Termine „in einigen Städten Europas“

Jerez, Sevilla, Turin: Eichin auf großer Sichtungstour

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Wenn er schon mal in Spanien ist… Sportchef Thomas Eichin hat bereits gestern das Trainingslager verlassen trifft sich mit Vertretern eines Clubs aus der Primera Division. 

Jerez - Thomas Eichin musste gestern früh los. „Ich habe einen Termin hier in Spanien und bin dann unterwegs zu einigen Städten Europas“, machte es Werders Sportchef spannend. Erste Etappe seiner Ekundungstour auf der Suche nach interessanten Fußballern: Sevilla.

Mit Marko Marin traf er sich dort nicht, denn für den vom FC Chelsea an den FC Sevilla verliehenen Ex-Bremer haben die Grün-Weißen nicht die passende Kragenweite. Nein, Eichin nahm vom Hauptbahnhof aus den Zug zu einem günstigeren Kandidaten. Einen dieser „täglich 50 bis 80 Spieler, die mir momentan angeboten werden“ – von Beratern aus aller Herren Länder für Profis aus fast ebenso vielen Ligen. Bei diesem breiten Angebot muss er umso genauer auf Qualität achten.

Die Bahnfahrt führte den Geschäftsführer zu einem Club der Primera Division. Das genaue Ziel blieb geheim. Die heutige Tagesplanung sieht einen Trip nach Turin zu Werders neuem Kooperationspartner Juventus vor – der Nachholtermin des von den Italienern im Dezember kurzfristig abgesagten Treffens.

Ein ziemliches Pensum, doch akute Not trieb den 47-Jährigen nicht zu dieser Tour: „Ich habe immer gesagt, dass ich eher schon für den Sommer unterwegs bin“, betonte der 47-Jährige. „Aber wir haben ja noch 15 Tage“, erinnerte er an die aktuelle Wechselfrist und hält sich damit einen kurzfristigen Wintertransfer weiter offen.

Es könnte jemand für die rechte Abwehrseite sein, denn Clemens Fritz droht weiterhin eine Leisten-Operation – dann wäre ein längerer Ausfall inklusive. Der Kapitän hat seine Behandlung bei Spezialist Dr. Jens Krüger unterbrochen und reiste gestern nach Bremen. Am Montag kehrt der Rechtsverteidiger zurück nach Berlin und setzt die verschiedenen Therapien fort, um eine Leisten-OP doch noch zu umgehen.

Sollte er länger fehlen, hätte Juventus Ersatz zu bieten – in Person von Marco Motta. Klar, dass der Name während des zweitägigen Treffens der Club-Verantwortlichen fallen wird. Denn Turin möchte den 27-Jährigen gern abgeben. Ein Nachrüsten für diese Position sei aber eher „für die Tiefe gedacht“, unterstreicht Eichin. Mit dieser Aussage will er eine niedrige Verhandlungsbasis schaffen. Die „Juve“-Bosse sollen wissen, dass Werder nicht von einem Motta-Leihgeschäft abhängig ist: Theodor Gebre Selassie vertritt Fritz derzeit in der Viererkette, sicherte dort bereits den 1:0-Sieg gegen Leverkusen mit ab. „Auch ,Iggy‘ hat das schon gespielt –  und wie ich finde, gar nicht schlecht“, urteilte Eichin über Allrounder Aleksandar Ignjovski.

Zudem drängt jetzt ein Rechtsverteidiger aus den eigenen Reihen nach: Luca Zander, der die Chance seiner Nachnominierung für Jerez prima nutzte, sich in den Vordergrund trainierte und im Testspiel gegen Nijmegen eine für einen 18-Jährigen überraschend souveräne Partie hinlegte. In Zander und den fünf anderen U 23-Akteuren im aktuellen Profikader sieht Eichin eine Bestätigung des Bremer Kurses: „Es ist doch auch unsere Aufgabe, junge Spieler an die Mannschaft zu führen. Das schafft man nicht, wenn man ihnen durch neue Transfers immer wieder den Weg versperrt.“

Einer, der ebenfalls aus Werders Nachwuchs stammt und hier zum umworbenen Mittelfeldstrategen reifte, heißt Aaron Hunt. Bremen braucht ihn, Eichin will ihn halten, in Jerez gab es aber keine weiteren Gespräche über seine Zukunft. „Das machen wir, wenn Ruhe ist – nach dem Trainingslager“, hat sich der Manager vorgenommen. „Dann setzen wir uns in Ruhe mit seinem Berater Jürgen Milewski zusammen.“

Gut für Eichin: Milewski vertritt auch Philipp Bargfrede, dessen Vertrag ebenfalls ausläuft. Im Trainingslager hat der „Sechser“ erklärt, bei Werder bleiben zu wollen, und Eichin plant ebenfalls mit ihm. Fragt sich nur, zu welchen Konditionen. Am liebsten wären dem Werder-Sportchef da natürlich gleich zwei Einigungen in einem Gespräch mit Milewski – über beide Mittelfeldleute. · ck

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