Akpala hofft auf den Durchbruch bei Werder / Dutt erinnert an Lewandowski, Cissé und Alaba

„Ich will vergessen, was war“

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Gut gelaunt ans Werk: Die neue Werder-Saison soll für Stürmer Joseph Akpala deutlich besser werden als die vergangene. ·

Bremen - Erst bei der Familie im heimischen Nigeria, dann nach Belgien – und zum Abschluss ein bisschen relaxen in Bremen. „Das war schön“, sagt Joseph Akpala, ausnahmsweise auf deutsch und mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Während seines dreiwöchigen Urlaubs hatte der 26-jährige Stürmer, der gestern als letzter noch fehlender Werder-Profi ins Mannschaftstraining einstieg, aber auch ausreichend Zeit und Gelegenheit zum Nachdenken. Über seine schwache Saison und über die Zukunft. Das Ergebnis der Grübeleien: Ab jetzt soll alles besser werden!

„Es ist ein neuer Start für mich. Ich will vergessen, was bisher war“, betont Akpala.

Mit dem neuen Coach Robin Dutt hat er gestern an seinem ersten Arbeitstag lediglich kurz geplaudert: „Der Trainer hat mich gefragt, wie es bei der Nationalmannschaft und im Urlaub war.“ Ein intensiveres Kennenlernen wird nun folgen. Bisher kann Dutt seinen Stürmer, den er nur in ein paar Videosequenzen hat spielen sehen, noch nicht richtig einschätzen: „Ich tue mich schwer mit einem Urteil, muss erst mal schauen, wie fit und was für ein Spielertyp er ist. Auch ein Stürmer hat immer Aufgaben – und da muss ich noch gucken, wie er sie umsetzen kann. Auch für Joseph geht es hier von vorne los, er hat alle Chancen.“

Und die will Akpala nutzen. Er wirkt entschlossen, wenn er seine drei Ziele für das zweite Werder-Jahr aufzählt: „Die Saison soll für mich erstens besser sein als die letzte. Zweitens möchte ich mehr Spielzeit haben. Und drittens soll natürlich auch die Mannschaft besser abschneiden.“

In der zurückliegenden Saison mit großer Abstiegsangst und letztlich dem enttäuschenden 14. Platz war Akpala, im August 2012 für immerhin 1,5 Millionen Euro vom belgischen Club FC Brügge geholt, eine einzige Enttäuschung gewesen. Er kam im System mit einer zentralen Spitze nicht an Nils Petersen vorbei, wirkte bei seinen zahlreichen Joker-Einsätzen wie ein Fremdkörper, drängte sich auch im Training nicht auf und brachte in 21 Partien lediglich ein Saisontor und eine Vorlage zustande. Und in der Rückrunde warf ihn ein Innenbandriss im Knie noch weiter zurück. Das passte perfekt zu einer völlig vermurksten Saison, die aber immerhin mit einem kleinen Schmankerl endete. Obwohl er bei Werder so gar nicht auf sich aufmerksam gemacht hatte, berief ihn Nigerias Trainer Stephen Keshi in den Kader für den Confederations Cup in Brasilien. Dort spielte Akpala zwar auch nicht viel, trotzdem kehrte er mit einem guten Gefühl zurück: „Das war definitiv eine gute Erfahrung für mich, bei so einem Turnier mit so einem hohen Niveau dabei zu sein. Ich bin froh, dass ich dort spielen durfte.“

Nach dem Aus in der Vorrunde ging Akpala dann direkt in den Urlaub, der gestern endete. Dass er gegenüber den schon seit zweieinhalb Wochen in der Vorbereitung ackernden Teamkollegen einen großen Rückstand hat, glaubt Akpala nicht: „Ich habe ja vorher bei der Nationalmannschaft hart gearbeitet und werde das hier fortsetzen.“

Nach den Eindrücken der Vorsaison ist es allerdings schwer vorstellbar, dass Akpala nun plötzlich explodiert und Werder spürbar voranbringt. Der Club scheint ebenfalls zu zweifeln, hält seit Wochen Ausschau nach einem weiteren Stürmer – wenngleich Sportchef Thomas Eichin versichert, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun habe.

Akpala und Ekici wieder im Training

Dutt ist erst mal nur gespannt, wie sich Akpala einfügt: „Es kann ja sein, dass er topfit ist, in den nächsten drei Wochen eine Bude nach der anderen macht und vorne die Nummer eins wird. Im Fußball gab es schon die eine oder andere Überraschung.“ Sprach’s und nannte gleich mehrere Beispiele, wo es plötzlich klick machte. Etwa Robert Lewandowski: „Der hat in seinem ersten Jahr in Dortmund auf der Bank gesessen, jetzt streiten sich Bayern und der BVB um ihn.“ Oder Lewandowskis Teamkollege Lukasz Piszczek: „Der hat bei Hertha BSC rumgedümpelt. Um ihn hat sich keiner gerissen, bevor Jürgen Klopp ihn geholt hat.“ Oder Bayerns David Alaba, damals in Hoffenheim: „Wenn mir einer vor drei Jahren gesagt hätte, dass er mal Europas wohl bester linker Verteidiger wird . . .“ Oder Papiss Demba Cissé: „Er saß in Metz in der zweiten französischen Liga oft auf der Bank, wird dann in Freiburg zweitbester Torschütze der Bundesliga und wechselt für elf Millionen Euro nach Newcastle.“ Und wenn Akpala eine ähnliche Steigerung gelingt, dann, lacht Dutt, „können wir gemeinsam ein Bier auf ihn trinken“. · mr

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