Bremens Coach wirbt aber um Geduld

Ab jetzt bastelt Dutt am neuen Werder-System

+
Es gibt viel zu erklären: Trainer Robin Dutt arbeitet mit seinen Spielern in Blankenhain am neuen Werder-System.

Blankenhain - Die einst so erfolgreiche Raute liegt bei Werder längst in der Mottenkiste. „Das war vor fünf, sechs Jahren Bremens typisches System. Damals hat es gepasst, inzwischen passt es nicht mehr“, sagt Werder-Trainer Robin Dutt, dessen Vorgänger Thomas Schaaf in der Vorsaison „seine“ Raute abschaffte und auf ein 4:2:3:1 oder ein 4:1:4:1 setzte.

Dutt feilt ab sofort an einer neuen Spielweise, von der er dann sagen will: „Das ist dein System. Das gehört dir und keinem anderen.“

Bisher hat Werder in der Vorbereitung auch unter Dutt ein 4:2:3:1 gespielt. „Das kennt jeder, aus dem Verein oder der Nationalmannschaft“, weiß der 48-Jährige: „Wir haben aber schon am Anfang gesagt, dass wir zwei Systeme beherrschen wollen.“

In den ersten drei Wochen hat der Coach genau hingeschaut, wo die Stärken und Schwächen seiner Spieler liegen. „Diese Zeit braucht man mindestens, um zu sehen, welches System passt und das Werder-System werden kann“, sagt Dutt.

Nun hat er genügend Erkenntnisse gesammelt und beginnt damit, seine taktischen Vorstellungen der Mannschaft zu vermitteln. „Die Bausteine ineinanderfügen“, nennt es Dutt – und das brauche viel Zeit: „Um das System zu perfektionerern, dauert es bis zu einem Jahr, das weiß ich aus Erfahrung. Das heißt natürlich nicht, dass wir in dieser Zeit keine Spiele gewinnen. Es geht aber nicht in drei Wochen oder durch Handauflegen, sondern nur durch viele, viele Trainingswiederholungen. Wir wollen das Standardsystem 4:2:3:1, dass nicht in jeder Lage zu unserer Mannschaft passt, immer öfter mit unserem eigenen Werder-System verbinden – und das dann immer öfter spielen.“

Bei der Einheit gestern Vormittag war schon einer dieser Bausteine zu erkennen. Bei Ballbesitz schoben sich die beiden Außenverteidiger weit mit nach vorne, um die Offensive zu unterstützen. Einer der beiden „Sechser“, meistens Cedric Makiadi, ließ sich nach hinten fallen und machte in der Abwehr aus der Vierer- eine Dreierkette. Ganz vorne tauchten mehrfach zwei Spitzen statt nur einer auf. War der Ball weg, zog sich der zentrale Mann der offensiven Mittelfeld-Dreierreihe zurück, so dass die Mitte mit drei „Sechsern“ zugestellt war.

Wie genau das neue Werder-System aussieht, daraus macht Dutt ein großes Geheimnis: „Das verrate ich definitiv nicht. Der Gegner, vor allem der gegnerische Kollege, kann versuchen, sich daran die Zähne auszubeißen.“

Blankenhain: Das Werder-Training am Montag

Schon zu seiner Trainerzeit beim SC Freiburg hat sich Dutt damals einen Namen als Taktik-Tüftler gemacht. Mal ließ er mit einem „Neuneinhalber“, also einer hängenden Spitze, spielen – mal war es ein 4:2:2:2. Immer mit dem Ziel, variabel und für den Gegner schwer ausrechenbar zu sein. Genau das würde Werder gut tun. In der vergangenen Saison konnten die Bremer ihre Gegner kaum überraschen – das soll sich fortan ändern.

Sportchef Thomas Eichin hat da volles Vertrauen in Dutt: „Ich weiß, dass er nicht starr an einem System festhält, sondern verschiedene Dinge in petto hat. Und die Testspiele sind auch dafür da, das auszuprobieren.“ · mr

21. Westerholzer Flohmarkt

21. Westerholzer Flohmarkt

Vatertag auf dem Weyher Marktplatz

Vatertag auf dem Weyher Marktplatz

Spiele-Test: "Rime" verzaubert mit Minimalismus

Spiele-Test: "Rime" verzaubert mit Minimalismus

Neue PC-Spiele: Knüppelharte Action und knifflige Diplomatie

Neue PC-Spiele: Knüppelharte Action und knifflige Diplomatie

Meistgelesene Artikel

Platzt der Selke-Deal?

Platzt der Selke-Deal?

"Richtig Lust auf das große Klassentreffen"

"Richtig Lust auf das große Klassentreffen"

Augustinsson kommt als Double-Sieger

Augustinsson kommt als Double-Sieger

Stalteri in der Hall of Fame

Stalteri in der Hall of Fame

Kommentare