Frings nimmt seine Verletzung ganz locker

„Ist doch nicht so dramatisch“

In Nürnberg hatte sich Torsten Frings noch über seinen Muskelfaserriss geärgert, mittlerweile sieht er die Verletzung sogar positiv: „Jetzt kann ich Kraft tanken.“

Bremen - Von Björn Knips · Als Torsten Frings gestern aus der Kabine kam, da war es schon ziemlich dunkel am Weserstadion. Doch düster war seine Gemütslage nicht.

Dabei hatte sich der Kapitän von Werder Bremen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen, zwei bis drei Wochen wird der 32-Jährige nun ausfallen. „Das ist doch alles nicht so dramatisch“, meinte Frings: „Ich sehe das positiv: Jetzt kann ich Kraft tanken für den Endspurt in diesem Jahr.“

So entspannt hat Frings schon lange keine Verletzung mehr hingenommen. „Wenn man alle drei Tage spielen muss, dann erwischt es jeden einmal“, lautete seine simple Erklärung. Außerdem sei es ja auch nur eine „kleine Verletzung“, die relativ schnell behoben sein dürfte. Kein Vergleich zur Vergangenheit, „als ich schon mal acht, neun Monate ausgefallen bin“. Frings macht sich auch keine Sorgen, dass sich nun – wie in der Vorsaison – eine Verletzung an die nächste reiht. „Wieso sollte sich das wiederholen?“

Ganz locker geht er auch mit dem Thema Nationalmannschaft um. Dass ihn die Verletzung nun um eine Rückkehr ins DFB-Team bringen könnte, hält er für Quatsch. „Ich bin ohnehin davon ausgegangen, dass ich mich in der Länderspielpause erholen kann“, meinte Frings mit Blick auf die bald anstehenden Testspiele der Nationalelf. Bundestrainer Joachim Löw hatte Frings zuletzt nicht mehr berücksichtigt. Doch nach dessen konstant starken Leistungen wäre ein Comeback durchaus denkbar gewesen. „Das sind doch alles Spekulationen“, wiegelte Frings ab.

Für ihn ist die Länderspielpause eher ein Segen: „Normalerweise hätte ich bei unserem Rhythmus sechs, sieben Spiele verpasst. Jetzt sind es nur zwei.“ Der Kapitän wird am Donnerstag in der Europa League gegen Austria Wien und am Sonntag im Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund fehlen. Dann hat Werder zwei Wochen Pause, ehe es in Freiburg weitergeht. Und da möchte Frings wieder mitwirken.

Bis dahin vertraut er seinen Kollegen: „Da muss eben ein anderer für mich in die Bresche springen. Deshalb braucht man ja auch viele Spieler.“ Einen Favoriten für seinen Platz vor der Abwehr wollte er nicht nennen. „Das ist die Sache des Trainers.“ Seine Sache ist es, möglichst schnell fit zu werden. Deshalb kam Frings gestern auch als einer der letzten Werder-Profis aus der Kabine – die Behandlung hatte etwas länger gedauert.

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