Nach Wechsel zur TSG

Belfodil wehrt sich gegen Problemspieler-Image

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Ishak Belfodil steht seit Juli bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag.

Bremen - Ishak Belfodil hat den SV Werder nach nur einer Saison wieder verlassen – ohne Groll, wie er gegenüber dem „Kicker“ erklärt. Es habe Missverständnisse gegeben, ein schwieriger Typ sei er aber nicht.

Es war ein kurzes Intermezzo in Bremen: Belfodil, in der vergangenen Saison von Standard Lüttich an Werder verliehen, steht jetzt beim Bundesligakonkurrenten 1899 Hoffenheim unter Vertrag. Rückblickend sei seine Zeit in Bremen nicht verkehrt gewesen, der Abschied aber nicht optimal gelaufen: „Nachdem man mitbekommen hat, dass mein Weg wahrscheinlich nicht in Bremen weitergeht, sind viele negative Sachen medial herausgekehrt worden“, so der 26-jährige Angreifer. „Davor hieß es, alles sei super. Erst als ich gesagt habe, dass ich nicht bleibe, kam die große Kritik.“

Belfodil-Berater attackierte Werder-Sportchef Baumann

Belfodil soll sich vor seinem Wechsel unzufrieden mit seiner Reservisten-Rolle gezeigt haben. So schmollte er etwa nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund am 32. Spieltag der letzten Saison, als er nach dem Abpfiff als einziger Bremer Spieler schnurstracks in die Kabine ging statt gemeinsam mit der Mannschaft vor der Ostkurve zu feiern.

Dazu kamen Querelen zwischen Werder, Belfodil und dessen Berater Mohamed Al Faiech. Der hatte Sportchef Baumann via „Bild“-Zeitung attackiert. Es ging um die Frage, wer die Kaufoption (soll bei rund sieben Millionen Euro gelegen haben) für den von Standard Lüttich ausgeliehenen Belfodil gekündigt hat. Baumann sprach von einer gemeinsamen Entscheidung, Al Faiech hingegen behauptete, es sei allein die Entscheidung des Spielers gewesen.

Ishak Belfodil: Seine Karriere in Bildern

Ishak Belfodil
Belfodil spielte in den Jugenden verschiedener französischer Clubs, wechselte dann 2008 zur U19 von Olympique Lyon. Von 2009 bis 2012 spielte er dort bei den Profis, bekam aber wenige Einsätze. © imago
Ishak Belfodil
Im Januar 2012 wurde er zunächst an den italienischen FC Bologna ausgeliehen, zur Saison 2012/13 verpflichtete ihn aber schließlich Parma Calcio.  © imago
Ishak Belfodil
Ein Jahr später nahm in Inter Mailand unter Vertrag, für die Rückrunde 2013/14 ging Belfodil auf Leihbasis zum AS Livorno. © imago
Ishak Belfodil
Nach Ende der Leihe wechselte er erneut und kehrte in der Saison 2014/15 zu seinem ehemaligen Club Parma zurück. Dort kam er regelmäßig zum Einsatz, blieb allerdings auch nur ein Jahr. © imago
Ishak Belfodil
Nach einem Jahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei Baniyas SC nahm ihn zur Saison 2016/17 Standard Lüttich unter Vertrag. Bei den Belgiern schoss er 11 Tore in 25 Pflichtspielen.  © imago
Am letzten Tag der Transferperiode vor der Saison 2017/18 unterschrieb Belfodil schließlich bei Werder. Er kam per Leihe.
Am letzten Tag der Transferperiode vor der Saison 2017/18 unterschrieb Belfodil schließlich bei Werder. Er kam per Leihe. © gumzmedia
Ishak Belfodil
Unter Trainer Alexander Nouri bekam er viel Einsatzzeit in der Liga, konnte aber keine Treffer liefern. © Gumz
Ishak Belfodil
Erst im Pokal gegen Hoffenheim platzte der Knoten - Belfodil erzielte den Siegtreffer zum 1:0. © Gumz
Ishak Belfodil
Belfodil spielte in den Junioren-Teams der französischen Nationalmannschaft, entschied sich dann für Algerien. 2015 nahm er mit ihnen am Afrika Cup teil, scheiterte im Viertelfinale aber an der Elfenbeinküste. © imago
Am 27. Spieltag erzielte Ishak Belfodil einen Doppelpack beim 3:1 Sieg gegen Augsburg und bereitete ein Tor vor, somit war er der überragende Mann auf dem Platz.
Am 27. Spieltag erzielte Ishak Belfodil einen Doppelpack beim 3:1 Sieg gegen Augsburg und bereitete ein Tor vor, somit war er der überragende Mann auf dem Platz. © gumzmedia
Zur Saison 2018/19 wechselte Belfodil zum Bundesligakonkurrenten 1899 Hoffenheim.
Zur Saison 2018/19 wechselte Belfodil zum Bundesligakonkurrenten 1899 Hoffenheim. © imago

Belfodil selbst ist indes mit sich im Reinen: „Ich habe kein schlechtes Gewissen, weil ich immer versucht habe, meine Arbeit zu machen.“ Zudem habe er sich mit der Mannschaft und Trainer Florian Kohfeldt „super verstanden“. „Eigentlich auch mit Frank Baumann. Ich glaube, es gab Missverständnisse zwischen ihm und meinem Berater. Ich hatte mit dieser Situation nichts zu tun“, betont Belfodil.

Der Algerier ein Problemspieler? Davon will Belfodil nichts wissen: „Lüttich wollte mich behalten, Bremen auch. Ich glaube nicht, dass Vereine einen schwierigen Typen behalten wollen.“ Und überhaupt habe er „null Komma null Probleme mit Bremen“. Belfodil abschließend: „Ich respektiere den Verein und bin den Leuten dankbar.“

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Quelle: DeichStube

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