Junuzovic schwärmt vom österreichischen Landsmann

Ivanschitz zu Werder? „Er würde hierher passen“

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Im Jubel vereint: Zlatko Junuzovic (links) beim 6:0 der Österreicher gegen die Färöer mit Philipp Hosiner (Mitte) und Andreas Ivanschitz – beide Landsmänner könnte sich der Bremer durchaus bei Werder vorstellen. n Foto: dpa

Bremen - Wer Thomas Eichin so reden hört, kann auf den Gedanken kommen, dass der neue Bremer Sportchef niemals schlafen geht. „Ich denke 24 Stunden am Tag an Werder – und das ist gut so. Ich bin sehr gerne rund um die Uhr im Einsatz“, sagte der 46-Jährige, der – genau wie Trainer Thomas Schaaf – in den vergangenen Tagen auf intensiver Spiel- und Spieler-Beobachtungs-Tour war.

Eichin sah sich beispielsweise am Mittwoch in Düsseldorf die deutsche U 19 gegen Spanien an (1:0), am Freitag dann in Köln die U 20 gegen die Schweiz (2:1). Und am Samstag war Video-Tag. „Ich schaue unheimlich viel“, meinte Werders Geschäftsführer – unter anderem die vollen 90 Minuten der österreichischen Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer (6:0). Diese Partie stand unter ganz besonderer Bremer Beobachtung, denn Schaaf saß am Freitagabend im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf der Tribüne. Und das nicht vorrangig, um seine drei Profis Marko Arnautovic, Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl zu sehen. „Unsere Jungs kennen wir ja“, sagte Eichin.

Positiv aufgefallen ist bei dem Schützenfest Philipp Hosiner. Der 23-jährige Mittelstürmer schnürte einen Doppelpack – und spielt bei Austria Wien eine vorzügliche Saison: 27 Tore in 26 Spielen der österreichischen Bundesliga. „Philipp ist ein sehr, sehr guter Spieler, er hat einfach einen Torriecher. Das ist den Scouts ganz sicher nicht entgangen“, meinte Junuzovic gegenüber dieser Zeitung: „Er kann sich auf jeden Fall auch international durchsetzen.“ Auch bei Werder? „Warum nicht?“, fragt Junuzovic. Einen Stürmer mit Vollstreckerqualitäten könnten die Bremer – unabhängig davon, ob Bayern-Leihgabe Nils Petersen bleibt – gut gebrauchen. Hosiner hat in Wien aber einen Vertrag bis 2015 und einen Marktwert von rund zwei Millionen Euro.

Keine Ablöse würde dagegen sein Nationalmannschaftskollege Andreas Ivanschitz kosten. Der offensive Mittelfeldmann von Werders nächstem Gegner Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr) soll schon 2010 ein Thema in Bremen gewesen sein – und ist es nun wohl wieder. Schaaf hat angekündigt, bei Neuzugängen im Sommer verstärkt auf Erfahrung setzen zu wollen. Ivanschitz ist 29 Jahre alt, wird im Oktober 30. Was zudem für einen Transfer spräche: Werder muss finanziell genau überlegen, was gestemmt werden kann. Ivanschitz’ Vertrag in Mainz läuft aus, er wäre ablösefrei – und scheint einer Luftveränderung nicht abgeneigt zu sein. Sein Wunsch sei es, „eine gute Herausforderung zu finden. Dort zu sein, wo das Gesamtpaket passt. Und das werden wir dann sehen, wo und in welcher Form das sein wird“, sagte der Nationalspieler vor einigen Tagen dem österreichischen Online-Portal „laola1.at“. Mit Mainz habe es „zwei Gespräche gegeben – aber nicht über Verträge, sondern nur darüber, wie es aussehen könnte. Es gab noch kein Angebot, das ist der Stand der Dinge.“ Ein Wechsel in die USA, wie kürzlich spekuliert wurde, sei noch kein Thema, betonte der 29-Jährige.

Ivanschitz macht auch seine Offensivstärke interessant. Der Linksfuß traf gerade gegen die Färöer. In der Bundesliga bringt er es in 98 Partien auf 21 Tore und 17 Vorlagen (6/4 in dieser Saison). „Der Andi würde hierher passen. Er hat viel Erfahrung und einen super linken Fuß – das weiß jeder. Aber er ist sicher bei einigen Vereinen ein Kandidat“, glaubt Junuzovic. Eichin blockte beim Thema Ivanschitz (er wäre der fünfte Österreicher in Bremen) gleich ab: „Es gibt noch 150 andere Spieler, die gut passen würden.“ Zu Namen und Spekulationen will der Bremer Sportchef weiterhin „nichts sagen“. Nur so viel: „Wir beobachten den Markt genau. Es gibt viele interessante Spieler.“

Gerüchten zufolge gehört aus Werder-Sicht auch Dortmunds Moritz Leitner dazu. Den 20-Jährigen, der im defensiven und offensiven Mittelfeld spielen kann, bei der großen Konkurrenz in Dortmund aber keine Stammkraft ist, sah Eichin bei der Partie der U 20 live. Leitner, der gut spielte und das 2:0 erzielte, steht beim BVB allerdings bis 2015 unter Vertrag. Mehr als eine Ausleihe wäre da nicht drin. Bislang habe es keinen Kontakt zu Werder gegeben, versicherte Leitners Berater, der Ex-Profi Thomas Kroth: „Ich habe nichts gehört.“ Zunächst wolle man abklopfen, wie Dortmund mit Leitner plant. „Wenn er seine Einsätze bekommt, wird er wohl bleiben“, sagte Kroth und ergänzte: „Wir sind in Gesprächen, werden weitere führen und die nächsten Wochen abwarten.“ · mr

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