Mit 26 Jahren kam Viktor Skripnik zu Werder.

Vom Goldfisch zum Cheftrainer

+
Mit 26 Jahren kam Viktor Skripnik zu Werder.

Bremen - Als Viktor Skripnik 1996 aus Dnipropetrowsk nach Bremen kam, „bin ich drei Monate wie ein kleiner Hund hinter Wladimir Bestchastnykh hinterhergelaufen“.

Der neue Teamkollege sprach Russisch und etwas Deutsch – und konnte so dem Mann aus der Ukraine wenigstens ein bisschen helfen. Aber nicht lange. Bestchastnykh wechselte fix nach Spanien – „und ich war alleine wie ein Goldfisch im Glas“. Doch Skripnik schwamm sich frei. Wurde Stammspieler, Publikumsliebling und als Doublesieger 2004 sogar eine Werder-Legende.

Das Pokalfinale 2004 war sein 164. und zugleich auch letztes Pflichtspiel für die Bremer. Der damals 34-Jährige hatte sich nach einer Schambeinentzündung noch einmal zurückgekämpft. Als Belohnung durfte der Linksverteidiger beim 6:0 gegen den Hamburger SV, laut gefordert von Zuschauern und Mitspielern, einen Elfmeter verwandeln und auch beim legendären Bremer Meisterstück in München über eine halbe Stunde lang mitwirken. „Es ist ein Wahnsinn, dass meine Karriere so zu Ende gehen darf“, jubelte Skripnik damals und wundert sich noch immer, dass er vom Bremer Stadionsprecher stets als der „Beckham der Ukraine“ angekündigt wurde: „Das kann nur ein Witz gewesen sein. Von mir kommt das nicht.“

Allerdings: 24 Mal hat er für die Ukraine gespielt. Zum Beispiel unter der gefürchteten Trainer-Legende Valerij Lobanowski. „Mir ist jedes mal der Schweiß heruntergelaufen, wenn ich vor ihm stand.“ Von ihm habe er trotzdem viel gelernt – genauso wie von Felix Magath („Ich wusste nicht, dass man ohne Ball so viel laufen kann“). Doch sein Lehrmeister war Thomas Schaaf. „Er hat mir gezeigt, wie Fußball funktioniert“, erinnert sich Skripnik mit leuchtenden Augen an die fünf Jahre mit Schaaf in Bremen (1999 bis 2004). Seinem damaligen Teamkollegen und heutigen Aufsichtsratschef Marco Bode ist schon damals aufgefallen: „Viktor hat sich schon immer 1000 Gedanken um die Taktik und die Aufstellung gemacht. Es war abzusehen, dass er diesen Weg geht.“

Das sind Viktor Skripnik und Torsten Frings

„Ich hoffe, ich kann das“, hatte Skripnik 2004 vor dem Start in „mein neues Leben“ gesagt. Er fing bei Werder weit unten an – als Co-Trainer der U15. Dafür war er sich nicht zu schade. Ein Antrieb dabei auch: Skripnik wollte mit seiner Familie unbedingt in Deutschland und am liebsten in Bremen bleiben. Schritt für Schritt kletterte der Ukrainer die Trainerleiter hinauf, übernahm vor einem Jahr die U23 in der Regionalliga und ist jetzt in „meinem Verein“ nach 18 Jahren ganz oben angekommen. Alles andere als unfreiwillig. „Jeder Soldat will General werden“, gesteht der 44-Jährige ganz unverblümt und geht die Sache cool an: „Wenn es klappt, bin ich glücklich, wenn es nicht klappt, begehe ich keinen Selbstmord.“ kni

Erstes Training unter Skripnik

DHB-Auswahl wahrt weiße Weste - 31:25 gegen Weißrussland

DHB-Auswahl wahrt weiße Weste - 31:25 gegen Weißrussland

Werder-Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

Textilien im Rausch der Individualisierung

Textilien im Rausch der Individualisierung

Die EU erwartet nach Mays Brexit-Rede harte Verhandlungen

Die EU erwartet nach Mays Brexit-Rede harte Verhandlungen

Meistgelesene Artikel

Niklas Moisander: „Es fühlt sich besser an“

Niklas Moisander: „Es fühlt sich besser an“

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Ekici in Trabzon suspendiert

Ekici in Trabzon suspendiert

Johannsson und Sane fehlen

Johannsson und Sane fehlen

Kommentare