„Wir werden das schaffen“

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Werders Linksverteidiger Mikael Silvestre hat sich nach heftigen Anlaufschwierigkeiten deutlich gesteigert.

Bremen - Sein Start in Bremen war alles andere als glücklich. Der kurz vor Transferschluss verpflichtete Mikael Silvestre spielte eine schwache Hinserie, wurde zwischenzeitlich sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen. „Eine harte Zeit“, erinnert sich der 33-jährige Franzose.

Inzwischen zeigt seine Formkurve jedoch deutlich nach oben. Im Interview erklärt Silvestre, warum das so ist. Zudem beurteilt er Werders Chancen im Abstiegskampf – und verrät, was es mit der neuen Rum-Sorte „R.St.Barth“ auf sich hat.

Herr Silvestre, Sie sind jetzt seit gut einem halben Jahr in Bremen. Was macht Ihr Deutsch?

!Ich habe ein Mal in der Woche Unterricht, aber mir fehlt noch einiges an Grammatik und Vokabeln. Wir trainieren eben viel – und dann will ich auch noch für meine Familie da sein.

Lesen Sie hier Teil zwei des Interviews mit Mikael Silvestre

Verstehen Sie mittlerweile alles, was der Trainer und die Teamkollegen sagen?

!Bei Gesprächen in der Gruppe verstehe ich inzwischen etwa 70, 80 Prozent. Mit den Teamkollegen verständige ich mich meistens noch auf englisch. Und auch wenn ich mit dem Trainer rede, sprechen wir englisch.

Unterhalten Sie sich öfter mit Coach Thomas Schaaf als noch in der Hinrunde?

!Es ist nicht regelmäßig. Immer, wenn Bedarf da ist. Wenn ich es mit den Anfängen vergleiche, gibt es jetzt insgesamt mehr Kommunikation zwischen Trainer und Spielern. Das kommt aber aus beiden Richtungen.

Mikael Silvestre im Porträt

Das ist Mikael Silvestre

Mit 33 Jahren sind Sie nach Kapitän Torsten Frings (34) der zweitälteste Bremer Spieler. Sind Sie als Routinier inzwischen auch ein wichtiger Ansprechpartner für den Trainer?

!Jeder hat seine eigene Sicht der Dinge. Und wenn man einen 33-Jährigen fragt, hat der wohl mehr zu erzählen als ein 20-Jähriger, weil er einfach mehr erlebt hat. Ich habe viel Erfahrung, ungefähr 500 Profispiele gemacht. Natürlich habe ich da ‘was zu sagen, habe eine Meinung – aber die muss nicht immer richtig sein. Ich gebe gerne weiter, was ich bisher erlebt habe. Wenn ich helfen kann, helfe ich.

Wie sieht diese Hilfe aus?

!Ich kann den jungen Spielern jeden Tag Professionalität vorleben. Das ist wichtig. Man muss nicht nur in den Spielen 100 Prozent geben, sondern auch in jedem Training. Wenn es gut läuft, ist alles wunderbar. Aber wir haben gerade ordentlich zu kämpfen – und wenn da mal zwei, drei Spieler auch nur zwei, drei Prozent nachlassen, geraten wir in Schwierigkeiten.

Hat sich der Teamgeist in der Rückrunde verbessert?

!Wir haben einige Spiele verloren, in denen wir uns nicht als Team verhalten haben. Das war deutlich zu sehen. Aber jetzt treten wir als Einheit auf. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Trotzdem ist die Gefahr da. Kennen Sie das Wort Abstiegskampf?

!Abstiegskampf? Ja, das habe ich schon mal gehört. „The race to survive“ heißt das im Englischen.

Und Werder ist mittendrin in diesem Rennen. Von Manchester United und Arsenal London sind Sie ganz andere Tabellenregionen gewohnt . . .

!Stimmt, aus England und von Inter Mailand kenne ich den Abstiegskampf nicht. Aber als ich damals bei Stade Rennes angefangen habe, steckten wir zwei Jahre unten drin. Im zweiten Jahr haben wir uns erst im letzten Spiel gerettet. Ich erinnere mich noch genau und weiß, wie das ist – sehr schwierig. Ein schlechtes Gefühl.

Wird Werder am Ende der Saison aus der Bundesliga absteigen? !Nein. Ich denke, wir werden das schaffen!

Was macht Sie so optimistisch? !Jeder hier ist überaus engagiert – der Trainer, der ganze Stab, die Mannschaft. Alle wollen da unten unbedingt raus.

Bleibt's dennoch bis zum Ende spannend?

!Es ist sehr eng. Je eher wir uns retten können, desto besser. Aber es sind nur noch acht Spiele. Und keine der Mannschaften da unten wird aufgeben, das haben wir gerade gegen Gladbach gesehen. Es wird bis zum Schluss interessant bleiben – und ein harter Kampf.

Teil 2 des Interviews gibt es hier

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