Lobeshymnen auf den Debütanten / Nur er selbst bleibt ganz bescheiden

Ignjovski – gleich mitten rein in die Herzen der Fans

Sehr überzeugendes Debüt für Werder: Aleksandar Ignjovski bekam nach dem Nordderby viel Lob von Verantwortlichen und Fans.

Bremen - Die Werder-Fans überschlugen sich im Internet geradezu vor Begeisterung. „Ein wunderbares Debüt“, „was für ein Wadenbeißer“ oder „Du bist der Hammer“ war in den Foren zu lesen. Und all diese Lobeshymnen galten Aleksandar Ignjovski.

Der 20-Jährige hatte im Nordderby gegen den HSV eine vorzügliche Leistung als Linksverteidiger abgeliefert und die grün-weiße Anhängerschaft gleich bei seiner Werder- und Bundesliga-Premiere mächtig beeindruckt. Nach nur einer Partie ist schon klar: Mit seiner Spielweise taugt „Iggy“ absolut zum Publikumsliebling.

Der Serbe schien überhaupt nicht nervös zu sein, überzeugte mit Passsicherheit und wagte sich schon nach wenigen Minuten zum ersten – aber nicht letzten – Mal nach vorne. Am auffälligsten war jedoch seine bissige Zweikampfführung. Er jagte seine Gegner (meistens Hamburgs Per Skjelbred) geradezu und ließ nicht von ihnen ab, ehe er den Ball hatte. Sehr stark – und sehr unangenehm für den jeweiligen Gegenspieler, dem keine Luft mehr zum Atmen blieb.

Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

„Sensationell, wie er das gemacht hat“, lobte Sportchef Klaus Allofs überschwänglich die Leistung des Neuzugangs vom OFK Belgrad, der zuletzt zwei Jahre lang an Zweitligist 1860 München ausgeliehen war: „Er ist ein echt guter Junge, geht mit unheimlichem Herz an die Sache ran, ist positiv aggressiv. Wir sind richtig froh, dass wir ihn haben.“ Sogar Trainer Thomas Schaaf, meistens eher nüchtern und sachlich in seinen Einzelbeurteilungen (wenn er denn überhaupt welche macht), schwärmte ausgiebig: „Ein richtig starkes Spiel von ihm. ,Iggy‘ war einfach klasse. Er identifiziert sich zu 100 Prozent mit dem Team und seinen Aufgaben. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass er erst sehr spät zu uns gekommen ist.“

Bemerkenswert ist auch die Statistik: Ignjovski hatte die meisten Ballkontakte aller Bremer (67) und spielte auch die meisten Pässe (36).

Richtig gut gefallen dürfte dem Werder-Coach zudem die Bescheidenheit und die Zurückhaltung des 20-Jährigen, der unbedingt zu Werder wollte und nach bestandenem Medizincheck sogar sechs Wochen wartete, bis die Bremer endlich ein Transfermodell ausgetüftelt hatten und er unterschreiben konnte. Auf die Frage, ob sein Einstand perfekt gewesen sei, antwortete Ignjovski ganz wie ein Teamplayer: „Ich weiß nicht. Das Wichtigste war, dass wir gewonnen haben. Ein schöner Sieg – und das im Nordderby.“ Seine eigene Leistung fand er lediglich „ganz o.k.“. Und auch das dicke Allofs-Lob kommentierte er staubtrocken: „Dann ist es ja gut.“

Man merkt: Ignjovski will sich nicht aufspielen oder aufdrängen – höchstens mit starken Vorstellungen auf dem Platz, was ihm gegen den HSV gelungen ist. Der am Knie verletzte Lukas Schmitz, für den der Debütant links verteidigte, muss um seinen Stammplatz zittern. Aber auch diesbezüglich hielt sich „Iggy“ zurück. Ob er sich jetzt erst mal ins Team gespielt habe? „Das werden wir sehen, jetzt haben wir erst mal wieder eine ganze Woche Training.“ · mr

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