Janek Sternberg – der unbekannte Werder-Debütant

„Tierisch aufregend“

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Erst spielte der Puls verrückt, dann spielte er selbst: Janek Sternberg feierte gegen Paderborn sein Bundesliga-Debüt.

Bremen - Thomas Eichin war in Lob-Laune. Dass Trainer Viktor Skripnik gegen den SC Paderborn voll auf die Jugend gesetzt hat? „Genau richtig“, sagte der Werder-Geschäftsführer: „Wir brauchen diese Mischung aus Jungspunden und erfahrenen Spielern.“ Dass Levent Aycicek im Mittelfeld die Fäden zog? „Eine tadellos gute Leistung von ihm“, meinte Eichin. Dass auch Janek Sternberg und Davie Selke ihren Mann gestanden hatten? „Wir sind froh, dass wir Jungs mit diesem Mumm haben“, sagte der 48-Jährige.

Die Gelobten hätten die warmen Worte freilich nicht mehr gebraucht, um glücklich zu sein. Ihnen war dieser 13. Spieltag ohnehin traumhaft vorgekommen. „Schöne Momente“ hatte Davie Selke erlebt. war es für Janek Sternberg gewesen. Ihn hatte vor drei Wochen noch niemand auf der Rechnung gehabt, dann tauchte er während der Länderspielpause im Training der Profis auf. Letztlich spülte ihn die Gelbsperre von Linksverteidiger Santiago Garcia in die Startelf.

Der Junge aus Leezen in Schleswig-Holstein, der beim Hamburger SV ausgebildet und im Sommer 2013 von Skripnik zur U23 des SV Werder geholt worden war, stand plötzlich im Bundesliga-Team. Die Erfüllung eines Kindheitswunsches? Nein, sagte Sternberg: „Als Kind habe ich mich überhaupt nicht für die Bundesliga interessiert.“ Doch jetzt ist er Teil des Geschäfts, gehört dazu – als absolut Unbekannter. Denn als Sternberg nach dem Spiel zu Fuß in seine zwei Kilometer entfernte Wohnung schlenderte, „hat mich niemand erkannt“. Daheim angekommen musste er dennoch sein Handy beiseite legen – „es hat ständig gebrummt, das hat schon genervt“.

So ist das, wenn man plötzlich die Bundesliga-Bühne betritt und auch noch passabel spielt und gewinnt. Beinahe hätte Sternberg („Ich hoffe, dass dieser Einsatz keine Eintagsfliege war“) in seinem Premierenspiel, sogar sein Premierentor erzielt. Doch Paderborn-Coach Lukas Kruse parierte Sternbergs Distanzschuss. Vielleicht gut so. „Ich hätte gar nicht gewusst, was ich hätte machen sollen, wenn der reingegangen wäre“, meinte der 22-Jährige lachend. Schon am Mittag war er nach der Verkündung der Mannschaftsaufstellung kurz von der Rolle gewesen. „Mein Puls“, feixte Sternberg, „war in dem Moment von keinem Gerät der Welt mehr messbar.“

csa

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