Kurze Pause soll für die Werder-Profis kein Alibi für eine Pleite in Mainz sein

Jammern strengstens verboten

Marko Marin

Bremen (kni) · Zwischen Abpfiff und Anpfiff liegen nur gut 40 Stunden – trotzdem ist bei Werder jegliches Jammern verboten.

Die Tatsache, dass die Bremer nach dem 4:1-Sieg in der Europa League am Donnerstagabend, bereits heute wieder in der Bundesliga in Mainz ran müssen, wird nach Möglichkeit verdrängt. „Wenn wir jetzt immer wieder davon reden, wir sind müde, wir sind müde, wir sind müde – dann schaffen wir uns damit nur ein Alibi“, glaubt zum Beispiel Marko Marin und verspricht: „Wir werden fit sein.“

Trainer Thomas Schaaf setzte zwar gestern Mittag ein Abschlusstraining an, aber das war nur ein Auslaufen. „Wir müssen noch genauer darauf achten, dass sich die Spieler erholen können. Wir haben ihnen gesagt: Hol’ dir deine Massagen und pass auf, dass du richtig trinkst und isst“, erklärt der Coach. Lammentieren will auch er nicht ob der unglücklichen Ansetzung, die durch die hohe Anzahl deutscher Vertreter in der Europa League und die Fernseh-Verträge unvermeidbar war. Vergangene Woche hatte es bereits den Hamburger SV erwischt. „Wir haben als Verein dieser Regelung zugestimmt, also nehmen wir die Situation jetzt auch an“, sagt Schaaf. Und Werder-Boss Klaus Allofs gibt noch einen erfreulich ehrlichen Einblick in die Materie: „Wir könnten längere Pausen in den Spielplan einbauen. Aber dann gäbe es weniger Geld. Da nehmen wir lieber mehr Geld.“

Aber auf Punkte soll auch nicht verzichtet werden. Schaaf fordert „mindestens das Niveau vom Spiel gegen Twente“. Noch lieber wäre ihm „ein weiterer Schritt nach vorne“. Der sei gegen den daheim noch ungeschlagenen Aufsteiger unbedingt nötig, um erfolgreich zu sein. Dass Mainz auf müde Bremer hofft, ist den Gästen egal. Per Mertesacker konnte da nur schmunzeln: „Wir hatten schon oft englische Wochen und haben dann in der Schlussphase ein Feuerwerk abgebrannt. Wir wissen, wie man an seine körperlichen Grenzen geht.“

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