Janek Sternberg steckt Kritik gut weg – auch die des Trainers: „Ich weiß, wie es gemeint ist“

Mann mit Nehmerqualitäten

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Nach elf Bundesliga-Einsätzen schon gestählt? „Richtig umhauen tut mich jetzt nichts mehr“, sagt Janek Sternberg.

Bremen - Niemand wird gerne kritisiert. Schon gar nicht vom eigenen Chef. Schlimmer ist es dann nur noch, wenn die Standpauke nicht nur vor den versammelten Kollegen, sondern gleich ganz öffentlich stattfindet. So passierte es Janek Sternberg kürzlich, nach dem 2:2 gegen Paderborn. Da hatte Viktor Skripnik ihn, den Linksverteidiger, auf der Bank sitzen lassen und stattdessen Sebastian Prödl, den etatmäßigen Innenverteidiger, zum zweiten Mal links eingesetzt. Das allein war schon Dämpfer genug, doch der Werder-Coach ging noch weiter, als er auf Prödls Probleme auf der ungewohnten Position mit einem unglücklichen Vergleich reagierte: „Mit Janek wäre es vielleicht noch schlimmer geworden.“

Ein Satz wie ein Schlag ins Gesicht. Ein Schlag, der einen so jungen Spieler wie den 22-jährigen Sternberg nach seinen ersten elf Einsätzen auf der Bundesliga-Bühne schon mal umhauen kann. Doch Sternberg ist nicht so zart besaitet. „Viktor und ich kennen uns schon länger, und ich weiß, wie es gemeint ist. Von daher war es gar nicht so schlimm“, merkte der Youngster aus Bad Segeberg an.

Sie reden oft miteinander, der Trainer und sein Nachwuchsspieler. „Wir sprechen viel über die Situation, warum ich spiele oder nicht, und was ich noch besser machen kann“, erzählte Sternberg. Vieles macht er schon sehr ordentlich, doch für Fehler ist er bei jedem Einsatz gut. „Viktor sagt mir, dass ich im Spiel noch ruhiger sein und teilweise etwas einfacher spielen soll.“ Und mancher Fauxpas ist eben seiner mangelnden Erfahrung geschuldet. Denn sein Aufstieg ging rasant von der U23-Mannschaft hoch zu den Profis, das muss man erst einmal verdauen. „Es ist schon ein Riesen-Unterschied zur vierten Liga“, betonte Sternberg. Hochklassige Spieler, höheres Tempo und tausende Zuschauer auf den Rängen. Genauso hatte er sich die Bundesliga vorgestellt, und nun ist er mittendrin. „Aufgeregt bin ich immer noch vor jedem Spiel“, gab er zu, „doch richtig umhauen tut mich jetzt nichts mehr.“

Sternberg, der im Sommer 2013 von den Amateuren des Hamburger SV an die Weser kam, fühlt sich inzwischen ganz als Profi. „Ich sehe mich als volles Mitglied der Mannschaft und mittlerweile habe ich den Anspruch, immer zu spielen.“ Das klang zum Saisonbeginn und selbst zur Winterpause, als er erstmals Bundesliga-Luft schnuppern durfte, noch anders. Da wäre Sternberg über jede Spielminute froh gewesen. Doch mit der Zahl der Einsätze ändern sich auch die Erwartungen. „Ich hoffe sehr, dass ich gegen Hannover von Anfang an dabei bin“, sagte der Verteidiger. Und obwohl Skripnik oft mit ihm redet – auch Sternberg wird erst spontan am Samstagvormittag erfahren, ob sich sein Wunsch erfüllt.

phi

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