte Schaaf auf das Finale furioso im Olympiastadion voraus. Erster gegen Dritter, neuer Meister gegen alten (und neuen?) Pokalsieger – „das wird eine große Herausforderung“, meinte der Werder-Coach. Der würdige Abschluss einer Saison, die für Werder ungefähr so verlaufen ist: ein Hoch, ein Tief, ein Hoch – und die Königsklasse vor Augen.

Der Jubel über Platz drei fiel angemessen aus. Die Spieler herzten und gratulierten, tanzten anschließend wie so oft in den vergangenen Wochen vor der Ostkurve. Eher erleichtert, als euphorisch Eben so, wie es sein muss, wenn im Grunde noch nicht wirklich etwas erreicht ist. „Wir haben bislang nur eine Grundlage geschaffen und müssen es erst noch zu Ende bringen“, verwies Schaaf auf die Qualifikationsspiele zur Champions-League-Gruppenphase. Am 17./18. sowie 24./25. August geht’s für Werder dann um den Griff in den Millionentopf. „Die Chance, noch etwas Größeres zu erreichen, haben wir uns offen gehalten“, analysierte der Coach deshalb eher sachlich.

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen - HSV

Vollends konnte sich Schaaf der Faszination des doch sehr speziellen Bremer Saisonverlaufs aber nicht entziehen. „Was schon nicht mehr möglich schien, haben wir mit einem richtig guten Endspurt noch geschafft“, staunte er. Konkret: Nach dem 20. Spieltag und einer Serie von fünf Niederlagen in Folge lag Werder 13 Punkte hinter Platz drei und 16 hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen. Doch dann holten die Bremer 33 von 42 möglichen Zählern. Resultat: Leverkusen überholt, Rang drei erobert – durch ein Nadelöhr ist Werder doch noch in die Champions League geschlüpft.

„Sensationell“ und „außergewöhnlich“ sei diese Aufholjagd gewesen, meinte Clubchef Klaus Allofs, dessen Nerven gegen den HSV allerdings nochmal malträtiert worden waren: „Die Anspannung war wirklich groß. Wir waren lange in der Rolle des Jägers – aber in diesem Spiel hätten wir wirklich etwas verlieren können.“

Am Ende war Leverkusen (1:1 in Mönchengladbach) aber nicht mehr in der Lage, einen Konter zu setzen. Und Werder konnte nach dem Rekordtor von Claudio Pizarro (58.) den Hamburger Ausgleich durch Ruud van Nistelrooy (82.) letztlich verschmerzen. Fazit Kapitän Torsten Frings: „Wir haben mehr erreicht, als wir gedacht haben.“

Totale Zufriedenheit also? Nicht ganz. Pizarro hat nicht vergessen, dass auch mehr möglich gewesen wäre. „Unser Problem war, dass wir nicht konstant gespielt haben. Sonst hätten wir Meister werden können. Aber das können wir ja nächste Saison nachholen – vielleicht“, feixte der Peruaner.

Aber erstmal muss der Pokal verteidigt werden. Dafür sei der „Kopf jetzt frei“, meinte Per Mertesacker, der in der Bewertung der Bundesliga-Saison ebenfalls zwiegespalten ist. Der Endspurt sei „atemberaubend“ gewesen, Platz drei angesichts der guten Ausgangslage im Spätherbst aber nicht das Optimum: „Es ist glimpflich für uns ausgegangen.“

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