„Wir werden das schaffen“

Der zweite Teil vom Interview mit Mikael Silvestre

Hart kämpfen mussten auch Sie persönlich. In der Hinrunde gab's haufenweise Kritik. Wie sind Sie damit umgegangen?

!Es war eine harte Zeit für mich, allerdings auch für die ganze Mannschaft. Aber ich habe viel Erfahrung und weiß, dass das nur eine Phase war und es wieder besser werden würde.

Zwischendurch wurden Sie sogar von den eigenen Fans im Weserstadion ausgepfiffen. Die Höchststrafe?

!So etwas gefällt einem Spieler natürlich nicht. Ich wusste zwar, dass ich nicht gut gespielt hatte – aber von den eigenen Fans erwartet man das nicht, das war eine Überraschung. Aber so ist Fußball, damit muss man klarkommen. Ich habe genug Selbstvertrauen.

Das ist seit Rückrundenbeginn deutlich zu sehen. Sie wirken auf dem Platz viel präsenter und mutiger. Warum auf einmal?

!Da gibt es kein Geheimnis. Ich habe mich einfach wieder an die Position hinten links gewöhnt. Das hat gedauert, weil ich in den letzten fünf Jahren nur noch innen und nicht außen gespielt hatte. Und: Als ich Linksverteidiger war, hatte ich immer einen echten Flügelspieler vor mir. Ryan Giggs zum Beispiel, Cristiano Ronaldo oder Ole Gunnar Solskjaer. Jetzt haben wir ein anderes System, das ich erst verinnerlichen musste. Inzwischen kann ich das Spiel viel besser lesen.

Warum trauen Sie sich mittlerweile auch in der Offensive mehr zu?

!Wenn wir das Spiel nicht gemacht haben und hinten reingedrängt waren, war der Weg zum gegnerischen Tor sehr weit. Jetzt haben wir Phasen, in denen wir Pressing spielen, wo wir uns die Bälle in der gegnerischen Hälfte schnell zurückerobern. Da kann ich mich besser einschalten und die Offensive unterstützen. Und ich weiß mittlerweile, was meine Mitspieler machen. Das gibt Sicherheit. Ich fühle mich wohl auf meiner Position.

Haben Sie irgendetwas verändert, zum Beispiel Sonderschichten geschoben?

!Nein. Zwei Mal am Tag zu trainieren, wie wir es häufiger machen, ist schon sehr viel. Das kenne ich aus England gar nicht. Sehr gut war für mich die Vorbereitung auf die Rückrunde in der Türkei, da bin ich auf dem selben Level gestartet wie die anderen. Und jetzt fühle ich mich fitter.

Sie wirken auch drahtiger. Haben Sie abgenommen?

!Nein. Ich bin immer noch bei ungefähr 87 Kilo. Ich habe aber mehr Muskeln und dafür kein Fett mehr (lacht). Im Ernst: In meinem Alter muss ich schon besonders darauf achten, was ich esse und trinke. Zudem stretche ich viel, aber das habe ich schon immer gemacht. Ich versuche, in jedem Bereich bestmöglich vorbereitet zu sein.

Der Abstiegskampf ist aufreibend? Wie lenken Sie sich vom Fußball ab?

!Da ist natürlich die Familie. Und ein kleines Projekt. Eine Firma auf Guadeloupe (von der Karibikinsel stammt sein Vater, Anm. d. Redaktion) produziert einen speziellen Rum für mich – der heißt R.St.Barth, wird in Hotels und Bars ausgeschenkt und auch im Internet verkauft.

Wie kommen Sie auf so eine Geschäftsidee?

!Es hat mit einem Witz angefangen. Und vor zwei Jahren haben meine Frau und ich dann gesagt: Wir machen das jetzt. Das ist etwas, was ich nach dem Fußball weiterführen kann.

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Laura Siegemund verletzt sich in Nürnberg schwer

Laura Siegemund verletzt sich in Nürnberg schwer

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Meistgelesene Artikel

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Baumann: Fristen, Ziele und Aufgaben

Baumann: Fristen, Ziele und Aufgaben

Luca Caldirola plus Mr. X

Luca Caldirola plus Mr. X

Baumann setzt auf Selkes Willen

Baumann setzt auf Selkes Willen

Kommentare