Nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale will sich Werder mit voller Kraft der Baustelle Bundesliga widmen

Und jetzt die Aufholjagd…

Das Bild zeigt es: Die Werder-Profis sind wieder dichter zusammengerückt.

Werder-Bremen - Von Carsten Sander · Als die nächste Pokalschlacht erfolgreich geschlagen war, verschwammen bei Klaus Allofs die Grenzen zwischen Ausnahmezustand und Normalität. Dass Werder Bremen nach dem 2:1-Sieg über die TSG Hoffenheim mittlerweile zum 19. Mal in einem DFB-Pokal-Halbfinale steht, sei „echt außergewöhnlich“, staunte der Clubchef. Aber es passiere eben so außergewöhnlich oft, „dass es in Bremen fast schon normal ist“, grinste Allofs.

Im Pokal läuft’s eben bei Werder, die Siegesserie des aktuellen Titelträgers ist mittlerweile zehn Spiele lang. Im eigenen Stadion sind die Bremer gar seit 22 Jahren und 34 Partien nicht mehr besiegt worden – wohlgemerkt: im DFB-Pokal.

Wie schön wäre es, wenn sich dieses Muster einfach auf die Bundesliga übertragen ließe. Siegesserie und Heimnimbus sind jedoch Vokabeln, die in den vergangenen Wochen nicht in Zusammenhang mit dem Team von Trainer Thomas Schaaf benutzt wurden. Stattdessen klebten an den Spielern Etiketten, auf denen böse Dinge wie Krise, Formtief, Pleitenserie standen. Ist das jetzt Vergangenheit?

Das Ende der Krise wollte Allofs am Dienstagabend zwar nicht ausrufen, nach nur zwei Siegen sei es dafür zu früh, sagte er. Doch nach den Erfolgen über Hertha BSC am Freitag und nun über Hoffenheim sei eine Umkehr des Trends erkennbar: „Ich habe zweimal den Willen gesehen, aus der schlechten Serie herauskommen zu wollen. Die Mannschaft hat bedingungslosen Einsatz gezeigt, jeder hat jedem geholfen.“

Einer für alle, alle für einen – das funktioniert nicht nur bei drei Musketieren, sondern auch bei elf Fußballern. Kapitän Torsten Frings sieht in der Wiederherstellung des zuletzt defekten Kollektivverhaltens ebenfalls den Grund für wieder bessere Resultate: „Jeder nimmt wieder am Defensivspiel teil – das war schon in der Hinrunde unser Erfolgsgeheimnis. Und vorne sind wir sowieso immer gefährlich.“

Aber zuletzt selten erfolgreich. Auch gegen Hoffenheim blieben viele Chancen liegen. Vor allem die Konter verpufften. „Das ist der Vorwurf, den wir uns machen müssen“, meinte Frings. „Da waren wir schlampig“, räumte Per Mertesacker ein. „In diesen Szenen hätte ich mir noch mehr Ruhe gewünscht“, meinte auch Coach Schaaf, der ansonsten aber wenig kritisieren wollte: „Insgesamt war es wieder eine deutliche Leistungssteigerung.“ Die Naldo (27.) und Hugo Almeida (76.) mit ihren Gewaltschüssen zu einem Sieg veredelten. Für Hoffenheim hatte Prince Tagoe zwischenzeitlich ausgeglichen (73.).

Spannend wird es nun zu beobachten sein, ob Werder die Zeit bis zum nächsten geliebten Pokalspiel (Halbfinaltermine: 23./24. März) zur erfolgreichen Aufholjagd in der Bundesliga nutzt. Torsten Frings hat es jedenfalls fest vor und am Samstag bei Hannover 96 den dritten Sieg in Folge im Sinn: „Wir wollen die Teams von oben unter Druck setzen. Die spielen ja noch alle gegeneinander.“ An das Pokalfinale in Berlin denkt er dagegen (angeblich) noch nicht: „Wir sind zwar nicht mehr weit weg, aber im Moment dürfen wir noch nicht mal davon träumen.“ Bis zum Halbfinale muss schließlich noch der durch den Rückrundenfehlstart entstandene Schaden bestmöglich repariert werden.

Dabei geht es dem Team nicht darum, irgendwie die Eintrittskarte zur Europa League zu ergattern. „In der Liga wollen wir eigentlich einen anderen Wettbewerb erreichen“, bekannte Mertesacker. Gemeint ist natürlich die Champions League. Alles andere geht auch mit dem Gewinn des DFB-Pokals. Und dass Werder selbiges nach 2009 auch 2010 gelingt, wäre doch fast schon normal. Oder doch außergewöhnlich?

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