Werder-Coach Schaaf über das Treffen mit Geschäftsführer Thomas Eichin

„Es ist immer gut, wenn man sich mal ins Gesicht schaut“

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Thomas Schaaf

Bremen/Salzburg - Von Björn Knips. Thomas Schaaf macht Urlaub in Österreich. Allerdings nicht ungestört. Erst bekam der Trainer des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen Besuch von Thomas Eichin, der sich persönlich grünes Licht zur Ernennung zum neuen Geschäftsführer Sport holte. Dann klingelte Schaafs Handy. Interviewanfrage der Kreiszeitung.

Für den 51-Jährigen kein Problem, ausführlich berichtete er über das Treffen mit dem Nachfolger von Klaus Allofs und erklärte auch, warum er Eichin, den 46-jährigen Eishockeymanager der Kölner Haie, für eine gute Wahl hält.

Herr Schaaf, mal ehrlich: Hatten Sie Thomas Eichin als neuen Werder-Geschäftsführer auf dem Zettel?

Thomas Schaaf:Es ist doch klar, als erster Reflex auf den Wechsel von Klaus Allofs sind in der Öffentlichkeit die Namen von Personen aufgetaucht, die schon in diesem Bereich in der Bundesliga gearbeitet haben. Aber bei Werder wurde natürlich auch über den Tellerrand hinausgeschaut. So entstand eine Liste mit sehr interessanten Kandidaten.

Was wussten Sie von Thomas Eichin?

Schaaf:Ich kenne ihn natürlich als ehemaligen Bundesliga-Profi, wir haben gegeneinander gespielt. Aber ich wusste auch, dass er anschließend bei Borussia Mönchengladbach gearbeitet hat und einen längeren Weg in Köln absolviert hat – einen sehr erfolgreichen Weg.

Kennen Sie sich im Eishockey aus?

Schaaf:Nein. Eishockey ist ein Sport mit enorm vielen Veränderungen und steht nicht so im Fokus der Medien. Da ist es schwierig, immer auf dem Laufenden zu sein. Früher habe ich das noch mehr wahrgenommen, vor allem Weltmeisterschaften. Aber auch Eishockey ist in den vergangenen Jahren viel professioneller und die Vermarktung wesentlich besser geworden.

Thomas Eichin hat Sie auf Bitte des Aufsichtsrats am zweiten Weihnachtstag in Salzburg besucht. Wie war das Treffen?

Schaaf:Es ist sehr wichtig, dass man miteinander gesprochen hat, wenn man sehr eng zusammenarbeiten soll. Und es ist immer gut, wenn man sich mal ins Gesicht schaut, auch wenn man sich von früher kennt. Wir haben uns sehr gut ausgetauscht.

Aufsichtsratschef Willi Lemke hat dieses Treffen als entscheidend bezeichnet und nach Ihrem Okay vom „weißen Rauch aus Österreich“ gesprochen – wie gehen Sie mit dieser tragenden Rolle um?

Schaaf:Ich habe Thomas Eichin nicht eingestellt, diese Aufgabe hatte der Aufsichtsrat zu erledigen. Aber natürlich ist es gut, wenn der Aufsichtsrat auch mich mit einbindet. Die Grundvoraussetzungen müssen stimmen. Darum ging es in unserem Gespräch hier in Österreich. Aber ich weiß natürlich immer noch nicht, wie Thomas Eichin arbeitet. Man kann viel reden, viel nachforschen, erst der Alltag wird zeigen, ob es passt. Aber die Grundvoraussetzungen, die stimmen erst mal.

Wie würden Sie Thomas Eichin früher und heute beschreiben?

Schaaf:Als Profi war er sehr engagiert und sich für keinen Weg zu schade. Bei unserem Treffen ist er mir auch als sehr engagierter Mensch begegnet. Er hat klare Vorstellungen, was er bewegen möchte. Er freut sich auf diese Aufgabe, er ist sehr begeistert, er stellt sich voll und ganz den Dingen, die auf ihn zukommen.

Aber kann er als langjähriger Eishockey-Manager auch Fußball?

Schaaf:Warum denn nicht? Er hat sehr lange selbst Fußball gespielt, als Profi. Dann hat er erste Schritte im Marketing eines Fußball-Clubs gemacht, bevor er zum Eishockey gewechselt ist. Da war er für alles verantwortlich, für das ganze Drumherum – also auch für die Verträge mit den Spielern. Und Verträge mit Sportlern sind nun einmal Verträge mit Sportlern – ob im Eishockey oder im Fußball. Er ist sehr gut vorbereitet. Er bringt das nötige Wissen mit, um hier einen guten Job zu machen.

Wird Thomas Eichin bei Spielen so wie Klaus Allofs neben Ihnen auf der Bank sitzen?

Schaaf:(lacht) Über solche Dinge haben wir wirklich noch nicht gesprochen.

Ist es kein Nachteil, dass Thomas Eichin durch sein Engagement bei den Kölner Haien erst Ende März oder sogar erst Ende April bei Werder einsteigen wird?

Schaaf:Nein. Man muss respektieren, dass die Kölner ihn nur so aus dem Vertrag lassen möchten – und er das auch selbst so will. Denn wenn man eine Erfolgsgeschichte geschrieben hat, möchte man diese Arbeit in einer Saison gerne zu Ende bringen. Wir haben im Moment auch nichts zu entscheiden, wo uns eine Stimme fehlen wird. Dass wir handlungsfähig sind, haben wir doch gerade erst mit der Verpflichtung von Mateo Pavlovic bewiesen. Aber natürlich werden wir mit Thomas Eichin in Kontakt stehen, regelmäßig telefonieren, das ist doch selbstverständlich.

Werder Bremens neuer Sportchef Thomas Eichin

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Noch kurz ein anderes Thema: Sind Sie froh, dass der VfL Wolfsburg nun in Dieter Hecking einen neuen Trainer verpflichtet hat und Sie nicht mehr auf einen möglichen Wechsel zu Ihrem langjährigen Weggefährten Klaus Allofs angesprochen werden?

Schaaf:Die Frage ist doch immer, wie sehr man sich mit so etwas beschäftigt. Die Medien haben sich sehr damit beschäftigt, ich mich weniger. Also war diese Nachricht kein großes Thema für mich.

Aber Sie kennen Dieter Hecking sehr gut und werden sich doch Ihre Gedanken gemacht haben?

Schaaf:Für ihn ist das eine neue Geschichte, da wird er sich weiter beweisen und einen erfolgreichen Weg gehen können. Und er hat ja einen guten Mann an seiner Seite.

Inzwischen wechseln auch Manager und Trainer während der Saison – spielt die Bundesliga verrückt?

Schaaf:Es ist in der Tat viel Bewegung drin – und es geht nicht mehr nur um die Spieler. Aber überdimensional empfinde ich das nicht. Das hat es doch immer mal gegeben.

So kurz vor dem Jahreswechsel muss diese Frage noch sein: Was wünschen Sie sich sportlich für 2013?

Schaaf:Dass wir unseren erfolgreichen Weg weitergehen und mit dieser Mannschaft an die vielen guten Spiele anknüpfen. Dann werden auch die richtigen Ergebnisse kommen.

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