Teil 2 des Interviews mit Bruno Labbadia

Bruno Labbadia kommt morgen mit dem VfB Stuttgart zurück nach Bremen. Lesen Sie hier Teil zwei des Interviews:

Nun stecken mit Werder und Stuttgart zwei Ex-Meister unten drin. Wie gehen Sie mit der Situation um? Als Trainer ist es Ihr erster Abstiegskampf.

Ich versuche mich nur auf die Mannschaft zu konzentrieren und diese Unruhe, die natürlich immer um einen Verein mit solchen Ansprüchen herrscht – das ist bei Werder ja nicht anders – gar nicht an mich ranzulassen. Ich wusste ja, dass ich eine sehr schwere Aufgabe übernehme. Die Mannschaft war ähnlich wie in Bremen nicht auf Abstiegskampf eingestellt, auch das Umfeld nicht. Aber ich bin froh, dass wir jetzt wieder im Geschäft sind. Den Vorsprung, den andere Mannschaften hatten, haben wir wettgemacht.

Gibt’s das Duell Werder gegen Stuttgart auch nächste Saison in der Bundesliga?

Ich hoffe doch. Wenn ich es mir aussuchen kann, wünsche ich mir, dass beide Vereine drinbleiben.

Sind Sie froh, dass das Gerede vom „Hinrunden-Trainer“ Labbadia nach der guten Rückrunde – 17 Punkte aus zehn Spielen – nicht mehr aufkommen kann?

Ich mache mir wenig Gedanken über Dinge, die Leute äußern, die das gar nicht beurteilen können. Jetzt habe ich mit dem VfB einen Verein, mit dem wir – wenn wir die Liga halten – große Möglichkeiten haben, wieder ein Stück nach vorne zu kommen. Als ich zum VfB gekommen bin, habe ich gesagt: Wir können die Zukunft gestalten! Aber jetzt geht es nur um den Abstiegskampf, und davor habe ich großen Respekt. Das ist nervlich eine Sache, die man nur beurteilen kann, wenn man wirklich drinsteckt. Das ist nicht einfach für die Spieler.

Mit Fredi Bobic und Ihnen sitzen in Stuttgart zwei ehemalige Stürmer am Hebel. Wirkt sich das auf die Ausrichtung des Vereins aus?

Das wird sich zeigen. Momentan stellen wir viele Sachen zurück und sagen: Es zählt nur, dass wir in der Liga bleiben. Wenn wir das schaffen, bin ich mir sicher, dass wir davon profitieren können. Wir sind beide angriffslustig. Die Arbeit mit Fredi ist sehr gut.

Als Trainer sind Sie durch die Ligen gerast, waren unter anderem bei Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV. Hat sich Ihre Arbeit seit dem Debüt mit Darmstadt 98 (2003 in der Oberliga) verändert?

Das, was ich an Fußball in mir drin habe, will ich mit meinen Mannschaften umsetzen. Das ist der Reiz an dem Job, und das werde ich weiter verfolgen. Vielleicht habe ich mich dahingehend verändert, dass ich geduldiger geworden bin und einfach sage: Okay, man kann nicht immer alles innerhalb von zwei, drei oder vier Monaten hinbekommen. Da ist Werder Bremen ja das beste Beispiel. Ich find’s klasse, wie sie einfach weiter ihren Weg gehen.

Die jüngsten Bilder zeigen Ihre Spieler mit Bleiwesten im Training. Ist das auch der neue Bruno Labbadia?

Die Westen haben die Spieler, glaube ich, nur kurze Zeit angehabt. Das sind kleine Hilfsmittel, nichts Außergewöhnliches. Aber die Leute können schmunzeln, das gehört auch dazu.

Das Hinspiel gegen Werder hatte der VfB mit 6:0 gewonnen – noch ohne Bruno Labbadia als Trainer. Welche Bedeutung hat dieser Kantersieg morgen?

Das war ein außergewöhnliches Spiel. Es ist alles zusammengekommen, was zusammenkommen konnte. Wir wissen, dass jetzt eine ganz andere Situation ist. Obwohl beide Mannschaften die letzten vier Spiele nicht verloren haben, ist die Lage schwierig. Auch für Werder, obwohl sie ein Stück besser dastehen.

Als Trainer sind Sie gegen Werder in der Bundesliga noch ungeschlagen. Warum hat diese Bilanz auch am Sonnabend um 17.15 Uhr noch Bestand?

Weil wir unbedingt die Liga halten wollen, ganz einfach. Und dazu gehört es, dass wir versuchen in Bremen zu punkten, und damit den Aufwärtstrend weiter fortsetzen wollen. Ich glaube daran, dass wir auf einem guten Weg sind.

Eine Kleinigkeit noch: Von Ihnen stammt der legendäre Versprecher „Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert“.

Einer meiner wenigen Versprecher in unzähligen Interviews, der auch schon viele Jahre zurückliegt. Aber das muss man mit Humor nehmen. In dem Moment, als ich das gesagt habe, wusste ich, dass da etwas falsch war. Das passiert. Dieser Versprecher war ein Lapsus. Da kann ich heute drüber lachen.

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