Mielitz schiebt Extraschichten mit seinem Vater, um wieder Werders Nummer eins zu werden

„Ich will zurück ins Tor“

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Es soll ein fairer Zweikampf werden: Sebastian Mielitz und Raphael Wolf wollen beide ins Werder-Tor. ·

Werder-Bremen - NEULÖWENBERG · Seinen Platz im Tor des SV Werder hat er verloren, seinen Humor nicht. „Alles spricht davon, dass Marc-André ter Stegen zum FC Barcelona wechselt, dabei habe ich da längst unterschrieben“, sagt Sebastian Mielitz und lacht.

Der 24-Jährige klingt bestens erholt und kurz darauf auch ziemlich kämpferisch: „Ich bin topfit. Ich werde voll angreifen. Ich will zurück ins Tor!“

Die nötige Kraft dafür hat er im brandenburgischen Neulöwenberg getankt – bei seinen Eltern. Papa Olaf kam dabei eine Spezialaufgabe zu. „Er ist hier mein Torwarttrainer“, berichtet Mielitz. Auch gleich geht es wieder raus auf den wenige Kilometer entfernten Platz der Falkenthaler Füchse. Einem Landesligisten, bei dem sich Olaf Mielitz um die Keeper kümmert. Jetzt sind Sebastian und sein Vater alleine. „Da geht es ganz schön zur Sache. Danach bin ich richtig kaputt“, verrät der Profi.

Mielitz weiß natürlich, dass ganz wichtige, vielleicht sogar die wichtigsten Wochen seiner Karriere vor ihm liegen. Die große Frage ist: Schafft er noch einmal die Rückkehr ins Werder-Tor oder gibt es den Karriereknick? Trainer Robin Dutt hat ihm einen fairen Zweikampf mit Raphael Wolf (25) versprochen. Die Nummer zwei hatte Mielitz Ende November im Werder-Kasten abgelöst. Etwas überraschend. In der Woche zuvor hatte Mielitz zwar gegen Mainz böse gepatzt, doch in den Spielen davor war er ein großer Rückhalt mit durchaus spektakulären Leistungen gewesen. So wie man sich das schon lange vom Nachfolger von Tim Wiese gewünscht hatte. Doch nach 49 Pflichtspielen in Folge saß er plötzlich auf der Bank.

„Ich war natürlich riesig enttäuscht, das war keine einfache Situation“, gesteht Mielitz und fügt noch an: „Ich habe früher im Werder-Internat über der Ostkurve gewohnt, habe aufs Spielfeld geschaut und immer davon geträumt, dort irgendwann zu spielen. Dann habe ich es wirklich geschafft, und da ist es natürlich kein schönes Gefühl, wenn einem das weggenommen wird. Das ist hart. Aber ich muss die Entscheidung des Trainers akzeptieren. So ist nun einmal das Fußball-Geschäft.“

Der Trainer hatte die Herausnahme von Mielitz als Schutzmaßnahme bezeichnet. Auf den Keeper sei in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder Kritik eingeprasselt. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, ihn mal zur Ruhe kommen zu lassen. Und Dutt versprach: „Sebastian wird gestärkt aus dieser Situation hervorgehen. Es ist das Beste für seine Entwicklung.“

Mielitz lässt das unkommentiert. Kein Wunder, welcher Keeper räumt schon freiwillig seinen Platz und glaubt dann daran, dass es nur gut für ihn sein soll? Vor allem, wenn der Vertrag in nur wenigen Monaten ausläuft. Im Sommer könnte Mielitz ohne Verein dastehen. „Wenn ich mir solche Gedanken machen würde, dann würde ich an mir zweifeln“, sagt Mielitz und betont: „Ich zweifle nicht an mir. Ich weiß, was ich kann. Das habe ich auch bewiesen, und das werde ich wieder beweisen.“

Am liebsten bei Werder. „Das ist mein Club, ich bin seit 2005 in Bremen und würde hier gerne noch lange spielen.“ Das letzte Wort ist dabei entscheidend. „Ich will spielen!“, unterstreicht Mielitz noch einmal. Eine Vertragsverlängerung als Nummer zwei „kann ich mir momentan nicht wirklich vorstellen“. Genauso wenig wie eine Flucht im Winter zu einem anderen Club: „Das ist absolut kein Thema.“ Der FC Barcelona muss also warten . . . · kni

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