Sebastian Prödl verordnet seinem Team Ruhe und die Null

Jetzt nur nicht durchdrehen

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Sebastian Prödl empfiehlt seinen Kollegen, vorerst nicht mehr auf die Tabelle zu gucken. ·

Bremen - Na klar schaut er bei den Winterspielen in Sotschi zu. Sebastian Prödl ist schließlich Österreicher und „Sportfan“, wie der Werder-Profi betont. Dass die Deutschen im Medaillenspiegel vor seinem Heimatland liegen, stört ihn erst einmal nicht.

„Ich bin doch schon so lange in Deutschland“, sagt er, um gleich noch lächelnd anzufügen: „Am Ende dürfen wir aber ruhig die Nase vorne haben.“ Es ist ihm deutlich anzumerken: Mal kurz nicht über Werder zu reden, das kann sehr angenehm sein.

Doch Prödl ist keiner, der sich vor den Medien versteckt. Der 26-Jährige stellt sich den zurzeit eher unangenehmen Fragen, weil er Verantwortung übernehmen will – gerade jetzt im Abstiegskampf. Natürlich sagt er diese üblichen Sachen, also dass sich die Mannschaft der Situation bewusst ist, alles geben wird und unbedingt punkten muss. Er weicht aber auch davon ab, gibt zumindest kleine Einblicke ins Innenleben einer Mannschaft im Abstiegskampf: „Ich versuche, Ruhe zu bewahren. Es ist jetzt ganz wichtig, in der Kabine nicht durchzudrehen, wenn der eine dies sagt und der andere das“, berichtet Prödl und führt weiter aus: „Es gibt viele Einflüsse im Moment, von den Medien, von den Zuschauern. Wir müssen das ausblenden. Wir müssen auch die Tabelle ausblenden, denn die Tabelle übt Druck aus. Wir sollten erst wieder draufschauen, wenn unsere Lage entspannter ist.“

Auf den Weg dahin gibt es für den Nationalspieler eigentlich nur ein probates Mittel. „Für mich hat die Null absolute Priorität. Mir wäre es am liebsten, wenn wir versuchen würden, 90 Minuten lang nur die Null zu halten. Offensiv haben wir genug Qualität, um irgendwann ein Tor zu machen. Wenn wir diese Mentalität reinkriegen, wäre das super“, sagt Prödl und wirkt plötzlich ziemlich nachdenklich: „Das ist ja kein unbekanntes Thema hier.“

Deshalb hat Werder in den vergangenen Spielzeiten gegen den Abstieg gespielt. Und wenn die Bremer das jetzt nicht in den Griff kriegen, wird es brenzlig – wahrscheinlich schon am Samstag, wie Prödl warnt: „Gladbach schaltet brutal schnell um, dafür brauchst du eine kompakte Defensivordnung und darfst nicht Harakiri nach vorne laufen.“

Bis dahin lenkt er sich noch ein bisschen mit Olympia ab. Nicht mit Curling („Damit kann ich nichts anfangen“), eher mit Ski alpin, Skispringen oder Biathlon, „überall, wo wir Österreicher gut sind“. · kni

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